Inflation: Preise in Deutschland steigen leicht an

Inflation: Preise in Deutschland steigen leicht an

Bild vergrößern

Einkaufswagen in einem Supermarkt

Günstigerer Sprit, billigeres Gas: Verbraucher in Deutschland profitieren weiter von einer geringen Inflation. Für manches müssen sie aber tiefer in die Taschen greifen.

Teurere Lebensmittel und höhere Mieten haben die Inflation in Deutschland im Juli leicht steigen lassen. Die Verbraucherpreise stiegen gemessen am Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Eine etwas höhere Rate hatte es zuletzt im Januar mit 0,5 Prozent gegeben.

Damit setzt sich der Trend zu einer etwas höheren Inflation fort: Im Juni hatte die Rate bei 0,3 Prozent gelegen, im Mai bei 0,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat legten die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zu.

Anzeige

Insgesamt bleibt die Inflation auf einem niedrigen Niveau. Preisdämpfend wirkte weiter die Energie, die deutlich günstiger war als ein Jahr zuvor (minus 7,0 Prozent). Nach dem jüngsten Rückgang der Rohölpreise hat sich dieser Effekt zuletzt wieder etwas verstärkt. Für leichtes Heizöl und Gas mussten Verbraucher weniger ausgeben als vor einem Jahr, Strom verteuerte sich leicht. Auch die Preise für Sprit fielen binnen Jahresfirst deutlich. Die niedrigen Energiepreise entlasten die Budgets der Verbraucher.

Geldpolitik der EZB: Entlastungen durch Niedrigzinsen

  • Kredite

    Verbraucher sparen bei Darlehen, ob für den neuen Fernseher oder für die eigenen vier Wände. Hausbauer können sich zu historisch günstigen Konditionen Geld leihen. Nach Angaben des Bankenverbandes BdB sind Hypothekendarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung derzeit zu Effektivzinsen von durchschnittlich etwa 1,4 Prozent zu haben. 2007 lagen sie noch bei mehr als fünf Prozent.

  • Dispozinsen

    Billiger ist es auch geworden, das eigene Konto zu überziehen. Vor fünf Jahren lagen die Dispozinsen nach Angaben der Finanzberatung FMH im Schnitt noch bei 11,26 Prozent. Mittlerweile sind es demnach durchschnittlich 9,51 Prozent.

  • Aktionäre

    Seit Jahren ist günstiges Notenbankgeld der zentrale Treibstoff für die Börsen. Aktionäre können von steigenden Kursen profitieren. Zuletzt wagten sich die eher börsenscheuen Deutschen wieder stärker an den Aktienmarkt. Knapp 9,01 Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts im vergangenen Jahr Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds - das ist der höchste Stand seit 2012.

  • Der Staat

    Mit der Ausgabe von Anleihen finanziert die öffentliche Hand - neben Steuereinkünften - einen Großteil ihrer Ausgaben. Am Montag fiel die sogenannte Umlaufrendite, die ein durchschnittliches Maß für die „Verzinsung“ von Staatspapieren mit einer Laufzeit von drei bis 30 Jahren ist, in Deutschland erstmals seit der Gründung der Bundesrepublik in den negativen Bereich. Der Bund „verdient“ in einer solchen Situation somit an seiner eigenen Schuldenaufnahme, anstatt den Gläubigern - den Käufern der Anleihen - einen Zins zu zahlen.

    Stand: 7. Juni 2016

Für Nettokaltmieten indes mussten die Bundesbürger laut den Berechnungen 1,1 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Nahrungsmittel verteuerten sich ebenso stark, da die Preise für Obst und Gemüse stiegen.

Der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die Mini-Inflation Sorgen. Dauerhaft niedrige oder sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen und Käufe in Erwartung noch niedrigerer Preise aufschieben. Die Notenbank strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp 2,0 Prozent an - weit genug von in der Nullmarke. Um die Inflation anzuheizen, hat die EZB die Zinsen gesenkt und flutet die Märkte mit billigem Geld.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%