Austritt bei den Liberalen: Die FDP ist tot, es lebe die Alternative!

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GastbeitragAustritt bei den Liberalen: Die FDP ist tot, es lebe die Alternative!

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Sebastian Moll hat sein Profil auf Facebook angepasst: Er ist zuvor von der FDP zur AfD gewechselt.

Ich habe meine langjährige Mitgliedschaft bei den Liberalen beendet und bin bei der AfD eingetreten. Nicht, weil sich meine Ansichten geändert haben, sondern weil ich das Verhalten der FDP nicht länger tolerieren konnte.

Als ich kürzlich auf meinem Facebook-Profil in der Rubrik „Politische Einstellung“ die FDP durch die AfD ersetzte, generierte das System die automatische Statusmeldung: „Sebastian Moll hat seine politische Einstellung geändert.“ Dieser Aussage möchte ich massiv widersprechen! Meine politischen Ansichten sind exakt dieselben geblieben, was sich geändert hat, ist das Verhalten der FDP. Dabei habe ich meiner Partei in den vergangenen Jahren noch so manche politische Fehlentscheidung durchgehenlassen. Fehler sind verzeihlich.

Schwieriger wird es schon, wenn sich jemand standhaft weigert, die eigenen Fehler einzusehen und aus ihnen zu lernen – eine Weigerung, die von der FDP derzeit bis zur Perfektion betrieben wird. Endgültig unerträglich wird es für mich aber dann, wenn man sein eigenes Versagen dadurch zu vertuschen sucht, dass man den politischen Mitbewerber, der eben diese Fehler beim Namen nennt, mit dem plumpen Vorwurf des Rechtspopulismus attackiert. Diesen Verlust von Anstand und Wahrhaftigkeit konnte ich nicht länger hinnehmen und habe meine langjährige Mitgliedschaft bei den Freidemokraten beendet. Hätte Nicola Beer die Administratorrechte für mein Facebook-Profil inne, so hätte die entsprechende Systemmeldung wahrscheinlich gelautet: „Sebastian Moll ist jetzt rechts.“

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Zum Autor

  • Dr. Sebastian Moll

    Dr. Sebastian Moll ist Theologe an der Johann-Gutenberg-Universität Mainz und war bis vor kurzem Mitglied der FDP. Zuletzt von ihm erschienen: "Jesus war kein Vegetarier", (2011) und "Du sollst nicht atmen" (2014),

Dass sich FDP und CDU dieses Vorwurfs bedienen, um einen unliebsamen Konkurrenten zu diskreditieren, ist zwar abscheulich, aber als Verzweiflungstat nachvollziehbar. Vielmehr verwundert es mich, dass auch unter deutschen Journalisten ein weitgehender Konsens darüber zu bestehen scheint, dass die Ursache für den Erfolg der Alternative für Deutschland darin liege, dass CDU und FDP nach links gerückt seien. Diese These wäre nämlich nur dann richtig, wenn man ‚links‘ mit ‚falsch‘ identifizieren würde. Betrachten wir hierzu drei Projekte, die von der letzten schwarz-gelben (und auch von der aktuellen) Bundesregierung befördert wurden und nun von der AfD kritisiert werden – die also somit als ‚links‘ gelten.

Forum der Freiheit

1. Die Euro-Rettung

Das Argument für die alternativlose Euro-Rettung, also die Behauptung, Deutschland würde wirtschaftlich von dieser Rettung profitieren, lässt sich nicht auf einer links-rechts-Skala einordnen, sondern gehört einfach nur in die Kategorie ‚falsch‘. Das Prinzip, fremde Staats- und Bankensysteme mit eigenem Geld zu finanzieren, um den Export in diese Länder zu stärken, dürfte wohl die größte Milchmädchenrechnung aller Zeiten sein. Das ist ungefähr so, als würde man einen Kiosk zu eröffnen, und dann den Kunden eigenes Geld in die Hand zu drücken, damit sie die eigenen Produkte kaufen. Der Umsatz wäre vermutlich traumhaft, aber der Gewinn… Politiker wie der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen sind da schon ehrlicher und sehen die Vorzüge des Euro und der Europäischen Union vor allem in der Einbindung (lies: Kleinhaltung) Deutschlands. Das ist authentischer linker Schuldstolz.

