Dax im Minus: Anlegern geht auf Rekordjagd die Puste aus

Dax im Minus: Anlegern geht auf Rekordjagd die Puste aus

Bild vergrößern

Der Dax steht kurz vor der 13.000er-Marke.

Auf dem Weg zur 13.000er-Marke hat der Dax eine Pause eingelegt. Investoren warten auf den Start der US-Bilanzsaison. Spekulationen auf ein Abschmelzen der Anleihenkäufe treiben derweil den Euro nach oben.

Der Dax hat auf seinem Weg in Richtung 13.000er-Marke eine Verschnaufpause eingelegt. Der Leitindex der Frankfurter Börse notierte am Dienstag 0,3 Prozent schwächer bei 12.934 Punkten. Am Montag hatte er sich noch bis auf drei Punkte an die noch nie erreichte Marke herangerobbt. Der EuroStoxx50 gab 0,4 Prozent nach auf 3595 Zähler.

"Insgesamt fehlen neue Impulse, welche für die notwendige Bewegungsdynamik sorgen", sagte Volkswirt Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Anleger warteten nun auf den Start der Berichtssaison in den USA gegen Ende der Woche. Die US-Banken JP Morgan und Citigroup machen den Aufschlag. Deutsche Bank und Commerzbank folgen Ende Oktober beziehungsweise Anfang November.

Anzeige

Auf die Stimmung schlug Investoren auch die politische Lage in Katalonien. Das Regionalparlament der spanischen Provinz sollte am Abend zu einer Sitzung zusammenkommen, auf der es die Unabhängigkeit ausrufen könnte. Die Zentralregierung in Madrid lehnt einen solchen Schritt ab. An der Börse in der spanischen Hauptstadt gab es erneut Verluste, der Leitindex rutschte um ein halbes Prozent auf 10.176 Zähler ab. Spanische Anleihen flogen aus den Depots, die Rendite der zehnjährigen Papiere zog daher an. Sollte es tatsächlich zur Deklaration der Unabhängigkeit kommen, werde das die spanischen Anleihen weiter unter Druck setzen, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank.

Riedls Dax-Radar Fünf Gründe, warum der Dax bis auf 14.600 Punkte steigen kann

An den Börsen sind die Aussichten für die nächsten Monate gut. Nach einer Hochrechnung könnte der Dax sogar bis auf 14.600 Punkte klettern.

Bulle- und Bär-Skulptur vor der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Quelle: AP

Erneut gehörten die Aktien spanischer Banken zu den größten Verlierern, da Investoren Geschäftseinbußen der Geldhäuser befürchten. Caixabank und Sabadell, die ihre Hauptsitze nun aus Katalonien in andere Regionen Spaniens verlagern, gaben je ein halbes Prozent ab. Banco Santander rutschten um 1,3 Prozent ab. Analysten der Schweizer Bank UBS rechneten allerdings damit, dass es nur in begrenztem Ausmaß zu weiteren Kursverlusten an der Madrider Börse kommt. "Die starken Kurseinbrüche der vergangenen Tage halten wir für übertrieben, da die großen spanischen Firmen den Großteil ihrer Umsätze außerhalb Spaniens erwirtschaften."

Am Devisenmarkt griffen Anleger beim Euro zu, nachdem sich EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger für ein Abschmelzen der umstrittenen Anleihenkäufe im kommenden Jahr ausgesprochen hatte. Die Gemeinschaftswährung stieg um 0,3 Prozent auf 1,1778 Dollar. "Ihre Aussagen unterstützten den Euro, aber wegen der politischen Risiken in der Euro-Zone ist kurzfristig nicht mit einer Rally zu rechnen", sagte Währungsspezialist Stephen Innes vom Handelshaus Oanda.

Deutsche Konzerne Aktienrückkäufe steigen auf Rekord seit 2008

Großunternehmen haben dieses Jahr so viel Geld für Rückkäufe eigener Aktien ausgegeben wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr. Firmen profitieren von der guten Konjunktur - manche verwöhnen nun ihre Anteilseigner.

Die große Anzeige in der Börse in Frankfurt am Main Quelle: dpa

Bei den Einzelwerten stachen die Aktien von Luxusgüter-Unternehmen heraus, nachdem der französische Louis-Vitton-Konzern LVMH seinen Quartalsumsatz unerwartet deutlich ausgebaut hat. Die Zahlen hätten Signalwirkung für die ganze Branche, sagte Analyst Mario Ortelli vom Brokerhaus Bernstein. LVMH-Titel stiegen um 2,9 Prozent, die Papiere von Dior und der Puma-Mutter Kering erklommen jeweils Rekordstände. In Frankfurt zogen Puma und Hugo Boss um bis zu 2,1 Prozent an.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care mit einem Minus von 2,1 Prozent. Analysten der Bank JP Morgan äußerten sich skeptisch zur Ertragskraft des US-Rivalen DaVita. Dessen Aktien waren an der Wall Street um zehn Prozent eingebrochen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%