Stelter strategisch: Praktisch alle Assetklassen haben von niedrigen Zinsen profitiert

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Stelter strategisch: Die Fed-Entscheidung schützt nur vorgezogene Gewinne

Praktisch alle Assetklassen haben von niedrigen Zinsen profitiert

Die Vermögensverwalter von GMO haben das in einem Kommentar vor einigen Monaten schön illustriert. Nehmen wir an, man wolle im Jahr 2026 ganz sicher über einen Betrag von einer Million US-Dollar verfügen. Der sicherste Weg dies zu tun, wäre einen Zerobond der US-Regierung mit Fälligkeit im Jahre 2026 zu kaufen. Dieser hätte keine laufenden Ausschüttungen, sondern alle Erträge inklusive Zins- und Zinseszins werden am Ende der Laufzeit mit der Tilgung geleistet. Nehmen wir an, diese Anleihe verzinst sich derzeit mit 1,625 Prozent, was einem heutigen Kurs von 851.127 US-Dollar entspricht. Wenn nun die Zinsen um einen Prozentpunkt fallen, steigt der Kurs der Anleihe auf 939.596 US-Dollar. Ein Gewinn von über 88.000 US-Dollar! Der Vermögensverwalter des Anlegers klopft sich auf die Schulter und kassiert eine schöne Erfolgsbeteiligung.

Doch ist der Anleger wirklich „reicher“ geworden? Natürlich nicht. Besteht weiterhin das Ziel im Jahre 2026 über eine Million US-Dollar zu verfügen, so wird das weiterhin erreicht. Mehr aber auch nicht. Geändert hat sich nur der Zinssatz mit dem abgezinst wird, nicht jedoch die Erträge. Die Kursgewinne der kommenden Jahre werden entsprechend tiefer ausfallen.

Nun mag man einwenden, dass man mit aktivem Handeln und gutem Gespür erkennt, welche Assets noch nicht so weit gestiegen sind und damit einen Zusatzertrag ermöglichen. Der Anleger in unserem fiktiven Beispiel könnte den Zerobond verkaufen und dafür auf Anleihen aus Schwellenländern setzen, in denen die Zinsen noch mehr Raum zum Fallen haben. Der Preis dafür ist jedoch die Aufgabe von Sicherheit, er muss mehr Risiken eingehen.

Steigende Zinsen lassen Börsen fallen

Hinzu kommt, dass eben praktisch alle Assetklassen vom Effekt der tieferen Zinsen profitiert haben. Überall wurden die künftigen Erträge in die Gegenwart geholt. Maue Renditen sind für die Zukunft zu erwarten, egal worein man investiert.

Noch schlimmer wäre es allerdings wenn die Zinsen wieder stiegen. Nicht, dass das angesichts der weltweiten Lage ein sehr realistisches Szenario wäre. GMO rechnet vor, dass bei einem Anstieg der Zinsen um 1,5 Prozent die US-Börse um 30 Prozent fallen müsste. Dies selbst, wenn der Zinsanstieg mit einer breiten wirtschaftlichen Erholung einhergehen würde.

Geldflut der Bank of Japan Das Desaster von Japans Zinsplanwirtschaft

Die japanische Notenbank verschärft die finanzielle Repression – und treibt das Land immer tiefer in die Staatswirtschaft. Dieser Weg führt in die Wohlstandsvernichtung.

Die Bank of Japan hat eine neue Phase ihrer Billiggeld-Politik eingeleitet. Quelle: REUTERS

Die Notenbanken haben sich in eine Ecke manövriert, wo sie immer weniger Wirkung mit ihren Maßnahmen erzielen – deshalb auch der Ruf nach Helikopter-Geld, also notenbankfinanzierten Staatsausgaben. Zinsen erhöhen können sie auf keinen Fall ernsthaft. Denn dann würden sie die Blase platzen lassen, die sie selbst aufgepumpt haben, statt die Luft über Jahrzehnte raus zu lassen.

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Aus Sicht der Anleger ist klar: Im optimistischen Fall haben wir lange Jahre mauer Renditen vor uns, im schlimmsten Fall droht eine herbe Anpassung mit deutlichen Kursverlusten, die uns der Vermögensillusion berauben, der wir angesichts unserer Depotauszüge unterliegen. Die besten Jahre liegen hinter uns und es ist keine gute Zeit, mehr Risiken einzugehen. Mehr Cash und weniger zinsabhängige Investitionen sind angesagt.

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