Panama Papers: EU forscht nach Schuldigen in eigenen Reihen

Panama Papers: EU forscht nach Schuldigen in eigenen Reihen

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Die EU hat die eigenen Reihen im Fokus.

von Silke Wettach

Die EU-Betrugsbehörde Olaf hat im großen Stil die in den Panama Papers auftauchenden Namen mit Personen und Unternehmen aus dem EU-Umfeld abgeglichen. Dabei gab es insgesamt 17 Treffer.

Die EU hat die 430.000 in den Panama Papers genannten Personen und Unternehmen untersucht, um Schuldige in den eigenen Reihen zu identifizieren. Nach einem umfassenden Datenabgleich mit 40.000 Personen und Unternehmen aus dem EU-Umfeld hat die EU-Betrugsbehörde Olaf sechs Untersuchungen eröffnet. Weitere Verfahren könnten folgen. Insgesamt 17 Personen und Unternehmen sind in beiden Datensätzen aufgetaucht.

„Nach meinem Wissen hat kein EU-Mitgliedsstaat die Daten aus den Panama Paper auf vergleichbare Art überprüft“, sagt Olaf-Chef Giovanni Kessler. Konkret hatte Olaf in den Panama Daten nach EU-Kommissaren, Europa-Abgeordneten und hochrangige EU-Beamten gesucht, sowie nach Beamten, die über Ausgaben entscheiden. Außerdem wurden Unternehmen und Personen berücksichtigt, die die EU beliefern oder EU-Fördergelder erhalten. Zusätzlich wurden Personen und Unternehmen überprüft, gegen die Olaf derzeit ohnehin schon ermittelt.

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Mit dem Abschluss der Verfahren ist frühestens zu Jahresende zu rechnen. Den meisten EU-Mitgliedsstaaten fehlt die IT-Expertise, um die Panama-Daten ähnlich zu nutzen. Von der Gattin des EU-Energiekommissars Miguel Arias Cañete ist bekannt, dass sie in den Panama Papers auftaucht.

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