Werner knallhart: Hamsterkäufe für den Notfall? Lieber mal schön abspecken

kolumneWerner knallhart: Hamsterkäufe für den Notfall? Lieber mal schön abspecken

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Reicht doch für den Notfall: Voller Kühlschrank mit Lebensmitteln.

Kolumne von Marcus Werner

Die Deutschen sollen sich für bis zu 14 Tage mit Essen eindecken. Falls mal was ist. Nach den Berechnungen der Behörden wäre das allerdings ein Berg von Lebensmitteln. Geht es im unwahrscheinlichen Notfall nicht bescheidener?

Ein Freund erzählte mir jüngst: "Meine Tante hat mir doch tatsächlich gestern sechs Kilo Zucker vorbei gebracht."

Ich: "Wieso das denn?"

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Er: "Der war wohl im Sonderangebot."

Wirklich wahr! Aber das passiert eben, wenn man bei der Bevorratung den gesunden Menschenverstand ausschaltet. Deshalb werden ja Experten in allen Fernsehinterviews dieser Tage nicht müde zu betonen: Auch bei der Bevorratung für den Katastrophenfall sollte man sich nicht von Panik leiten lassen, sondern besonnen handeln.

Besonnen handeln, das könnte ja bedeuten, einfach mal zu googlen, was die Behörden so empfehlen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat einen "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" rausgebracht. Unter "Meine persönliche Checkliste" findet sich eine Übersicht für "Getränke und Lebensmittel" für einen 14-Tage-Vorrat pro Person. Ich wiederhole: pro Person.

Mein erster Eindruck nach dem Lesen: Jesses, wer soll das alles essen?

Lebensmittelgruppe "Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis": 4,9 Kilo

Lebensmittelgruppe "Gemüse, Hülsenfrüchte": 5,6 Kilo

Lebensmittelgruppe "Obst, Nüsse": 3,6 Kilo

Lebensmittelgruppe "Milch, Milchprodukte": 3,7 Kilo

Lebensmittelgruppe "Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver": 2,1 Kilo

Lebensmittelgruppe "Fette, Öle": 0,5 Kilo

Und dann darf man sich noch was zu naschen hinlegen: "Sonstiges nach Belieben zum Beispiel Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte (z.B. Ravioli) (...)"

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Die Deutschen sollen Lebensmittel horten. Quelle: dpa Picture-Alliance

Ravioli unter Sonstiges? Jetzt war ich völlig verwirrt. Hätte ich ohne den Ratgeber eingekauft, hätte ich mich mit Dosenravioli bis zum Abwinken eingedeckt. Die sind schon gekocht und schmecken im Notfall auch kalt. Und es geht doch um einen Notfall. Einen sehr unwahrscheinlichen Notfall!

In der Katastrophe stünde mir jedoch auf Basis der Checkliste beispielhaft umgerechnet zu:

Jeden Tag fünf Fischstäbchen und einen halben Blumenkohl, zusammen gebraten in 35g Butter, und dann noch mehr als ein halbes Päckchen Spaghetti, nämlich 350g, dann zwei Äpfel und knapp zwei Becher Fruchtjoghurt. Und dann natürlich noch die Schokolade. 

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