Finanzkrise und die Folgen: Was droht in einer Weltwirtschaftskrise?

Finanzkrise und die Folgen: Was droht in einer Weltwirtschaftskrise?

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Spielende Kinder im Jahr 1923: Nach der Hyperflation war die damalige Reichsmark nichts mehr als Altpapier

Das Undenkbare denken: Was wäre, wenn das Finanzdesaster doch noch zur Weltwirtschaftskrise wird, vergleichbar mit den schweren Krisen des 20. Jahrhunderts? Welche Anlagen haben Bestand, welche werden untergehen? Eine Analyse der Vergangenheit – und ein Ausblick auf ein mögliches Szenario.

„Banken können nicht pleitegehen“, „Wenn die eine Anlageklasse fällt, steigt dafür die andere“, „Tagesgeld ist bestenfalls als Parkstation akzeptabel“, „Europäische Staatsanleihen sind sicher“ – das sind lauter Weisheiten, die die Finanzkrise auf den Friedhof der Wirtschaftsgeschichte befördert hat. Allen Börsen-Zwischenerholungen zum Trotz: Das angebliche Licht am Ende des Finanzkrisen-Tunnels erweist sich immer wieder als die Leuchte des entgegenkommenden Zuges.

In nie gekannter Geschwindigkeit eskalieren die Ereignisse an den globalen Finanzplätzen, die Realwirtschaft ist längst infiziert, die Kreditklemme nachweisbar. Inzwischen quält nicht nur ältere Menschen die Frage: Wie war das noch 1923 mit der Hyperinflation, mit der Weltwirtschaftskrise 1929, der Währungsreform 1948?

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Trauen wir uns doch, weiterzudenken.

Die WirtschaftsWoche hat mit Experten ein Szenario auf Basis bereits bekannter Fakten entwickelt, das in eine globale Depression mündet. Unter dieser Annahme: Was sind Aktien, Anleihen, Versicherungen, Immobilien und Spareinlagen dann noch wert? Und kann man aus den Krisen der Vergangenheit für die Zukunft lernen?

Der Ist-Zustand. Er allein reicht schon, auch gelassene Naturen bange zu machen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft „in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg“ und erwartet allein bei von amerikanischen Banken vergebenen Krediten Abschreibungen von 2200 Milliarden Dollar. „Trotz weitreichender Maßnahmen der Politik bleiben akute Verspannungen an den Finanzmärkten, die der Realwirtschaft zusetzen“, kauderwelschten vergangene Woche die IWF-Volkswirte.

Deflation: Preisrutsch auf breiter Front

Was gemeint ist: Anleihe- und andere Märkte stehen in einer Schockstarre, weil kein Handel mehr stattfindet (etwa bei Pfandbriefen); bei Unternehmen brechen die Umsätze in seit Generationen nicht mehr gekannter Geschwindigkeit zusammen. Täglich kündigen weltweit Konzerne ihren Mitarbeitern.

Caterpillar will 20.000 Menschen auf die Straße setzen, SAP 3000, Philips 6000, bei der Commerz/Dresdner Bank werden wohl 9000 ihren Job verlieren. Der Ölpreis sackt ab, die für Deutschland lebenswichtigen Automobilhersteller liefern sich Rabattschlachten. Der IWF warnt vor den Risiken eines Preisrutschs auf breiter Front, einer Deflation also.

Weil Regierungen dies um alles in der Welt vermeiden wollen, pumpen sie Milliarde um Milliarde in die Finanzmärkte – und treiben so die Staatsverschuldung: 51.000 Milliarden Dollar haben allein die USA an Schulden aufgehäuft; nicht eingerechnet die 8500 Milliarden neuer Garantien und Wirtschaftshilfen. US-Staatsanleihen im Wert von bis zu 2500 Milliarden Dollar werden allein in diesem Jahr in den Markt gedrückt. In Europa kommen 2009 neue Staatspapiere im Gegenwert von 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Euro-Länder neu auf den Markt – weil alte Anleihen auslaufen und weil die Staaten mehr Geld brauchen.

Die Blaupause für das, was den größeren Wirtschaftsnationen noch droht – enorme Preissteigerungen nach Wirtschaftsdepression und unvorstellbaren Schulden – könnte Island liefern. Wie heißes Wasser aus dem Inselgeysir Strokkur schießt dort, trotz eines dramatischen Wirtschaftseinbruchs, inzwischen die Inflation in die Höhe. Zuletzt lag sie bei zehn Prozent.

Investieren macht keinen Spaß mehr: Aktionärsvermögen von 30.000 Milliarden Dollar hat sich in Luft aufgelöst; in Deutschland sinkt die Zahl der Aktionäre rapide; Milliarden liegen in Festgeldern.

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56 Kommentare zu Finanzkrise und die Folgen: Was droht in einer Weltwirtschaftskrise?

  • Liebe Wirtschaftswoche. Danke für diesen Artikel. ich denke auch, die Zeit für das Ende der Gesundbeterei ist gekommen. Meiner Meinung nach schon vor ca. einem Jahr. Die Schuldenberge sind unermesslich, der Abtrag auf normalem Wege kaum mehr möglich.
    Es geht nur noch um Vermeidung von Suppenküchen, Ausschreitungen und einen intelligenten Systemreset. Der politischen Kaste und dem beamtenapperat traue ich dieses allerdings nicht mehr zu.

  • "Angenommen wird, dass die Weltwirtschaft über drei bis fünf Jahre schrumpft, teils mit zweistelligen Raten"

    Super Annahme. ist das durch irgendwas belegt oder etwa gar investigativer Journalismus? Echt "spannend", was man hier immer so lesen muss...

  • die Erde wird untergehen!!!!
    Zum Glück kann ich nichts verlieren, weil ich auch nichts habe.
    Und ich dachte, ich muß bis 2012 warten, bis die Welt zerstört ist.

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