Wolfgang Schäuble: Der Minister, für den nichts neu ist

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PremiumWolfgang Schäuble: Der Minister, für den nichts neu ist

11. September 2017
von Simon Book

Niemand verteidigt Ordnungspolitik störrischer als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Das ist sein Image. Dabei knickt der CDU-Grande immer wieder ein – und zahlt.

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Wolfgang Schäuble ist knallhart

Freitagabend im Rheinland, Wahlkampf ganz tief in Nordrhein-Westfalen. Dülken ist ein Nest bei Viersen, das Bürgerhaus ein abgedunkelter Saal, in dem eine Blaskapelle vor sich hin trötet. Die örtliche Prominenz ist versammelt, denn die große Politik hat sich angekündigt. Nicht einfach nur aus Berlin. Nein, Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen, kommt eingeflogen aus: Afrika! Fast 10.000 Kilometer Luftlinie von Dülken. Als könne er es selbst nicht begreifen, überschlägt sich die Stimme des Ortsvorsitzenden: „Heute wollen wir den Bundesfinanzminister begrüßen, der eigens aus Südafrika zu uns gekommen ist.“

Schäuble wedelt den Satz mit der Hand weg. Er könnte das jetzt einfach so stehen lassen. Aber der Minister will noch ein wenig mit seiner Reise kokettieren, seiner Weltläufigkeit. „Ich musste da mal eben hin“, sagt er. Sein südafrikanischer Kollege habe ihn gebeten, beim Weltwirtschaftsforum vorbeizukommen. Es sei ja auch nur ein Tag gewesen: zwölf Stunden hin, ein paar Reden, ein Essen, zwölf Stunden zurück. „Kein Problem“, sagt Schäuble. Den gut 300 Zuhörern klappen die Kinnladen runter.

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