Treffen mit Merkel: OECD-Chef mahnt offene Märkte an

Treffen mit Merkel: OECD-Chef mahnt offene Märkte an

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Angel Gurria: OECD-Chef mahnt offene Märkte an

Die Runde trifft sich alljährlich im Kanzleramt. Zu bereden haben Kanzlerin Merkel und die Spitzen internationaler Wirtschafts- und Handelsorganisationen diesmal besonders viel.

Der Chef der Industrieländerorganisation OECD, Ángel Gurría, hat vor Marktabschottung gewarnt und eine verstärkte internationale Kooperation angemahnt. „Offene Märkte bleiben die Garanten für Wachstum und Wohlstand“, sagte Gurría der Deutschen Presse-Agentur vor einem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Spitzen internationaler Finanz- und Wirtschaftsorganisationen am Montag in Berlin: „Gleichzeitig brauchen wir einen Rahmen, in dem wir die Globalisierung gestalten und sicherstellen, dass alle von ihren Früchten profitieren.“

Kanzlerin Merkel setzt nach den Worten Gurrías mit dem Treffen „ein deutliches Zeichen für Multilateralismus und globale Zusammenarbeit“. Weltwirtschaft und globaler Handel erholten sich nur schleppend: „Wir brauchen deshalb gezielte Reformen, die Wachstum und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt fördern.“

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Der OECD-Chef forderte, die internationalen Regeln und Standards zu stärken. Er verwies auf die von der OECD angestoßenen und den Top-Wirtschaftsmächten G20 aufgegriffenen Maßnahmen gegen Steuerflucht und unfaire Steuerpraktiken. Damit werde ein wichtiger Beitrag für mehr Steuergerechtigkeit geleistet. Auch könnten so Mittel für Zukunftsinvestitionen gesichert werden.

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Merkel trifft sich alljährlich mit den Spitzen internationaler Finanz- und Wirtschaftsorganisationen. Hinzu kommt, dass Deutschland in diesem Jahr den Vorsitz in der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer hat und Anfang Juli in Hamburg den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs ausrichtet. Bei dem Treffen im Kanzleramt dürfte es auch um die zunehmenden protektionistischen Tendenzen weltweit gehen. Unter US-Präsident Donald Trump, der die heimische Wirtschaft stärken will, droht ein Handelskrieg. Die neue US-Regierung hatte zuletzt signalisiert, stärker auf bilaterale Vereinbarungen mit anderen Volkswirtschaften zu setzen statt auf multilaterale Regeln.

An dem Treffen nehmen neben OECD-Chef Gurría auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sowie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim teil. Vertreten sind zudem der Generalsekretär der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, sowie der Generalsekretär der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder.

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