Steuererklärung: Studienkosten wirken nur mit Tricks steuermindernd

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Steuererklärung: Studienkosten wirken nur mit Tricks steuermindernd

von Niklas Hoyer

Viele Eltern oder ihre Kinder selbst geben Ausbildungskosten in ihrer Steuererklärung an. Richtig zahlt sich das aber nur aus, wenn die Berufsausbildung in mehreren Stufen erfolgt.

Seit einer Gesetzesänderung, die rückwirkend bis 2004 gewirkt hat, können Studenten Kosten von Erststudium oder Erstausbildung nur noch als Sonderausgaben steuerlich abziehen, bis maximal 6000 Euro pro Jahr. Der große Nachteil: Während nicht verbleibende Werbungskosten (also steuerliche Verluste) auch in Folgejahre übertragen werden können, können Sonderausgaben nur mit Einkünften desselben Jahres verrechnet werden. Studenten bringen Sonderausgaben daher nur etwas, wenn sie nebenher schon entsprechend hohe Einkünfte haben.

Das dürfte eher selten der Fall sein. Wer sich gegen die umstrittene Regelung wehren möchte, hat noch eine Chance: Studenten im Erststudium können ihre Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. Das Finanzamt wird das zwar ablehnen.

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Checkliste: Diese Belege helfen Steuern sparen

  • Einkünfte

    Lohnsteuerbescheinigung

    Bescheinigung über
    - Arbeitslosengeld/ Elterngeld/ Kurzarbeitergeld
    - Krankengeld / Mutterschaftsgeld

    bei Rentenbezug (z. B. Alters-, Erwerbsunfähigkeits-, Witwen-, private Versicherungsrenten)
    - bei erstmaligem Bezug den Rentenbescheid
    - jährliche Rentenbescheinigung

    Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen (z. B.: Bausparvertrag): Anlage VL

    Belege über Nebeneinkünfte

    Quelle: Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V.

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen

    Jahreszinsbescheinigungen, etwa von Bausparkassen, Banken, Fondsgesellschaften

    Steuerbescheinigungen bei einbehaltener Zinsabschlagsteuer (Abgeltungsteuer)

    Belege über Verkauf von Aktien / Grundstücken / Vermögenswerten etc.

  • Kinder

    bis 14 Jahre: Betreuungskosten z. B. Gebühren für Kindergarten, -hort, Babysitter, Tagesmutter

    über 18 Jahre: Ausbildungs- und Lehrverträge, Immatrikulationsbescheinigung bei Studium

    im Ausland: Familienstandsbescheinigung

    Belege über Schulgeld, Krankenversicherungsbeiträge, Lohnsteuerbescheinigung des Kindes, Waisenrentenbescheinigung

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

  • Werbungskosten

    Gewerkschaftsbeiträge, Unfallversicherung, Rechtschutzversicherung

    Bewerbungskosten (z. B. Kopier-, Porto-, und Fahrtkosten, Bewerbungsmappen)

    Reisekosten: Erhöhte Fahrtkosten, Verpflegungspauschalen, Unterkunftskosten (z. B. Kraftfahrer, Bauarbeiter, Außendienst)

    Winterbeschäftigungsumlage

    Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte, Auswärtstätigkeit
    - Entfernungs-km, Anzahl Fahrten
    - Sammelbeförderung z. B. Werkbus (TÜV-Bericht / ASU / Inspektionsrechnungen immer aufheben wg. km-Stand)
    - Unfallkosten PKW

    Arbeitsmittel (z. B. Computer, Druckerpatronen, Büromaterial, Werkzeug, Berufskleidung, Fachliteratur)

    doppelte Haushaltsführung (Miete, Mietnebenkosten, notwendiger Hausrat, Zweitwohnungssteuer)

    Steuerberatungskosten

    Fortbildungskosten (Kurs- und Prüfungsgebühren, Kosten für ein Zweitstudium)

    Arbeitszimmer (sofern der Arbeitgeber keinen geeigneten Arbeitsplatz stellt)

    beruflich veranlasste Umzugskosten (Spediteur, Umzugshelfer, Renovierungskosten, Anschlussgebühren, etc.)

