Außenminister: Gabriel wünscht sich „ein bisschen mehr Bonner Republik“

Außenminister: Gabriel wünscht sich „ein bisschen mehr Bonner Republik“

, aktualisiert 28. März 2017, 12:32 Uhr
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Bei einer Veranstaltung zu Ehren des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher mahnte Gabriel: Gerade in einer Zeit, in der man Europa zusammenhalten müsse, sei es in der EU wichtig, „den anderen eine zugewandte Seite zu zeigen, nicht die Stärke in den Mittelpunkt zu stellen, nicht Gefolgschaft zu fordern“.

Quelle:Handelsblatt Online

Auch wenn Großmächte immer nur mit Deutschland reden wollten, dürfe man sich nicht verführen lassen, sagt Sigmar Gabriel. In der EU gebe es nicht ein Land, das alle dominieren könne, so der Außenminister.

BerlinDeutschland darf sich nach Ansicht von Außenminister Sigmar Gabriel von Großmächten nicht in die „Falle“ zu starker bilateraler Kontakte locken lassen. In der EU gebe es nicht ein Land, das alles dominieren könne, sagte Gabriel am Dienstag in Berlin bei einer Veranstaltung zu Ehren des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher. „Wir dürfen uns nicht verführen lassen von Peking, Moskau oder Washington, die immer nur mit uns reden wollen“, sagte der Minister. Hintergrund sind etwa Äußerungen aus der US-Regierung, dass man auch Handelskonflikte mit Deutschland bilateral und nicht mit der zuständigen EU regeln wolle.

„Gerade in dieser Zeit, wo es darauf ankommt, Europa zusammenzuhalten, ist vielleicht ein bisschen mehr Bonner Republik und ein bisschen weniger Berliner Republik eine ganz gute Messlatte dafür, wie man mit unseren kleineren europäischen Partnern umgeht“, sagte Gabriel.

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Es sei wichtig, dass „wir uns nicht in Falle locken lassen, dass man immer nur mit uns reden will. Das machen die Chinesen, die Russen und die Amerikaner derzeit leider gemeinsam“, sagte er.

Gabriel hatte bereits vergangene Woche gemahnt, dass Deutschland mehr Rücksicht auf kleine EU-Staaten nehmen müsse. Der SPD-Politiker forderte bei allen Problemen mit Russland zudem, das Land bei der Lösung internationaler Probleme einzubinden. „Wir können uns nun mal Nachbarn nicht aussuchen“, sagte er mit Blick auf die geografische Lage Europas.

Quelle:  Handelsblatt Online
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