Dax-Konzerne: Zurückhaltende Prognosen für 2016

Dax-Konzerne: Zurückhaltende Prognosen für 2016

Der schwache Euro hat die Geschäfte deutscher Börsenschwergewichte 2015 angeschoben. 2016 könnte dieser und weitere Wachstumstreiber jedoch ausfallen. Die Dax-Konzerne sind auffallend vorsichtig mit Prognosen.

Mehr Umsatz, weniger Gewinn - auf den ersten Blick fällt die Bilanz deutscher Börsenschwergewichte für das vergangene Jahr nicht gerade glänzend aus. Doch vor allem der Rekordverlust der Deutschen Bank trübt das Gesamtbild. Von 18 Dax-Konzernen, die bisher Zahlen vorgelegt haben, steigerten nach einer Auswertung des Beratungsunternehmens EY immerhin zwölf den operativen Gewinn. Beflügelt wurden die Geschäfte von der Euro-Schwäche, der Nachfrage aus den USA und der Konsumfreude der Verbraucher in Deutschland. Ob der Rückenwind in diesem Jahr anhält, ist allerdings fraglich.

In den Chefetagen wächst jedenfalls die Furcht vor einer Abkühlung der Konjunktur. So sank der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar das dritte Mal in Folge. Drei Rückgänge hintereinander werden traditionell als Abschwungsignal gedeutet.

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„Bei den Prognosen für 2016 sind viele Dax-Konzerne auffallend vorsichtig - mit gutem Grund, denn sie werden es bedeutend schwerer haben, Gewinne und Umsatzzuwächse einzufahren“, sagt EY-Partner Thomas Harms voraus.

Das hat mehrere Gründe: Der Euro hat zuletzt wieder an etwas Stärke gewonnen. Harms hält einen erneuten Schwächeanfall der Gemeinschaftswährung für unwahrscheinlich, „so dass die Unternehmen von dieser Seite keine Unterstützung mehr zu erwarten haben.“

Nach EY-Berechnungen gingen von den insgesamt 50 Milliarden Euro Umsatzzuwachs der Konzerne 21 Milliarden auf Währungseffekte zurück. Die Euro-Schwäche macht Produkte „Made in Germany“ auf dem Weltmarkt günstiger. Das kann die Nachfrage ankurbeln. Zudem lässt der Wertverlust im Ausland erzielte Einnahmen bei der Umrechnung in die Gemeinschaftswährung steigen.

Gegenwind kommt auch vom wichtigen Exportmarkt China. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schwächelt, das bekommen unter anderem Autokonzerne und Maschinenbauer zu spüren. So sanken die Exporte von deutschen Maschinen und Anlagen nach China nach Angaben des Branchenverbandes VDMA im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Die Exporte der deutschen Autobauer in die sogenannten BRICS-Länder - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - brachen EY zufolge um 15 Prozent ein.

Mit Sorge beobachten Ökonomen zudem den Absturz des Ölpreises. Zwar profitieren Verbraucher vom Rückgang der Sprit- und Heizölkosten. Doch zugleich zwingt der Ölpreisverfall Förderländer zu einem Sparkurs, was Folgen für die Weltkonjunktur haben kann. „Diese Länder befinden sich aktuell in einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale - und fallen damit auch als Absatzmärkte für die Produkte der deutschen Unternehmen teilweise aus“, sagt Harms. Der Internationale Währungsfonds senkte nicht zuletzt wegen der niedrigen Ölpreise im Januar seine globale Wachstumsprognose für 2016.

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Insgesamt stiegen die Umsätze der Börsenschwergewichte im abgelaufenen Geschäftsjahr nach EY-Angaben zusammengerechnet um 7 Prozent auf 726 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebit) der 18 Konzerne ging um 5 Prozent auf insgesamt 67,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zurück - vor allem wegen des Rekordverlustes der Deutschen Bank. „Für die Mehrzahl der Dax-Konzerne war das vergangene Jahr ein erfolgreiches Jahr“, sagt Harms.

Ob sich der Trend angesichts der schwierigen Gemengelage in diesem Jahr fortsetzt, muss sich zeigen. Treiber dürfte vor allem die bisher robuste Konjunktur im Inland sein. Die Konsumlust der Verbraucher ist dank des stabilen Arbeitsmarktes und der weiter wachsenden Nachfrage nach Arbeitskräften nach wie vor hoch. Zudem stützen die Milliardenausgaben von Bund, Ländern und Kommunen zur Bewältigung der Flüchtlingszuwanderung die Entwicklung.

Auch die Konzerne selbst haben nach Einschätzung des EY-Experten viel getan, um Flexibilität und Effizienz zu verbessern. „Sie dürften daher für eine Eintrübung der weltweiten Wirtschaftslage ausreichend gewappnet sein.“

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