  • Außergewöhnliche Belastungen

    rankheitskosten (z. B. Medikamente, Zahnarzt, Brille, Krankenhausaufenthalt, Kur, Physiotherapie)

    Fahrtkosten zum Arzt (Anzahl der Fahrten und km)

    Scheidungskosten / Beerdigungskosten

    Kosten für Haushaltshilfe

    Nachweis über Behinderung (Behindertenausweis, Bescheinigung vom Versorgungsamt, Rentenbescheid über Unfallrente)

    Unterhaltsleistungen Kinder / Ehefrau / Eltern / Großeltern / Lebensgefährte/in

    Krankenversicherungsbeiträge für unterhaltene Personen

  • Sonderausgaben

    Riester-Rente

    Rürup-Rente (Basisrente)

    Versicherungsbeiträge (z. B. Lebens-, Haftpflicht-, Kfz-, Unfallversicherung)

    Krankenversicherung: Nachweis Basistarif, Beitragserstattungen

    Spendenbescheinigungen

  • Handwerkerleistungen/ haushaltsnahe Dienstleistungen

    Haushaltsnahe Dienstleistungen:

    Reinigung, Gartenpflegearbeiten (wie z. B. Rasenmähen oder Heckenschneiden), Schneeräumen

    Umzugsdienstleistungen (Umzugsspedition)

    Pflege von kranken Personen

    Handwerkerleistungen:

    Arbeiten an Haus oder Wohnung, Reparatur und Wartung von Gegenständen, Kontrollaufwendungen (z. B. Gebühr für den Schornsteinfeger)

    Hinweis: Alle Arbeiten müssen im oder am Haus bzw. an Wohnung vorgenommen worden sein

    Voraussetzungen:

    Begünstigt ist nur der Arbeitslohn, einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen und Fahrtkosten - keine Leihgebühr für Maschinen

    Hinweis: Kontoauszüge müssen die Bezahlung per Überweisung belegen

  • Immobilien

    Vermieter:
    - Kaufvertrag, Makler-, Auflassungsgebühr, Grunderwerbssteuer, Notarkosten
    - Bau-, Reparaturrechnungen, Zinsbescheinigungen

    Sonderabschreibung:
    - für ein Baudenkmal, Gebäudesanierung

Dann aber legen die Studenten Einspruch ein und beantragen mit Verweis auf mehrere ausstehende Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14 und 2 BvL 26/14) das Ruhen des Verfahrens. Wann mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu rechnen ist, ist derzeit noch offen.

Studienkosten als zweite Berufsausbildung bieten mehr Vorteile

Sonst kann es allenfalls mit Tricks klappen, die Studienkosten doch als Werbungskosten anerkannt zu bekommen. So werden die Kosten eines Zweitstudiums, eines Studiums nach abgeschlossener Ausbildung und eines Studiums im Rahmen eines Dienstverhältnisses weiterhin als Werbungskosten akzeptiert. Studenten, die vor Studienbeginn eine Ausbildung absolvieren, haben so steuerliche Vorteile. Ihre Kosten werden dann zu Werbungskosten.

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Medizinstudenten entscheiden sich deshalb teilweise für eine vorgeschaltete Ausbildung als Rettungssanitäter. Im Schnelldurchlauf lässt sich die in vier bis sechs Monaten absolvieren. Doch seit Anfang 2015 reichen Kurzausbildungen nicht mehr: Nach einer Gesetzesänderung gelten nur noch Ausbildungen von wenigstens zwölf Monaten und mit Abschlussprüfung.

Doch in einigen Fällen sind solche Tricks gar nicht nötig: Masterstudiengänge nach einem Bachelor zählen genauso als Zweitstudium wie ein Referendariat nach dem Ersten Staatsexamen, etwa bei Jura-Studenten.

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