Parlamentswahl in Frankreich: Die FN hatte sich viel mehr erhofft - ist die Gefahr von rechts gebannt?

Parlamentswahl in Frankreich: Wie sind die Chancen für den Staatschef?

Die FN hatte sich viel mehr erhofft - ist die Gefahr von rechts gebannt?

Der Absturz auf 13,2 Prozent im ersten Wahlgang war ein herber Misserfolg für die FN, die in den vergangenen Regionalwahlen schon mal bei an die 28 Prozent lag und sich selbst als „erste Partei Frankreichs“ feierte. Nun ist die Frage, ob die leichte Erhöhung der Abgeordnetenzahl ausreicht, um den schwelenden parteiinternen Konflikt zu befrieden. Vor allem der harte Anti-Euro-Kurs und Le Pens Parteivize Florian Philippot sind umstritten. Klar ist aber auch: Die Partei ist in den Augen vieler Franzosen in den vergangenen Jahren zu einer wählbaren Alternative geworden, und das dürfte sich nicht über Nacht geändert haben.

Hat Frankreich seine Krise jetzt überwunden?

Zunächst einmal ist Macrons Durchmarsch zur Macht der Ausdruck dieser Krise. Der 39-Jährige hat von der tiefsitzenden Enttäuschung in die etablierten politischen Kräfte profitiert, sie erklärt seinen raketenhaften Aufstieg. Seit Jahren leidet das Land unter einer hohen Arbeitslosigkeit vor allem bei jungen Leuten, hohen Schulden und schwächelnder Wirtschaft. Die islamistische Terrorserie mit etwa 240 Todesopfern seit Anfang 2015 hat das Land schwer erschüttert. Macron hat den verbreiteten Wunsch nach einem Neuanfang geschickt aufgegriffen - doch das heißt auch: Jetzt muss er liefern.

Knauß kontert Die französische Revolution des Parteiensystems

Das Ancien Régime der Parteien ist nicht nur in Frankreich am Ende. Wenn jede Wahl als Zitterpartie empfunden wird, hat sich etwas grundlegend geändert.

Frankreich Wahl: Macron und Le Pen in der Stichwahl. Quelle: dpa Picture-Alliance

Was bedeutet das für Deutschland?

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Berlin hat in Macron nun einen starken Ansprechpartner in Paris, der fest im Sattel sitzt und mit viel Schwung ans Werk geht. Das ist für Deutschland erstmal ein positives Zeichen, dort gab es immer wieder Unmut für mangelnde Fortschritte in Frankreich. Doch der Bundesregierung muss auch klar sein, dass Macron nun erst recht selbstbewusst seine europapolitische Agenda verfolgen wird. Und damit auch klare Erwartungen an die Freunde in Berlin stellen dürfte, etwa was Investitionen in Europa angeht.

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