Gesunder Menschenverstand ist nicht unbedingt rechts

2. Der Atomausstieg

Auch die Legitimierung des völlig überstürzten Atomausstiegs basiert nicht auf einer Hinwendung zu linkem Gedankengut, sondern einzig und allein auf der Fukushima-Lüge, also einer von den Medien in krimineller Weise massenhaft verbreiteten Fehlinformation. In der Tagesschau vom 11. März 2013 (zwei Jahre nach dem Unfall in besagtem Kernkraftwerk) hieß es wörtlich: „Ein Erdbeben der Stärke 9 hatte damals den Nordosten des Landes erschüttert und eine bis zu 20 Meter hohe Tsunamiwelle ausgelöst. In der Folge kam es zu einem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen etwa 16.000 Menschen ums Leben.“ Tatsächlich aber gingen die zu beklagenden Opfer auf das Konto des genannten Erdbebens und des dadurch ausgelösten Tsunamis. Dass der Atomausstieg bisweilen sogar mit der Bekämpfung des Klimawandels begründet wird, stellt einen besonderen Treppenwitz der Geschichte da, wenn man bedenkt, dass eben diese Bekämpfung einst als Argument für die Atomkraft Verwendung fand, da die Kernenergie im Gegensatz zum Kohleverbrauch keinen Ausstoß von CO2 hervorrufe.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“ (AfD)

  • Parteigründer

    Zum Parteivorstand gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

  • Nein zum Euro

    Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

  • Knapp gescheitert bei der Bundestagswahl

    Zur Bundestagswahl im September ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Sie erreichte 4,7 Prozent der Zweitstimmen. Zum Einzug ins Parlament fehlten ihr nur rund 130.000 Stimmen.

  • Europa-Wahl

    Bei der Europawahl am 25. Mai 2014 erreicht die AfD in Deutschland 7,0 Prozent der Wählerstimmen. Damit stellt sie zum Beispiel die FDP klar in den Schatten, die lediglich auf 3,4 Prozent der Wählerstimmen kommt.

3. Die Genderforschung

„Die AfD lehnt […] eine Politik, die auf die Aufhebung der Geschlechteridentitäten zielt, ab.“ Dieser kleine Satz aus den politischen Leitlinien der AfD genügt Menschen wie der Leiterin des EKD-Genderzentrums, Claudia Janssen, um die Partei am rechten Rand zu verorten. Doch auch hier gilt: Die Kritik an der Gender-Ideologie kommt nicht vom rechten Rand, sondern vom gesunden Menschenverstand! Die Gender-Theorie ist weder links noch rechts, sondern einfach nur falsch. Zwar wird von den entsprechenden VertreterInnen immer wieder auf die wissenschaftliche Etablierung ihrer Forschung verwiesen. Dieser Umstand allein dürfte jedoch kaum eine Legitimierung darstellen.

Man erinnere sich, dass auch die Schädelforschung (Phrenologie) im 19. Jahrhundert akademisch etabliert war. In Edinburgh wurde 1820 die Phrenological Society gegründet, viele weitere Einrichtungen in anderen Ländern folgten. Das Hauptwerk ihres Gründers George Combe („The Constitution of Man“) wurde zu einem der meistverkauften Bücher des 19. Jahrhunderts. Selbst Geistesgrößen wie Charles Darwin hatten Kontakt zur Phrenological Society und äußerten sich wohlwollend über deren Erkenntnisse. Und was folgte: Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden die Theorien der Schädelforschung als Humbug verworfen, weil man erkannte, dass alle wissenschaftlichen Standards bedeutungslos sind, wenn die Grundannahme, auf der diese Standards beruhen, falsch ist.

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Glücklicherweise hat man rechtzeitig erkannt, dass die Vorstellung, aufgrund der Schädelformation eines Menschen auf dessen Eigenschaften schließen zu können, Unfug war. Während die Schädelforschung also einen Zusammenhang sah, wo es keinen gibt, leugnet die Genderforschung einen Zusammenhang, der sowohl nach der menschlichen Alltagserfahrung als auch nach einhelliger Meinung der Biologie und Neurologie eindeutig besteht – nämlich der Zusammenhang zwischen dem biologischen Geschlecht eines Menschen und seiner Persönlichkeit. Es bleibt zu hoffen, dass auch dieser Irrtum baldmöglichst entlarvt wird, bevor noch mehr Millionen von Steuergeldern in diese Pseudowissenschaft gepumpt werden.

Es ist äußert beunruhigend, dass es in unserer Gesellschaft so weit gekommen ist, dass das Aussprechen von Fakten unter dem Verdacht rechter Gesinnung steht. Die AfD tut gut daran, sich diesem Trend entgegenzusetzen. Nicht ohne Grund wählte sie als ihr Motto: Mut zur Wahrheit!

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