Tokio: Starker Yen lässt Börse einbrechen

Tokio: Starker Yen lässt Börse einbrechen

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Der Yen stieg im Handelsverlauf auf den höchsten Stand seit Ende 2014.

Von „heftigen Währungsbewegungen““ spricht Japans Finanzminister: Der Yen klettert auf ein 15-Monats-Hoch und belastet die Exporte. Den Anlegern gefällt diese Entwicklung überhaupt nicht.

Asiens Aktienmärkte haben am Dienstag - angeführt vom Kurseinbruch in Japan - eine steile Abwärtsbewegung hingelegt. Der japanlastige Stoxx-600-Asia/Pacific-Index fiel zuletzt um 4,52 Prozent auf 143,42 Punkte. Die Börsen in Festland-China und Hongkong waren und bleiben derweil auch an den kommenden Tagen wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen.

Auch dem deutschen Aktienmarkt steht nach Ansicht von Analysten ein weiterer trüber Tag bevor. Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart rutschte der außerbörsliche Indikator X-Dax um 0,73 Prozent auf 8914 Punkte. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex erstmals seit Oktober 2014 unter 9000 Punkten geschlossen - damit hat der Dax seit Jahresbeginn 16,42 Prozent verloren.

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Sorgen um den Bankensektor hätten die Märkte erneut abrutschen lassen und die Hoffnung auf eine Stabilisierung während der Feiertagswoche in China zerschlagen, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK.

Ein starker Yen, weiter sinkende Renditen bei Anleihen und die hohe Nervosität an den Finanzmärkten belasteten den japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor bis zum Handelsschluss 5,40 Prozent auf 16 085,44 Punkte. Im Handelsverlauf war er bis auf 16 025,94 Punkte abgerutscht und kam damit nur knapp vor dem Tief vom 21. Januar zum Stehen.

Der breiter gefasste Topix gab um 5,51 Prozent auf 1304,33 Punkte ab. Dieser Indikator war im Handelsverlauf bis auf 1 299,53 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014 gefallen.

Der Yen stieg im Handelsverlauf auf den höchsten Stand seit Ende 2014. Der steigende Wert der Währung verteuert die japanischen Exporte und unterläuft den geldpolitischen Kurs der Notenbank und der Regierung. Diese versuchen, mit einer Geldschwemme den Yen-Kurs zu drücken, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Zuletzt kostete ein US-Dollar 114,82 Yen und damit deutlich weniger als noch am Montag.

„Es ist eindeutig, dass es heftige Währungsbewegungen gegeben hat“, sagte Finanzminister Taro Aso. Zudem fiel die Rendite auf zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter null Prozent - ein weiteres Indiz für die Anomalie an den Finanzmärkten derzeit.

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Wie in Europa und den USA standen auch in Japan Finanztitel besonders unter Verkaufsdruck: So brachen die Aktien der Mitsubishi UFJ Financial Group um 8,7 Prozent ein und schlossen auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren. Der Geldsektor litt unter zunehmenden Ängsten vor schwachen Geschäftszahlen, Kreditausfällen und sogar Bankpleiten.

Auch andere Aktienmärkte gaben deutlich nach: In Australien fiel der ASX-200-Index um 2,88 Prozent auf 4832,08 Punkte. Der Sensex-Index im indischen Mumbai stand zuletzt 1,26 Prozent tiefer bei 23 982,13 Punkten.

Bereits am Montag hatten die europäischen und US-amerikanischen Börsen wegen Sorgen um einen globalen Wirtschaftsabschwung erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Der EuroStoxx-50-Index schloss mit einem Minus von 3,27 Prozent - der tiefste Endstand seit August 2013. Der US-Leitindex Dow Jones endete zwar „nur“ 1,10 Prozent tiefer, war im Verlauf jedoch um fast zweieinhalb Prozent abgesackt.

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