Strompreis: Warum Bonner am wenigsten und Sachsen am meisten zahlen

ThemaEnergiewende

Strompreis: Warum Bonner am wenigsten und Sachsen am meisten zahlen

, aktualisiert 04. April 2017, 11:06 Uhr
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Obwohl Strom ein einheitliches Produkt ist, kann der Preis regional sehr unterschiedlich ausfallen.

von Niklas Hoyer

Je nach Region fällt die Stromrechnung unterschiedlich aus. Zahlen Sie besonders viel? Oder besonders wenig? Finden Sie es heraus und erfahren Sie, wie Sie Ihre Stromrechnung drücken können.

Strom ist eigentlich ein sehr einheitliches Produkt. Doch sein Preis kann regional ganz unterschiedlich ausfallen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig Holstein müssen Verbraucher besonders tief in die Tasche greifen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Daten des Vergleichsportal Verivox zum jeweils günstigsten Stromtarif in den 100 größten deutschen Städten.

So kosteten 3500 Kilowattstunden (kWh) Strom - so viel verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt in etwa - in den Städten in Sachsen sieben Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Dresden, Leipzig und Zwickau stechen dabei als besonders teuer hervor; so kosten 3500 kWh in Dresden zehn Prozent mehr als im Schnitt der 100 Städte. Im kleinen Saarland hingegen lagen die Kosten 6,5 Prozent unter dem Bundesschnitt. Betrachtet man die einzelnen Städte, ist Bonn die Hauptstadt der günstigen Strompreise: Hier müsste der Zwei-Personen-Haushalt im Jahr nur 723 Euro zahlen, 12,5 Prozent weniger als im Durchschnitt.

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Und die Situation hat sich zuletzt weiter verschärft: So stiegen die Preise zwischen Anfang September 2016 und Ende März 2017 ausgerechnet in Sachsen und Sachsen-Anhalt jeweils um mehr als zehn Prozent und damit überdurchschnittlich stark, also dort, wo Strom ohnehin schon besonders teuer war. Im günstigen Saarland legten sie um weniger als vier Prozent zu - der geringste Zuwachs. Auf Ebene der Städte legten ebenfalls teure Städte besonders stark zu, günstige viel weniger: So verteuerte sich die Stromrechnung in Dresden um 11,5 Prozent, während sie in Bonn nur um 5,9 Prozent zulegte.

Eine interaktive Kartengrafik zu den Stromkosten je nach Bundesland und dem Preisanstieg finden Sie unten.


Durchschnitt nach Bundesland, ermittelt aus jeweils günstigstem Angebot (Normalstrom mit Bonus) mit fairen Konditionen in den 100 größten Städten, Quelle: Verivox


Woran liegen diese doch großen Preisunterschiede? Es sind verschiedene Faktoren, die Strom je nach Region teuer oder günstig machen. Ganz grob machen Beschaffungskosten (zuzüglich Gewinnmarge des Stromanbieters), EEG-Umlage, Netzkosten und Steuern (Strom- und Umsatzsteuer) je ein Viertel des von Privatkunden gezahlten Endpreises aus. Während die Beschaffungskosten jüngst gefallen sind, sind EEG-Umlage und Netzkosten gestiegen.

Die zu Jahresbeginn von 6,35 Cent auf 6,88 Cent je Kilowattstunde gestiegene EEG-Umlage trifft aber grundsätzlich alle Haushalte im Bundesgebiet gleich stark. Die Netzkosten hingegen unterscheiden sich regional. In den neuen Bundesländern sind sie oft besonders hoch, weil die Besiedlung weniger dicht ist. Damit können Kosten auf weniger Haushalte umgelegt werden. In Berlin wirkt der gegenteilige Effekt: Die dichte Besiedlung drückt hier die Netzgebühren. Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und 50 Hertz erhöhten ihre Gebühren zu Jahresbeginn zudem besonders stark, um 80 beziehungsweise 45 Prozent. Sie sind besonders von schwankenden Stromflüssen betroffen, weil zahlreiche Windkraftanlagen an ihr Netz angeschlossen sind. Daher müssen sie häufiger Strom aus Reservekraftwerken zukaufen oder aber bei Überproduktion Windkraftanlagen gegen Bezahlung vom Netz nehmen.

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