CSU-Chef Horst Seehofer verzichtet Ministerpräsidentenamt

Bayerischer Ministerpräsident: Markus Söder folgt auf Horst Seehofer

, aktualisiert 04. Dezember 2017, 10:11 Uhr

CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer wird sein Amt als bayerischer Landesvater abgeben. Folgen wird Markus Söder. Er gewinnt damit den CSU-Machtkampf um Bayerns Spitzenposition.

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Bayerns Finanzminister Markus Söder (rechts) wird Nachfolger des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

Jetzt ist es endgültig: Der bayerische Finanzminister Markus Söder soll Horst Seehofer Anfang 2018 als Ministerpräsident beerben. Die CSU-Landtagsfraktion wählte den 50-Jährigen am Montag in München einstimmig zu ihrem Wunsch-Nachfolger, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Seehofer will sein Amt nach eigenen Worten im ersten Quartal 2018 abgeben. Offiziell muss Söder dann im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden. Da die CSU hier aber die absolute Mehrheit hat, ist dies eine rein formelle Bestätigung der Fraktionsabstimmung.

Zuvor hatte Seehofer in der Fraktionssitzung seine bereits am Sonntag bekanntgewordenen Zukunftspläne bestätigt: Er gibt sein Regierungsamt ab, will aber CSU-Vorsitzender bleiben. Er sprach in der Sitzung am Montag erneut von einer „Konsenslösung“.

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Seehofer wandte sich in der Sitzung explizit an seinen langjährigen Rivalen Söder und bot ihm eine gute Zusammenarbeit an. Anschließend erklärte Innenminister Joachim Herrmann, dass er keine Kampfkandidatur gegen Söder anstrebe. Er wolle Brücken bauen und nicht Gräben aufreißen. Die 101-köpfige Fraktion erhob sich daraufhin und applaudierte Seehofer, Söder und Herrmann stehend.

Söder bat die Fraktion um einen Vertrauensvorschuss: „Ich bin bereit und bitte um die Chance.“ Der 50-Jährige kündigte an, Seehofer als Parteichef zu unterstützen. Auch Herrmann und Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner wurden ausdrücklich von Söder gelobt. „Wir müssen kämpfen, nicht über uns reden. Wir wollen gewinnen“, sagte Söder.

Nach der CSU-Landtagsfraktionsitzung sagte Söder Journalisten gegenüber, Politik sei immer eine Mannschaftsleistung, "einer alleine kann nichts richten". Der 50-Jährige lobte ausdrücklich die Personalentscheidung Seehofers. „Es kommt jetzt darauf an, vor der Geschichte zu bestehen, vor der Geschichte der CSU und der Geschichte dieses Landes. Dazu müssten die Stärksten eng zusammenarbeiten“, so Söder.

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