Donald Trump: Warum Trump die Wall Street kalt lässt

US-Wahlkampf und die Börse: Warum Trump die Wall Street kalt lässt

Ökonomen warnen vor den Folgen eines Trump-Wahlsiegs, doch die US-Aktienmärkte scheinen völlig unbekümmert. Trauen die Anleger dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner nichts zu?

Seit Monaten mischt Donald Trump den US-Wahlkampf auf und dominiert mit seinen umstrittenen Versprechen die Schlagzeilen. Obwohl der Präsidentschaftskandidat der Republikaner es schafft, die Medien für sich zu vereinnahmen, scheint der Rummel die Wall Street bislang kalt zu lassen. Ökonomen warnen zwar vor Trumps Plänen etwa zu Handel, Steuern oder Außenpolitik - doch die Anleger kümmert das kaum. Spielt das Thema an der Börse keine Rolle?

Auf jeden Fall tut es das, meint Experte Willem Verhagen vom Vermögensverwalter NN Investment Partners: „Die US-Wahlen sind inzwischen eindeutig auf dem Anlegerradar angekommen“. Für Börsianer stehe viel auf dem Spiel, denn die Programme der beiden Kandidaten seien so unterschiedlich wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Entsprechend hoch sei die Unsicherheit für die Finanzmärkte.

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Davon ist bisher allerdings wenig zu spüren. Die Anleger zeigten sich zuletzt alles andere als nervös - Mitte August schlossen die US-Leitbörsen Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq erstmals seit 1999 wieder auf Rekordhochs. Dabei stünde mit einem Präsident Trump - der massive Steuerkürzungen, weniger Freihandel und deutlich höhere Sicherheits- und Verteidigungsausgaben ankündigt - laut Volkswirten einiges Ungemach ins Haus.

Die Marke Donald Trump

  • Geschäftsmann

    Als Baulöwe, Casinobetreiber, Golfclubbesitzer und Ausrichter von Schönheitswettbewerben hat der New Yorker ein Vermögen von zehn Milliarden Dollar angehäuft – nach eigenen Angaben.

  • TV-Star

    Trumps Satz „You’re fired“, mit dem er in der Show „The Apprentice“ ehrgeizige Jungunternehmer feuerte, wurde zum geflügelten Wort.

  • Politiker

    Trump spendete auch an Demokraten wie die Clintons, tritt nun aber für die Republikaner an.

„Die Konsequenzen wären eine weniger offene US-Wirtschaft, höhere Defizite, die Bevorzugung sehr reicher Bürger sowie eine schwächere Wirtschaft mit weniger Beschäftigung und höherer Arbeitslosenquote“, warnt Martin Moryson, Chefökonom von Sal. Oppenheim. Moryson schätzt die Gefahren im Fall einer Trump-Wahl sogar so hoch ein, dass er das Ereignis als Hauptgrund anführt, warum die US-Notenbank Federal Reserve derzeit noch von einer Erhöhung der Leitzinsen absieht.

Wie passen die Bedenken der Experten und die Sorglosigkeit der Anleger zusammen? Für die Aktienstrategen vom US-Finanzdienstleister Federated Investors ist der Fall klar: Die Börsianer räumen Trump schlicht keine Chance ein. Die Entwicklung des S&P 500 zeige eine überwältigende Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg von Hillary Clinton an, heißt es in einer Analyse. Aktienmärkte neigten zu starken Verkäufen, wenn sie davon ausgehen, dass eine andere Partei die Macht übernehme. Das Gegenteil sei momentan der Fall.

„Die Märkte haben sich offenbar bereits entschieden, dass Clinton gewinnen wird und es kein enges Rennen gibt“, meint auch Analyst David Woo von der Bank of America. Die Börse setze derzeit auf einen „Erdrutschsieg“ der Demokratin. Das letzte Mal, dass eine Aktienmarkt-Rally während des US-Wahlkampfs eine klarere Sprache gesprochen hätte, sei 1984 gewesen, als Ronald Reagan weit vorne gelegen habe. Es gibt indes auch andere Interpretationen der aktuellen Lage an den Märkten.

Möglicherweise haben die Anleger auch noch gar nicht richtig Stellung bezogen. „Auch wenn es einen Favoriten gibt, will sich kein politischer Beobachter bereits jetzt wirklich festlegen“, sagt Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang. Die Unsicherheit in den USA dürfte bis in den November hinein hoch bleiben. Clinton führt derzeit zwar in fast allen US-weiten Umfragen vor Trump, liegt aber keineswegs uneinholbar weit vorn und zuletzt schmolz ihr Vorsprung wieder.

Zudem hat der Ausgang des Brexit-Votums in Großbritannien gezeigt, wie sehr die Finanzmärkte danebenliegen können. Bei dem Referendum über den EU-Ausstieg hatten die Auguren der Wall Street fast einhellig auf einen Verbleib gesetzt - und waren damit völlig auf dem falschen Fuß erwischt worden. „Es besteht ein ernsthaftes Risiko, dass das, was in Großbritannien passiert ist, auch hier passiert“, sagt Phil Orlando, Leiter der Aktienanalyse bei Federated Investors.

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