Ifo-Geschäftsklimaindex: "Deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf"

Ifo-Geschäftsklimaindex: "Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf"

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Ifo-Geschäftsklimaindex: „Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf“

Das Geschäftsklima in deutschen Unternehmen hat laut Ifo-Index einem neuen Rekordwert erreicht. Die Stimmung sei vor allem in den Chefetagen euphorisch. Nur der Einzelhandel zeigt sich unzufrieden.

Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist im Juli erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Der Geschäftsklimaindex kletterte überraschend auf 116,0 Punkte von 115,2 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 114,9 Zähler gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Er bezeichnete die Stimmung als euphorisch. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage so gut wie noch nie seit der Wiedervereinigung und bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate noch besser als zuletzt.

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Der Euro legte nach den Daten zu und auch der Aktienindex Dax weitete seine Gewinne aus. Ökonomen reagierten positiv auf die überraschend guten Zahlen. "Aber so langsam fragt man sich, ob der Ifo-Index die tatsächliche Konjunkturlage noch so exakt widerspiegelt wie in der Vergangenheit", sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein sieht eine "ausgelassene Partystimmung" bei den Firmen. "Selbst die Aufwertungen des Euro können die Stimmung nicht dämpfen." Ifo-Experte Klaus Wohlrabe sagte zu Reuters, die Unternehmen könnten dies gut wegstecken. "Da sieht die deutsche Wirtschaft keine Hindernisse."

Ifo-Umfrage Stimmung bei Exporteuren gut wie seit Jahren nicht mehr

Deutsche Exporteure profitieren erheblich von der wirtschaftlichen Dynamik in der Europäischen Union, heißt es vom Ifo-Chef. Deshalb sei die Stimmung unter den deutschen Exporteuren auf Rekordniveau.

Ein LKW-Parkplatz an der Autobahn-Raststätte Michendorf (Brandenburg). Quelle: dpa

Ökonom Gitzel warnte jedoch, dass die Kartellermittlungen gegen die deutsche Autoindustrie "durchaus das Potenzial haben, zu einem breiten Stimmungsdämpfer zu werden". Komme es zu Beweisen und zu Sammelklagen, könnten die Autobauer den Rotstift ansetzen. Davon wäre dann die Zuliefererindustrie betroffen und auch der Mittelstand. "Möglicherweise wird also die Party empfindlich gestört."

In der Industrie schnellte der Teilindex im Juli ebenfalls auf einen Höchstwert und auch der Optimismus für das nächste halbe Jahr legte nochmals zu. Im Großhandel ging es bergauf, während sich die Stimmung der Einzelhändler eintrübte - allerdings auf einem "sehr hohen Niveau".

Ifo Deutsche Chefs lassen sich Laune nicht verderben

Der Aufschwung halt an: Das Geschäftsklima in Deutschland ist so gut wie seit sechs Jahren nicht. Besonders die Baubranche erlebt ein Stimmungshoch.

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest Quelle: dpa

Der Bauboom, die Konsumfreude der Deutschen und anziehende Exporte kurbeln derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Die Bundesregierung sagt der Wirtschaft für 2017 ein Wachstum von 1,5 Prozent voraus, das sich im nächsten Jahr auf 1,6 Prozent beschleunigen dürfte. Viele Forschungsinstitute sind hier allerdings noch einen Tick optimistischer.

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