Zahl der Arbeitslosen gestiegen: 2,777 Millionen im Januar

Zahl der Arbeitslosen gestiegen: 2,777 Millionen Arbeitslose im Januar

, aktualisiert 31. Januar 2017, 10:02 Uhr
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Bundesagentur für Arbeit: Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen

Es ist, also würde der Job-Boom eine Pause einlegen: Wenn klirrender Frost das Land überzieht, erstarrt vorübergehend auch der Arbeitsmarkt. Kein Grund zur Sorge, geben derweil Experten Entwarnung.

Die Winterpause auf vielen Baustellen und in anderen Außenberufen hat die Zahl die Arbeitslosen im Januar nach Experteneinschätzung im Januar stark steigen lassen. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist am Jahresanfang nicht so stark gestiegen wie üblich. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte im Januar 2,777 Millionen Arbeitslose. Das seien 209.000 mehr gewesen als im Dezember, aber 143.000 weniger als vor einem Jahr, teilte die Behörde am Dienstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Der Arbeitsmarkt sei gut in das neue Jahr gestartet, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. In den vergangenen Jahren war die Arbeitslosenzahl im Januar im Durchschnitt um rund 256.000 gestiegen. Die Winterdelle im Arbeitsmarkt wird dann durch Entlassungen nach dem Weihnachtsgeschäft verstärkt.

Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosigkeit deutlich zurück um 26.000 im Vergleich zum Vormonat. Banken-Volkswirte hatten saisonbereinigt eine Abnahme um 5000 Erwerbslose erwartet.

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Die Ökonomen machen für den Anstieg allein saisonale Gründe verantwortlich. Ohne die jahreszeitlichen Effekte wäre die Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn weiter leicht gesunken. Dies zeige, dass sogenannte Trump- und Brexit-Effekte derzeit kaum auf dem Arbeitsmarkt spürbar seien, betonen die Fachleute. Auch in den kommenden Monaten werde die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt zunächst weiter leicht sinken, im weiteren Jahresverlauf stagnieren oder sogar leicht ansteigen.

450 Euro im Monat Viele Minijobber bekommen keinen Mindestlohn

Steuerfreie Minijobs locken viele Arbeitnehmer. Doch man sollte die angebotenen 450 Euro im Monat durch die verlangte Stundenzahl teilen: Oft kommt dabei ein Stundenlohn unter dem gesetzlichen Minimum heraus.

450 Euro im Monat: Viele Minijobber bekommen keinen Mindestlohn Quelle: dpa

Wie krisenresistent der deutsche Arbeitsmarkt derzeit noch gegenüber weltpolitischen Unsicherheiten sei, zeige die große Zahl offener Stellen. Derzeit suchten deutsche Betriebe so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor, berichtete die Bundesagentur am Montag unter Berufung auf ihren jüngsten Stellenindex BA-X. Der Frühindikator für die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt stieg im Januar um einen Punkt auf das Allzeithoch von 228 Zählern. Das seien 18 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Freie Jobs gibt es nach Erkenntnissen der Nürnberger Bundesbehörde fast in jeder Branche. Am stärksten sei die Arbeitskräftenachfrage aber bei unternehmensnahen Dienstleistungen gestiegen; dazu gehören unter anderem Werbeagenturen, Unternehmensberater, Steuerberater und freiberufliche Techniker. Daneben gebe es freie Stellen in der Industrie, dem Handel und dem Baugewerbe. Auch Zeitarbeitsunternehmen hatten zuletzt mehr freie Stellen zu besetzen als vor einem Jahr. Die absolute Zahl der offenen Stellen will die Bundesagentur erst mit den Arbeitslosenzahlen veröffentlichen.

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