Sicherheitsgebühren: Die Airline-Vertreter wirbeln viel heiße Luft auf

Sicherheitsgebühren: Die Airline-Vertreter wirbeln viel heiße Luft auf

von Christian Schlesiger

Der Bund will die Sicherheitsgebühr für Airlines künftig übernehmen. Die würden davon allerdings kaum profitieren. Der Schaden für die Deutsche Bahn wäre hingegen groß.

Carsten Spohr fühlt sich, als müsse er mit besonders schwerem Ballast fliegen. Der Lufthansa-Chef betont bei jeder Gelegenheit, Deutschland habe weltweit die höchsten Infrastrukturkosten überhaupt.

Daher lautet seine Forderung an die Politik, sie solle Fluglinien zumindest von einem Teil der Sicherheitskosten am Boden entlasten. Spohrs Argument: Dabei handele es sich um „Staatsaufgaben“, die nicht voll von den Fluggesellschaften zu tragen seien. Und er verweist auf Vergleichsfälle. Die Bahn beispielsweise trage nur 20 Prozent der für ihren Betrieb nötigen Sicherheitskosten, Fußballvereine zahlten gar nichts.

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Spohrs Klagen finden offenbar Gehör. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant nach Informationen der WirtschaftsWoche, der heimischen Luftverkehrsbranche unter die Flügel zu greifen. Bis Ende des Jahres will er ein Luftfahrtkonzept vorlegen. Das Papier sieht vor, die Branche mit „diversen Maßnahmen zu unterstützen“, heißt es im Ministerium. Vor allem die Luftsicherheitsgebühr solle ganz oder teilweise vom Bund übernommen werden. Damit darf die Branche auf eine von ihr seit Jahren geforderte staatliche Entlastung hoffen.

Bester Flughafen Deutschlands Geschäftsreisende

  • Über die Studie

    Die Auswertung "Bester Flughafen Deutschlands für Geschäftsreisende" ist eine Sonderauswertung des DKI-Testes "Deutschlands bester Flughafen. Dabei wurde besondere Wert auf die für Geschäftsreisende relevanten Angebote der Flughäfen gelegt. Aus diesem Grunde fallen spezielle Angebote für Familien, Shoppingangebote oder auch Entertainmentangebote nicht ins Gewicht. Die Angebote von Meeting-Räumen, Lounges, Officeangebote, spezielle Chauffeurdienste oder Parkangebote für Geschäftsreisende
    dafür umso stärker.


    Bewertungskriterien:

    ab 85,00 Punkte = sehr gut

    ab 72,25 Punkte = gut

    ab 61,41 Punkte = befriedigend

    ab 52,20 Punkte = ausreichend

    ab 44,37 Punkte = mangelhaft

    ab 00,00 Punkte = ungenügend

  • Platz 1

    Frankfurt Airport
    Punkte: 90,3
    Note: sehr gut

  • Platz 2

    Flughafen München
    Punkte: 85,9
    Note: sehr gut

  • Platz 3

    Düsseldorf Airport
    Punkte: 80,1
    Note: gut

  • Platz 4

    Hannover Airport
    Punkte: 66,0
    Note: befriedigend

  • Platz 5

    Hamburg Airport
    Punkte: 65,8
    Note: befriedigend

  • Platz 6

    Köln-Bonn Airport
    Punkte: 59,8
    Note: ausreichend

  • Platz 7

    Airport Nürnberg
    Punkte:54,0
    Note: ausreichend

  • Platz 8

    City Airport Bremen
    Punkte: 50,0
    Note: mangelhaft

  • Platz 9

    Flughafen Stuttgart
    Punkte: 48,0
    Note: mangelhaft

  • Platz 10

    Flughafen Berlin‐Tegel
    Punkte: 41,4
    Note: ungenügend

Es geht um eine Menge Geld. Airlines haben dem deutschen Staat im vergangenen Jahr knapp 500 Millionen Euro überwiesen, damit er die Sicherheit an Deutschlands Flughäfen garantiert. Heimische Fluglinien tragen davon etwa 65 Prozent. Sie werten Dobrindts Manöver als positives Signal für den Luftfahrtstandort Deutschland. Ihr Argument: Die hohen Luftsicherheitskosten gingen „überproportional“ zulasten deutscher Unternehmen, die so „im internationalen Wettbewerb insgesamt benachteiligt“ würden, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Doch damit wirbeln die Airline-Vertreter viel heiße Luft auf. Die Sicherheitsgebühr benachteiligt deutsche Fluggesellschaften nämlich weit weniger als angenommen. Zwar zahlen die Fluggesellschaften damit die Kosten für die Passagier- und Gepäckkontrolle an deutschen Flughäfen. Doch Aufwendungen für den bewaffneten Schutz der Sicherheitschecks und den Einsatz von Bundespolizisten sind nicht Teil der Abmachung. Es ist also mitnichten so, dass die Airlines sämtliche Sicherheitskosten „voll“ tragen, wie Spohr suggeriert.

Terrorgefahr Flughafenbetreiber warnen vor blindem Aktionismus

Die deutschen Flughafenbetreiber sehen keinen Anlass zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen als Reaktion auf die Terroranschläge in Brüssel.

Bundespolizisten am Flughafen Stuttgart. Quelle: dpa

Zudem geben die Fluggesellschaften die Gebühren für die Sicherheit ohnehin zum Großteil an ihre Kunden weiter. Der Zuschlag ist auf der Ticketrechnung ausgewiesen – und variiert von Flughafen zu Flughafen. In Hahn sind es 4,40 Euro pro Passagier, in Kassel-Calden 10,00 Euro. Große Airports wie Hamburg und Düsseldorf nehmen rund 5,50 Euro pro abgefertigten Passagier, Frankfurt 9,10 Euro. Im Schnitt zahlt ein Passagier pro Flug rund 7,00 Euro für die Gepäck- und Sicherheitskontrolle.

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