Offene Immobilienfonds: Die Neulinge Swiss Life und Crosslane im Check

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Offene Immobilienfonds: Die Neulinge Swisslife und Crosslane im Check

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Das Einkaufszentrum "Ostsee Park" in Rostock gehört zum Immobilienportfolio der Swiss-Life-Tochter Corpus Sireo.

von Heike Schwerdtfeger

Einige offene Immobilienfonds haben sich durch die Schließung und Abwicklung der Milliardenvermögen blamiert. Aber Anleger investieren unverdrossen in die übrig gebliebenen Portfolios und das ruft einige neue Anbieter auf den Plan. Was ihre Produkte taugen.

Eine Immobilienblase fürchten diese Anleger nicht: Insgesamt 6,9 Milliarden Euro haben Fans des Betongoldes 2016 neu in offene Immobilienfonds investiert. Da zahlreiche Fonds dieser Kategorie abgewickelt werden und andere für Neugelder geschlossen sind, strömt das Geld in immer weniger Fonds. Das ändert sich allerdings langsam: Mit dem Schweizer Lebensversicherer Swiss Life und dem britischen Experten für Studentenappartements, Crosslane, treten zwei neue Anbieter mit in Deutschland aufgelegten und überwachten offenen Immobilienfonds in den Markt ein. Die WirtschaftsWoche hat sich die Neulinge angesehen.

Der Swiss Life Living and Working (ISIN DE000A2ATC31) bekommt zum Start ein dauerhaftes Kapital von rund 200 Millionen Euro von der Muttergesellschaft, die dort auch einen Teil ihrer Versichertengelder anlegen wird und damit vom Erfolg des Fonds überzeugt sein muss. Das ist für Anleger schon mal beruhigend, weil ein starker Ankerinvestor das nötige Startkapital zur Verfügung stellt.

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Verantwortlich für den Fonds ist mit Ingo Hartlief zudem Immobilienexperte, der als Vize-CEO von Corpus Sireo Real Estate und von 2002 bis 2010 als Vorstand beim genossenschaftlichen Fondshauses Union Investment viel Expertise im Immobilienbereich sammeln konnte. Corpus Sireo ist 2007 aus dem Zusammenschluss des Wohninvestors Corpus mit einer früheren Ausgründung des Immobilienbereichs der Deutschen Telekom entstanden, an dem sich Morgan Stanley beteiligt hatte. Inzwischen gehört das Unternehmen komplett zur Swiss Life, einem der größten Versicherer in der Schweiz. In Deutschland verwaltet das Haus bereits Immobilienbestände in Höhe von rund 14 Milliarden Euro.

Immobilienfonds Weniger solide als gedacht

Offene Immobilienfonds sind wegen solider Renditen gefragt. Doch ein höherer Shoppingcenter-Anteil könnte zu mehr Schwankungen führen.

Immobilienfonds: Einkaufszentrum "Diagonal Mar" in Barcelona. Quelle: Sergio Flores Manzano

Neue Generation von Immobilienfonds

Mit dem Swiss Life Living and Working startet eine fünfte Generation an offenen Immobilienfonds. Die ersten Fonds starteten mit kleinen Gewerbebauten aus Büros und Einzelhandelsflächen in den Fußgängerzonen der Republik von Düsseldorf bis Idar-Oberstein. Danach folgte eine Welle an hohen Mittelzuflüssen von Anlegern und die Immobilien, die die Fonds gekauft haben, wurden immer größer. Die dritte Generation an Fonds investierte stärker im Ausland und Übersee, die vierte sind die neuen Fonds nach neuem Recht, das es seit 2013 gibt, und bei denen für alle Anleger strenge Halte- und Kündigungsfristen gelten. Unter diesen Fonds gibt es bereits eine gewisse Spezialisierung auf Wohngebäude mit Produkten wie WertgrundWohnSelect D oder Fokus Wohnen Deutschland.

Zur fünften Generation zählt der Swiss-Life-Fonds. Er wird sehr breit investieren in Büroimmobilien, Nahversorgungszentren, Gesundheitsimmobilien und Wohnimmobilien. „Wir übernehmen die Ideen, die es bei Großanlegerfonds bereits gab, diversifizieren die Nutzungsarten, investieren europaweit und gehen mit unseren Investments auch in kleinere Städte ab 100.000 Einwohnern“, sagt Hartlief.

Mit der angestrebten Struktur hebt sich der Fonds ab von den großen offenen Immobilienfonds, die zu Zweidritteln vor allem in Bürogebäude und Einzelhandelsflächen investieren und dabei meist die Metropolen Europas bevorzugen.

Mit rund 67 Milliarden Euro, die Swiss Life Real Estate in Immobilien weltweit verwaltet, gehören sie zu den größten Immobilieninvestoren Europas. Die Schweizer wollen auch diesen Fonds unter die größten am Markt bringen, soviel lässt Hartlief durchblicken.

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