Friedensnobelpreis geht an Kolumbiens Präsidenten

Oslo: Friedensnobelpreis geht an Kolumbiens Präsidenten

, aktualisiert 07. Oktober 2016, 12:09 Uhr
Bild vergrößern

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos ist mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos. Das teilte das norwegische Nobelpreiskomitee am Freitag in Oslo mit.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos bekommt den Friedensnobelpreis 2016. Er erhält die Auszeichnung „für seine entschlossenen Anstrengungen, den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg in dem Land zu beenden“, wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekanntgab. Im September hatten Santos und der Chef der linken Farc-Guerilla, Rodrigo Londoño alias „Timochenko“, Geschichte geschrieben, als sie nach Jahrzehnten des Konflikts mit mehr als 220.000 Toten und Millionen Vertriebenen einen Friedensvertrag unterzeichneten.

Den Nobelpreis erhält Santos als Initiator des Friedensprozesses nun, obwohl die Kolumbianer das Abkommen zwischen Regierung und Rebellen am vergangenen Sonntag in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit abgelehnt hatten. „Die Tatsache, dass eine Mehrheit der Wähler „Nein“ zu dem Friedensabkommen gesagt hat, heißt nicht zwingend, dass der Friedensprozess gestorben ist“, hieß es in der Preisbegründung. „Das Referendum war keine Abstimmung für oder gegen Frieden.“

Anzeige

Der Präsident habe klargestellt, „dass er bis zu seinem letzten Tag im Amt weiter auf Frieden hin arbeiten will“, sagte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Kaci Kullmann Five, am Freitag. „Das Komitee hofft, dass der Friedenspreis ihm Kraft geben wird, diese herausfordernde Aufgabe zu meistern.“

Die Friedensnobelpreisträger der letzten zehn Jahre

  • 2006

    Der Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus (Bangladesch) und die von ihm gegründete Grameen Bank - für die Idee, Kleinstkredite an Arme zu vergeben.

  • 2007

    Ex-US-Vizepräsident Al Gore und der UN-Klimarat - für ihren Beitrag zur Mobilisierung gegen eine drohende Klimakatastrophe

  • 2008

    Finnlands Ex-Präsident Martti Ahtisaari - für seine Vermittlung in Kriegen und Konflikten, etwa im Bürgerkrieg in der indonesischen Provinz Aceh.

  • 2009

    US-Präsident Barack Obama - für seinen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern.

  • 2010

    Der Menschenrechtler Liu Xiaobo (China) - wegen seines langen und gewaltfreien Kampfes für die Menschenrechte in seiner Heimat.

  • 2011

    Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee (beide Liberia) sowie Tawakkul Karman (Jemen) - für gewaltfreien Kampf zur Stärkung der Rechte von Frauen.

  • 2012

    Die Europäische Union - für ihren 60 Jahre währenden Beitrag für Frieden, Demokratie und Menschenrechte in Europa.

  • 2013

    Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen - für den Einsatz gegen die weltweit geächteten Massenvernichtungswaffen.

  • 2014
  • 2015

    Das tunesische Quartett für einen nationalen Dialog. Dem Dialogquartett gehören der tunesische Gewerkschaftsverband UGTT, der tunesische Arbeitgeberverband, die Menschenrechtsliga des Landes und die Anwaltskammer an.

Dass die Jury Farc-Chef Londoño nicht ebenfalls mit der Auszeichnung bedacht hat, wollte Kullmann Five nicht kommentieren. „Wir sagen nie, wieso jemand den Preis nicht bekommen hat.“ Der Preis solle aber auch als Anerkennung für alle am Friedensprozess beteiligten Parteien und das kolumbianische Volk gesehen werden, „das die Hoffnung auf Frieden trotz großem Elend und großen Missständen nicht aufgegeben hat“, teilte das Komitee mit. Er solle auch die Vertreter der „unzähligen Opfer des Bürgerkriegs“ ehren und als Ansporn für alle dienen, die den Frieden in Kolumbien vorantreiben wollen.

Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter einer Rekordzahl von Anwärtern entscheiden müssen. 376 Kandidaten - 228 Personen und 148 Organisationen - waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

Im vergangenen Jahr hatte das fünf Mitglieder starke Nobelkomitee das tunesische Quartett für den nationalen Dialog ausgezeichnet. Der Zusammenschluss aus Gewerkschaftsverband, Arbeitgeberverband, Menschenrechtsliga und Anwaltskammer war für den gemeinsamen Einsatz für Demokratie in Tunesien geehrt worden. Wie die anderen Nobelpreise wird der mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 850.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, verliehen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%