Bad Aibling: Ermittlungen und Aufräumarbeiten gehen weiter

Bad Aibling: Ermittlungen und Aufräumarbeiten gehen weiter

, aktualisiert 10. Februar 2016, 08:34 Uhr

Nach dem schweren Zugunglück in Bayern konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf die Suche nach der genauen Unglücksursache. Entgegen einer Meldung der Einsatzzentrale wurde der letzte Vermisste noch nicht gefunden.

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Bad Aibling

Nach dem Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling ist das Schicksal des letzten Vermissten nach wie vor unklar. Entgegen erster Angaben vom Mittwochmorgen wurde die Person weder gefunden noch geborgen, betonte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, Andreas Guske. Die Helfer gingen aber davon aus, dass sich ein weiterer Mensch unter den Trümmern befinde und nicht mehr am Leben sei. Die Einsatzzentrale hatte am Morgen berichtet, dass die sterblichen Überreste des Vermissten gefunden worden seien, diese Meldung widerrief der Sprecher kurze Zeit später.

Die Bergungsarbeiten waren in der Nacht unterbrochen worden und sollten bei Tagesanbruch fortgesetzt werden. Mit schwerem Gerät soll am Mittwoch damit begonnen werden, die Zugwracks zu entfernen. Die eingleisige Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim ist weiterhin gesperrt. Der Schienenersatzverkehr habe sich inzwischen „eingetaktet“, teilte die Bayerische Oberlandbahn mit.

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Bei dem Unglück auf einer eingleisigen Strecke waren am Dienstagmorgen zwei Züge frontal zusammengestoßen. Es gab zehn Tote und etwa 80 Verletzte. Es war das schlimmste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren.

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Suche nach der genauen Unglücksursache. Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die Tragödie im oberbayerischen Bad Aibling durch menschliches Versagen ausgelöst worden war. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus zuverlässiger Quelle. Wer genau für das Unglück verantwortlich zu machen ist, war zunächst nicht bekannt. Mehr Details wurden der Deutschen Presse-Agentur nicht genannt. Zuvor hatte das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet, dass menschliches Versagen das Unglück ausgelöst haben könnte.

Zugunglück nahe Bad Aibling Ursache für Zugunglück weiter unklar

Bei einem schweren Zugunglück in Oberbayern sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, rund 80 Fahrgäste wurden verletzt. Bei dem Unfall bei Bad Aibling waren zwei Nahverkehrszüge kollidiert.

Ein Zugführer der Rettungskräfte steht an der Unfallstelle eines Zugunglücks in der Nähe von Bad Aibling (Bayern). Quelle: dpa

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt. Rund 700 Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Zum Teil zogen die überwiegend ehrenamtlichen Helfer die Opfer auch in Bergungssäcken mit Winden an den Hubschraubern hoch und flogen sie an das andere Ufer der Mangfall.

Wegen des Unfalls fällt der Politische Aschermittwoch in Bayern erstmals aus. Die Parteien CSU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler, Linke und AfD sagten am Dienstag ihre Kundgebungen ab. Auch die CDU verzichtet auf ihre traditionelle Veranstaltung mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen strich Veranstaltungen mit dem Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel in Mainz und Schwerte.

Parteiübergreifende Begründung der Absagen war der Respekt vor den Opfern. CSU-Chef Horst Seehofer will am Mittwoch die Unglücksstelle besuchen und mit den Rettungskräften sprechen. „Bayern hat ein Wir-Gefühl, das wir als CSU politisch verkörpern“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer in Passau. „Diesem Wir-Gefühl tragen wir Rechnung.“ Die Entscheidung habe Seehofer getroffen. „Dieses Zugunglück ist noch so frisch in unseren Köpfen, dass wir die politische Verantwortung übernehmen und diese Veranstaltung absagen“, sagte Scheuer. „Wir nehmen Anteil, wir sind in Gedanken bei den Opfern.“

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Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold sagte: „Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum. Wir empfehlen unseren Parteigliederungen, diesem Beispiel zu folgen.“

Auch die Grünen sagten ab, betonten aber, das habe mit der CSU-Entscheidung nichts zu tun. „Die Gespräche fanden bereits mittags statt“, sagte die Sprecherin des Landesverbandes Bayern, Daniela Wüst.

Der Aschermittwoch in Bayern zählt zu den traditionsreichsten politischen Terminen im Freistaat. Größte Kundgebung ist seit mehreren Jahrzehnten die CSU-Veranstaltung in Passau, die nach Scheuers Angaben bisher noch nie abgesagt wurde.

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