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Finanzkrise und die Folgen: Was droht in einer Weltwirtschaftskrise?

von Mark Böschen, Frank Doll, Martin Gerth, Anke Henrich, Stephanie Heise, Niklas Hoyer, Elke Pickartz, Anton Riedl und Christof Schürmann

Das Undenkbare denken: Was wäre, wenn das Finanzdesaster doch noch zur Weltwirtschaftskrise wird, vergleichbar mit den schweren Krisen des 20. Jahrhunderts? Welche Anlagen haben Bestand, welche werden untergehen? Eine Analyse der Vergangenheit – und ein Ausblick auf ein mögliches Szenario.

Spielende Kinder im Jahr 1923, dem Jahr der Hyperinflation Quelle: AKG
Spielende Kinder im Jahr 1923: Nach der Hyperflation war die damalige Reichsmark nichts mehr als Altpapier Quelle: AKG

„Banken können nicht pleitegehen“, „Wenn die eine Anlageklasse fällt, steigt dafür die andere“, „Tagesgeld ist bestenfalls als Parkstation akzeptabel“, „Europäische Staatsanleihen sind sicher“ – das sind lauter Weisheiten, die die Finanzkrise auf den Friedhof der Wirtschaftsgeschichte befördert hat. Allen Börsen-Zwischenerholungen zum Trotz: Das angebliche Licht am Ende des Finanzkrisen-Tunnels erweist sich immer wieder als die Leuchte des entgegenkommenden Zuges.

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In nie gekannter Geschwindigkeit eskalieren die Ereignisse an den globalen Finanzplätzen, die Realwirtschaft ist längst infiziert, die Kreditklemme nachweisbar. Inzwischen quält nicht nur ältere Menschen die Frage: Wie war das noch 1923 mit der Hyperinflation, mit der Weltwirtschaftskrise 1929, der Währungsreform 1948?

Trauen wir uns doch, weiterzudenken.

Die WirtschaftsWoche hat mit Experten ein Szenario auf Basis bereits bekannter Fakten entwickelt, das in eine globale Depression mündet. Unter dieser Annahme: Was sind Aktien, Anleihen, Versicherungen, Immobilien und Spareinlagen dann noch wert? Und kann man aus den Krisen der Vergangenheit für die Zukunft lernen?

Der Ist-Zustand. Er allein reicht schon, auch gelassene Naturen bange zu machen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft „in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg“ und erwartet allein bei von amerikanischen Banken vergebenen Krediten Abschreibungen von 2200 Milliarden Dollar. „Trotz weitreichender Maßnahmen der Politik bleiben akute Verspannungen an den Finanzmärkten, die der Realwirtschaft zusetzen“, kauderwelschten vergangene Woche die IWF-Volkswirte.

Deflation: Preisrutsch auf breiter Front

Was gemeint ist: Anleihe- und andere Märkte stehen in einer Schockstarre, weil kein Handel mehr stattfindet (etwa bei Pfandbriefen); bei Unternehmen brechen die Umsätze in seit Generationen nicht mehr gekannter Geschwindigkeit zusammen. Täglich kündigen weltweit Konzerne ihren Mitarbeitern.

Caterpillar will 20.000 Menschen auf die Straße setzen, SAP 3000, Philips 6000, bei der Commerz/Dresdner Bank werden wohl 9000 ihren Job verlieren. Der Ölpreis sackt ab, die für Deutschland lebenswichtigen Automobilhersteller liefern sich Rabattschlachten. Der IWF warnt vor den Risiken eines Preisrutschs auf breiter Front, einer Deflation also.

Weil Regierungen dies um alles in der Welt vermeiden wollen, pumpen sie Milliarde um Milliarde in die Finanzmärkte – und treiben so die Staatsverschuldung: 51.000 Milliarden Dollar haben allein die USA an Schulden aufgehäuft; nicht eingerechnet die 8500 Milliarden neuer Garantien und Wirtschaftshilfen. US-Staatsanleihen im Wert von bis zu 2500 Milliarden Dollar werden allein in diesem Jahr in den Markt gedrückt. In Europa kommen 2009 neue Staatspapiere im Gegenwert von 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Euro-Länder neu auf den Markt – weil alte Anleihen auslaufen und weil die Staaten mehr Geld brauchen.

Die Blaupause für das, was den größeren Wirtschaftsnationen noch droht – enorme Preissteigerungen nach Wirtschaftsdepression und unvorstellbaren Schulden – könnte Island liefern. Wie heißes Wasser aus dem Inselgeysir Strokkur schießt dort, trotz eines dramatischen Wirtschaftseinbruchs, inzwischen die Inflation in die Höhe. Zuletzt lag sie bei zehn Prozent.

Investieren macht keinen Spaß mehr: Aktionärsvermögen von 30.000 Milliarden Dollar hat sich in Luft aufgelöst; in Deutschland sinkt die Zahl der Aktionäre rapide; Milliarden liegen in Festgeldern.

Lesen Sie auf Seite 2, wie sich die Wirtschaft im schlimmsten Fall entwickelt.

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56 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.10.2011, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: Mr. Bankokratie

    Panikmache? Emotionslos betrachtet existiert die größte Überschuldungsblase in der Geschichte der Menschheit, deren Abbau zwar verzögerbar, aber nicht verhinderbar ist und Pappnasen reden hier von herbeigeredeter Panikmache?

    Historisch betrachtet überleben nur diejenigen die vorbereit sind/waren. Das Eichhörnchen vergräbt seine Nüsse doch auch nicht nur aus Panik, sondern in weiser Voraussicht des nächsten Winters.

  • 02.11.2010, 09:52 UhrAnonymer Benutzer: Bernd

    kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, diese ganze Panik mache verursacht überhaupt erst die Krise.

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  • 29.04.2010, 13:51 UhrAnonymer Benutzer: xjrpeter

    Verdammte scheiß EU !!! Was haben die doch so schlauen Politiker uns da für eine Suppe eingebrockt. Es werden Gesetzte beschlossen kein bundesbürger wird gefragt. Aber wer muß für die Scheiße gerade stehen?? DER STEUERZAHLER!!! habe den eindruck das in brüssel alles hoch inteliegente Leute sitzen die aber nicht wissen was sie tun. Wir haben selber kein Geld für Strassenbau, Schulen, Krankenkassen und Rentenkasse. Aber 135 Milliarden für Griehenland, und wieviel zahlen wir für Spannien und Portugal ???
    Glauben die in brüssel den im ernst das sie von dem Geld noch was wiedersehen-- Wie blind sind die eigendlich. Aber mit uns kann man es ja machen. ich weis auf jedenfall was ich demnächst wähle.

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