Nordkorea: Raketentest treibt Goldpreis

Nordkoreas Raketentest treibt Goldpreis: Anleger haben mehr Angst als nach der Wahl von Donald Trump

von Andreas Toller

Der Raketentest Nordkoreas schürt Kriegsängste, Anleger suchen Schutz und kaufen Gold. Der Goldpreis ist rasant gestiegen, auf mehr als 1300 Dollar. Ein Strohfeuer?

Der Irre aus Pjöngjang hat es wieder getan: Erneut hat Nordkorea einen Rakete getestet, diesmal überflog das Geschoss die japanische Insel Hokkaido. Seit Wochen wechseln sich Drohgebärden Nordkoreas mit Warnungen aus Washington ab. Bislang scheint Staatchef Kim Jong Un unbeeindruckt seinen Provokationskurs vorzusetzen und weiter Raketen zu testen.

Die sich verschlechternde Stimmung zwischen Nordkorea und den USA schürt Kriegsängste, militärische Einsätze wurden von beiden Seiten angedeutet. Auch die japanische Regierung verurteilte den Raketentest als gezielte Provokation. Die letzte nordkoreanische Rakete überflog Japan 2009.

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Der Konflikt mit dem Diktator Kim und seiner Administration droht zu eskalieren. Anleger reagieren auf derartige Krisen mit Goldkäufen. Gold schützt als sicherer Hafen vor Währungskrisen und sichert Vermögenswerte ab. Die Käufe haben den Goldpreis somit auf 1325 Dollar je Feinunze steigen lassen.

Nordkorea verschreckt Börsianer Der Dax taumelt, der Euro hebt ab

Nicht nur der erstarkende Euro belastet die Kurse: Nordkorea feuerte eine Rakete ab, die über Japan hinwegfliegt, die Anleger warten gespannt auf die Reaktion von US-Präsident Donald Trump.

Sorgen wegen Nordkorea: Dax reagiert deutlich auf Raketentest Quelle: REUTERS

Schon am Vorabend des Raketentests war Gold aufgrund des Raketentests bis Handelsschluss in New York auf mehr als 1309 Dollar gestiegen. Damit hatte der Goldpreis eine wichtige Widerstandszone unterhalb von 1300 Dollar durchbrochen, an der der Goldkurs zuvor mehrfach gescheitert war. Mit inzwischen 1325 Dollar ist Gold aktuell so teuer wie seit Anfang November 2016 nicht mehr, dem Tag nach der Wahl Donald Trumps. Charttechnisch ist damit der Weg frei für Notierungen bis knapp 1360 Dollar je Feinunze.

Gestützt wird der Goldpreis dabei von einem gesunkenen Dollarkurs. Währungen wie Euro, Franken oder Yen waren hingegen gefragt, zudem belastet politische Unsicherheit im Zusammenhang mit der Trump-Regierung. Auch andere, vermeintlich sichere Geldanlagen wie deutsche Staatsanleihen zogen das Geld sicherheitsorientierter Anlegern auf sich.

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In Währungskrisen behauptete sich Gold stets als ultimatives Zahlungsmittel. Warum Notenbanken auch heute noch Goldreserven halten, obwohl seit 46 Jahren keine Währung mehr an Gold gebunden ist – eine Zeitreise.

Tresorraum der Deutschen Bundesbank: Hier lagert ein Großteil der deutschen Goldreserven. Quelle: Presse

Die gestiegene Goldnachfrage bekamen auch die börsengehandelten Gold-Fonds zu spüren. Der größte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Trust, konnte am Montag seine Goldbestände um mehr als neun Tonnen aufstocken. Insgesamt verwaltet der Fonds Goldbestände von mehr als 814 Tonnen. Nur am Montag orderten die Goldfonds mehr als zehn Tonnen des Edelmetalls.

Ein wenig Rückenwind bekommt der Goldpreis auch von staatlicher Seite. Laut Internationalem Währungsfonds haben die Notenbanken von Russland auch Kasachstan im Juli ihre Goldreserven weiter aufgestockt. Indizien sprechen zudem dafür, dass auch die Türkei ihre Goldreserven weiter erhöht.

Größtes Risiko für den steigenden Goldpreis sind laut Russ Koestrich, leitender Investment-Stratege bei Blackrock, positive Überraschungen, etwa eine gelungene Steuersenkung der US-Regierung. Allerdings nur vorübergehend, denn langfristig würden die niedrigen Zinsen die politische Unsicherheit und Konfliktherde auf der ganzen Welt für stabile Nachfrage nach dem Edelmetall sorgen.

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Gold gilt als die sicherste Währung der Welt und wird besonders in Krisenzeiten gerne gekauft. Was wissen Sie über das Edelmetall?

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