Insolvenzen: Auch kleine Pleiten sind alles andere als fein

KommentarInsolvenzen: Auch kleine Pleiten sind alles andere als fein

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Wenn kleine Finanzdienstleister und Banken zusammenkrachen, stehen Anleger schnell allein da. Selbst Gerichtsurteile sind dann nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.

von Niklas Hoyer

Wenn kleine Finanzdienstleister und Banken zusammenkrachen, stehen Anleger schnell allein da. Selbst Gerichtsurteile sind dann nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.

In den vergangenen Wochen schien das Landgericht Itzehoe zur letzten Rettung für Hunderte Anleger zu werden. Sie fühlen sich vom Finanzdienstleister Accessio (ehemals Driver & Bengsch) betrogen, der sie erst mit hohen Tagesgeldzinsen lockte, ihnen dann aber risiko- und letztlich verlustreiche Wertpapiere angedreht hatte.

Das Geld der Kunden floss überwiegend in ein Geflecht mittelständischer Unternehmen, von denen einige mittlerweile in die Insolvenz gerutscht sind. Die WirtschaftsWoche hatte frühzeitig über mögliche Beratungsfehler und das Risiko einer Kettenreaktion berichtet (WirtschaftsWoche 19/2008 und 5/2009). In einigen noch nicht rechtskräftigen Urteilen sprach das Landgericht Anlegern bis zu 200 000 Euro Schadensersatz zu, da sie beim Wertpapierkauf nicht ordentlich beraten worden seien.

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Lektion gelernt

Trotz der Urteile dürften viele Accessio-Kunden auf ihren Verlusten sitzen bleiben. Das liegt an der Größe des Finanzdienstleisters. Allein die Prozessrückstellungen überstiegen Accessios Finanzkraft, das Unternehmen musste Insolvenz beantragen. Jetzt ruht die Hoffnung der Kunden auf dem Haftpflichtversicherer des Unternehmens, der Allianz. Doch die springt erst für Summen über 5000 Euro pro Fall ein. Außerdem ist die insgesamt versicherte Schadenssumme laut dem Insolvenzverwalter auf 500 000 Euro jährlich beschränkt. Insgesamt sollen Kunden aber mehr als 20 Millionen Euro Schadensersatz fordern – die meisten dürften leer ausgehen.

Sie haben ihre Lektion gelernt: Anleger sollten besonders bei kleineren Banken und Finanzdienstleistern genau darauf achten, wie sicher ihr Geld im Krisenfall ist. Selbst Garantien sind nur so viel wert wie der Garantiegeber.

Taugt die Garantie, bleiben ihnen Verluste bei Pleiten erspart. So wie aktuell bei der Noa Bank. Die Bank war 2009 gestartet. Bis zu 15 000 Sparer ließen sich von 2,2 Prozent fürs Tagesgeld locken und legten fast 300 Millionen Euro an. Nun machte die Finanzaufsicht BaFin die Bank wegen drohender Überschuldung dicht. Insgesamt hatte die Bank nur 60 Millionen Euro an Kredit vergeben – fast die Hälfte an ein Tochterunter-nehmen, das jetzt Insolvenz beantragte.

Doch Noa-Kunden sind weitgehend geschützt. Zwar gehört die Bank nicht der Einlagensicherung der Privatbanken an. Die gesetzliche Einlagensicherung deckt bei Girokonten, Tages- und Festgeld aber 50 000 Euro pro Sparer ab. Wer unter dieser Summe geblieben ist, muss nun wochenlang auf sein Geld warten, verloren ist es aber nicht. Nur Kunden, die Genussscheine gekauft haben, müssen sich auch bei Noa auf hohe Ver-luste einstellen.

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