EZB: Yves Mersch für Register für faule Kredite

Europäische Zentralbank: Direktor Yves Mersch offen für Register für faule Kredite

Bild vergrößern

Zentrale der EZB

EZB-Direktor Yves Mersch hält EU-Register für faule Bankkredite für eine Möglichkeit um mehr Transparenz zu schaffen.

EZB-Direktor Yves Mersch hat sich offen gezeigt für ein EU-weites Register für faule Kredite der Banken. Ein solches Berichtssystem zusammen mit Transparenzstandards sei eine Möglichkeit, wie das Problem der vielen notleidenden Darlehen angegangen werden könne, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. "Aber wir müssen darauf achten, dass wir die Kreditgeber nicht über Gebühr stigmatisieren und die Vertraulichkeit angemessen respektieren," sagte der Luxemburger. Geldhäuser in der Union ächzen insgesamt unter Problemdarlehen in Höhe von rund 900 Milliarden Euro.

Nach Macron-Sieg Deutsche Wirtschaft dringt auf EZB-Zinswende

Die deutsche Wirtschaft sieht mit dem Sieg von Emmanuel Macron die Möglichkeit, dass die EZB ihre Niedrigzinspolitik aufgibt. Experten rechnen jedoch nicht mit einem raschen Kurswechsel.

Lutz Goebel, Präsident des Verbands der Familienunternehmer drängt auf die Zinswende der EZB. Quelle: dpa

Mehr Transparenz und Standardisierung bei ausfallgefährdeten Krediten könnten Mersch zufolge dabei helfen, einen Markt für solche Risiko-Darlehen zu schaffen. Die EU ringt schon seit langem nach einer Lösung für das Problem. Denn die notleidenden Kredite drücken nicht nur auf die Gewinne der Banken sondern bremsen Experten zufolge auch das Wachstum in der Ländergemeinschaft.

Anzeige

Mersch kündigte zudem an, dass die EZB "in der nicht allzuferner Zukunft" die spezielle Rolle der so genannten ABS-Papiere im Rahmen des weiterreichenden Themas der Zukunft der Anleihenkäufe nach 2017 überprüfen will. Solche Hypotheken-Papiere sind ein wichtiger Bestandteil des billionenschweren Wertpapier-Kaufprogramms der Währungshüter, das noch bis Ende dieses Jahres laufen soll. Volkswirte gehen davon aus, dass die Euro-Notenbank im September oder spätestens im Oktober entscheiden wird, wie es mit den Wertpapierkäufen nach dem Jahresende weitergehen soll.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%