Nach der US-Wahl: Warren Buffett profitiert von Trump

Nach der US-Wahl: Warren Buffett profitiert von Trump

, aktualisiert 07. Dezember 2016, 06:35 Uhr
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Warren Buffett hat einmal wieder Weitsicht bewiesen. Bereits im April sagte er, dass es seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway nach dem Wahlsieg gut gehen werde – und sollte Recht behalten.

von Julia RotenbergerQuelle:Handelsblatt Online

Während des Wahlkampfs kritisierte US-Milliardär Warren Buffett Donald Trump heftig. Nach dem Wahlausgang kommt seiner Holding Berkshire Hathaway die Trump-Politik aber durchaus zugute.

Während des US-Wahlkampfs zählte der US-Milliardär Warren Buffett zu den schärfsten Kritikern Donald Trumps. So forderte er Trump dazu auf, seine Steuern öffentlich zu erklären – Trump kam dem nicht nach. Später kritisierte er den Präsidentschaftskandidaten für seine Aussage gegenüber der Familie des im Irak verstobenen US-Soldaten Humayin Khan. Trump hatte darauf hingewiesen, dass er in seiner Laufbahn – ähnlich wie der Soldat – Opfer bringen musste. „Wie um alles in der Welt können Sie vor Eltern stehen, die ihren Sohn verloren haben und über Opfer reden, die Sie während des Baus von ein paar Gebäuden dargebracht hätten?”, empörte sich Buffett.

Nikki Haley Donald Trumps Hauptgewinn heißt Nikki

Donald Trump macht die Gouverneurin Nikki Haley zu seiner UN-Botschafterin. Sie war im Wahlkampf gegen ihn und will ihn beerben. Dennoch ist Haley ein Hauptgewinn für Trump. Aber: Könnte das Amt ihr Karriereende sein?

Nikki Haley wird Trumps UN-Botschafterin. Was das Amt für die junge, aufstrebende Politikerin bedeutet. Quelle: Laif

Eigentlich mischt sich der Milliardär selten in die Streitigkeiten zwischen den US-Republikanern und Demokraten ein. Umso erstaunlicher ist es, dass er sich so deutlich gegen Donald Trump positionierte. Vor allem, weil seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway mit zu den größten Profiteuren der Trump-Wahl gehört. Bereits im April sagte der Milliardär, dass es Berkshire gut gehen werde, egal wer gewinnt.

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Er sollte Recht behalten. Der November 2016 wurde für seine Firma zum besten seit sechs Jahren, meldet das Wall Street Journal. Seit dem 9. November, dem Tag der US-Wahl, stiegen ihre Aktien um acht Prozent. Die A-Aktien der Holding kosteten am Montag 240.000 Dollar je Schein – ein Allzeithoch. Auch die für Kleinanleger erschwinglichen B-Aktien kletterten auf ein Rekordhoch von 160,21 US-Dollar je Anteilsschein.

Darum hat Trump gewonnen

  • Frauen

    Clinton schnitt trotz Trumps frauenfeindlicher Äußerungen in der Wählergruppe deutlich schwächer ab als im Vorfeld erwartet. Zwar erhielt sie von Frauen zwischen 18 und 34 Jahren deutlich mehr Unterstützung als Trump, insgesamt aber betrug ihr Vorsprung bei Frauen mit 49 Prozent nur zwei Prozentpunkte. Zum Vergleich: Der scheidende Präsident Barack Obama schnitt 2012 bei Frauen sieben Prozentpunkte besser ab als sein damaliger Herausforderer.

  • Minderheiten

    Clinton kam Umfragen zufolge deutlich besser bei Amerikanern mit spanischen Wurzeln, Afroamerikanern, und Amerikanern mit asiatischen Wurzeln an. Allerdings erhielt sie nicht so viel Rückhalt wie Obama vor vier Jahren, der seine Wiederwahl besonders den Stimmen der Minderheiten verdankte.

  • Bildung

    Trump punktete besonders bei Wählern ohne College-Ausbildung. Insgesamt betrug sein Vorsprung auf Clinton in dieser Gruppe zwölf Prozentpunkte. Bei weißen Männern ohne höheren Bildungsabschluss schnitt er sogar um 31 Prozentpunkte besser ab, bei weißen Frauen ohne Abschluss waren es 27 Prozentpunkte.

  • Weiße Evangelikale

    Streng gläubige weiße Amerikaner haben Trump die Treue gehalten - trotz der sexuellen Missbrauchsvorwürfe, die gegen den Milliardär im Wahlkampf erhoben wurden. Etwa 76 Prozent der Evangelikalen gaben an, für Trump gestimmt zu haben.

  • Stadt-/Landbevölkerung

    Clinton tat sich in Ballungsräumen schwer, obwohl dort in der Regel viele Anhänger der Demokraten leben. Ihr Vorsprung auf Trump betrug dort gerade einmal sechs Prozentpunkte. In ländlichen Regionen schnitt Trump dagegen um 27 Prozentpunkte besser ab.

Die Kurssteigerungen kommen dem Investor gelegen. Schließlich hat Berkshire ein schwieriges Quartal hinter sich. Binnen Jahresfrist verringerte sich der Überschuss der Gesellschaft im dritten Quartal um 24 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar, gab Berkshire am 6. November bekannt. Der Umsatz trat mit 59,1 Milliarden Dollar auf der Stelle. Mit ein Grund für die schlechten Zahlen dürfte der Skandal um Phantomkonten bei der US-Bank Wells Fargo gewesen sein, an der die Holding mit rund zehn Prozent beteiligt ist. Nun sieht es aber so aus, als würde ausgerechnet der Bankensektor Berkshire wieder glänzen lassen – Trump sei Dank.

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