Schulz gegen Merkel: Forsa-Chef glaubt an positiven „Schulz-Effekt“ für SPD

Schulz gegen Merkel: Forsa-Chef glaubt an positiven „Schulz-Effekt“ für SPD

, aktualisiert 25. Januar 2017, 08:58 Uhr
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Der Forsa-Chef erwartet durch Kanzlerkandidat Schulz ein positives Signal für die SPD.

Quelle:Handelsblatt Online

Martin Schulz als Kanzlerkandidat ist gut für die SPD, glaubt Forsa-Chef Manfred Güllner. Der Meinungsforscher rechnet dem Europapolitiker gute Chancen aus, bei der Bundestagswahl die Anhänger der Partei zu mobilisieren.

BerlinSPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat am Dienstag seinen Rückzug angekündigt und macht damit den Weg für den Europapolitiker Martin Schulz als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten und SPD-Parteichef frei.

Gabriel kündigte in der Fraktionssitzung am Dienstag überraschend an, nicht als Kanzlerkandidat für die Sozialdemokraten antreten zu wollen. In der derzeit schwierigen Situation der Sozialdemokraten habe Martin Schulz bessere Wahlchancen bei der Bundestagswahl 2017, hatte Gabriel seinen Rückzug als Kanzlerkandidat und Parteivorsitzenden den Abgeordneten erläutert. Denn er werde von der Öffentlichkeit als Architekt der Großen Koalition wahrgenommen.

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Für die SPD ist es ein positives Signal, weil Gabriels Umfragewerte vor allem bei der Kanzlerpräferenz seit 2013 sehr schlecht waren, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Mit Martin Schulz habe die SPD bessere Chance ihre früheren Anhänger zu motivieren. Ob der Schulz-Effekt ausreiche, um für rot-rot-grün eine regierungsfähige Mehrheit zu sichern, sei ungewiss.

Nach einer Umfrage der Bild am Sonntag würde Gabriel bei einer Direktwahl lediglich von 27 Prozent der Wähler unterstützt, während Merkel auf 46 Prozent käme. Mit Schulz als Kanzlerkandidat verringert Merkel ihren Vorsprung auf einen Prozentpunkt; bei einer Direktwahl würde Merkel auf 39 Prozent der Stimmen kommen, gegenüber 38 Prozent für Schulz.

Gabriels Rückzug wurde nach Angaben von Teilnehmern in der Fraktion mit großem Applaus begrüßt. „Man kann Gabriel eigentlich nur dankbar sein“, erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks am Rande der Sitzung. Gabriel habe für die Partei große Stärke bewiesen.

Der SPD-Abgeordnete Axel Schäfer kündigte an, weiter an einem rot-rot-grünes Bündnis für die Zeit nach der Bundestagswahl zu arbeiten. Das klare Signal einer Kandidatur von Herrn Schulz sei: keine Große Koalition, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

SPD-Präsidium schlägt Gabriel als Außenminister und Brigitte Zypries als Wirtschafts- und Energieministerin vor, sagte Gabriel am Dienstagabend vor Journalisten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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