Deutsche Börse: Aufsichtsrat diskutierte bereits über Nachfolger

exklusivDeutsche Börse: Aufsichtsrat diskutierte bereits über Kengeter-Nachfolger

, aktualisiert 09. August 2017, 14:17 Uhr
Bild vergrößern

Carsten Kengeter, Vorstandschef der Deutschen Börse.

von Annina Reimann

Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse hat über einen Plan B für den Fall diskutiert, dass Vorstandschef Carsten Kengeter aufgrund der gegen ihn gerichteten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abtreten müsste.

„Die Frage wurde erörtert und die Namen Andreas Preuß sowie Gregor Pottmeyer sind genannt worden“, sagte ein Insider der WirtschaftsWoche. Im Aufsichtsrat soll Pottmeyer demnach mehr Rückhalt haben als Preuß. Pottmeyer ist aktuell Finanzchef der Börse, der Aufsichtsrat hat seinen Vertrag erst in diesem Jahr um fünf Jahre verlängert.

Preuß ist zwar der offizielle Stellvertreter von Kengeter, sein Vertrag läuft aber nur noch bis zum Frühjahr. Außerdem ist er nach eigenem Bekunden nicht an einem öffentlichkeitswirksamen Amt interessiert. Er suche das Licht der Öffentlichkeit nicht und sei froh, in Ruhe im Hintergrund arbeiten zu können, sagte Preuß der WirtschaftsWoche vor knapp drei Wochen in Frankfurt.

Anzeige

Die „Agenda der Themen“ des Aufsichtsrates diskutiere man „grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse dazu. Aufsichtsratschef Joachim Faber halte an seinen früheren Äußerungen fest und „sieht keinen Anlass, von früheren Äußerungen abzurücken“. Er steht damit weiter fest hinter Kengeter als Vorstandschef.

Deutsche Börse Börsenaufsicht zweifelt wohl Kengeters Tragfähigkeit an

Die Börsenaufsichtsbehörde in Wiesbaden will Börsenchef Carsten Kengeter sowie die Deutsche Börse anhören – schon bald könnte die Aufsicht ihn abberufen.

Carsten-Kengeter Quelle: REUTERS

Die Hängepartie um Kengeter drückt auch auf die Stimmung im Unternehmen: Dem Betriebsrat sei aus vielen Gesprächen bekannt, dass die Situation „nicht nur als extrem peinlich empfunden wird, sondern große Unruhe und Besorgnis erzeugt“, schreibt der Betriebsrat in einem Newsletter. „Wir können uns nicht erinnern“, heißt es dort, „dass jemals zuvor in der langen Geschichte unseres Unternehmens (…) ein solch schwerer Reputationsschaden verursacht wurde.“ Man werde die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und deren Fortgang „auf der nächsten Betriebsversammlung thematisieren“. Es bleibe zu hoffen, „dass unser Unternehmen nicht weiterhin Anlass zu Reputationsschäden bietet“.

Sie lesen eine Exklusivmeldung der WirtschaftsWoche. Mit dem WiWo-Digitalpass erhalten Sie die Ausgabe bereits am Donnerstagabend in der App oder als eMagazin. Alle Abo-Varianten finden Sie auf unserer Info-Seite.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%