Konjunkturprognose: Auf Europa kommen schwere Zeiten zu

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Konjunkturprognose: Auf Europa kommen schwere Zeiten zu

Die Konjunktur in der Euro-Zone wird nach Vorhersage des Ifo-Instituts in den nächsten Monaten nur leicht anziehen. Zudem warnen die Autoren: Die Prognose könnte schon bald korrigiert werden.

In der europäischen Wirtschaft ist nach Einschätzung führender Forschungsinstitute auch in den kommenden Monaten keine durchgreifende Belebung in Sicht. Zwar werde sich das Wachstum im Euroraum geringfügig beschleunigen, es bleibe aber schwach, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Gemeinschaftsstudie des Münchner Ifo-Instituts, des französischen Insee und des italienischen Istat. Für das erste und zweite Quartal erwarten die Experten jeweils 0,3 Prozent Wachstum, nach 0,2 Prozent im vierten Quartal 2014.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Dabei dürften die einzelnen Länder sehr unterschiedlich abschneiden: Für Deutschland und Spanien erwarten die Experten ein robustes Wachstum, für Frankreich eine gemäßigte und für Italien eine schwache Entwicklung.

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Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich nach Einschätzung der Institute langsam verbessern. Auch wegen des Preisverfalls beim Öl rechnen sie mit einem Anstieg der verfügbaren Einkommen, der sich voraussichtlich positiv auf den privaten Konsum auswirken werde.

"Die Investitionen werden sich 2015 erholen, getrieben von besseren Finanzierungsbedingungen und einer zunehmenden Nachfrage aus dem In- und Ausland", heißt es in der Prognose weiter. Zu einer positiveren Entwicklung könnte ein weiterer Rückgang des Ölpreises und des Euro-Dollar-Wechselkurses beitragen.

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Die nur mäßig optimistische Prognose könnte zudem schon bald einkassiert werden. Dann nämlich, wenn die Griechen bei der anstehenden Parlamentswahl die Regierung aus dem Amt spült.

In den Umfragen liegt das linke „Syriza“-Bündnis vorne. Deren Vorsitzender Alexander Tsipras droht, im Falle eines Wahlsieges die Tilgungszahlungen für die Hilfskredite an die anderen europäischen Staaten zu stoppen. Ein Euro-Aus der Griechen droht.

Sollte sich diese Debatte auch nach der Wahl fortsetzen, würde sich das mit Sicherheit auch auf das Investitionsklima in der Eurozone negativ auswirken, was zu einem geringeren Wirtschaftswachstum beitragen könnte.

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