Hyperloop und Maglev : Die Schnellzüge der Zukunft

Hyperloop und Maglev : Die Schnellzüge der Zukunft

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Millionäre aus dem Silicon Valley bauen sich ihre Turbobahn

von Matthias Hohensee, Martin Fritz, Philipp Mattheis, Jürgen Rees und Benjamin Reuter

Eine neue Generation rasend schneller Züge läutet ein zweites Eisenbahn-Zeitalter ein, um die enorm wachsenden Metropolen weltweit zu verbinden. Nur nicht in Deutschland.

Unmöglich Scheinendes möglich zu machen, dafür ist der US-Unternehmer Elon Musk bekannt. Etwa kostengünstige Raketen ins All zu schießen oder einen schicken Elektroflitzer mit reichlich Reichweite auf die Räder zu stellen. Das Rezept des Gründers von SpaceX und Tesla Motors: einfach machen, auch wenn alle daran zweifeln. Genau so geht er bei der von ihm erdachten Superschnellbahn vor, dem Hyperloop.

Diese Rakete an Land soll Passagiere mit bis zu 1200 Kilometern pro Stunde statt auf Schienen durch eine weitgehend luftleere Röhre schießen, angetrieben von einem Linearmotor wie einst der deutsche Transrapid. Und soll so dem Flugzeug Konkurrenz machen. Die 800 Kilometer von Hamburg nach München, für die der ICE rund fünfeinhalb Stunden benötigt, ließen sich derart in nur 45 Minuten bewältigen.

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Größenwahn des High-Tech-Tals

Vor anderthalb Jahren veröffentlichte Milliardär Musk auf 57 Seiten erste Ideen für seine moderne Rohrpost. Er lud Tüftler und Unternehmer aus aller Welt ein mitzumachen. Seitdem hat seine Idee, die Kritiker als völlig verrückt abtaten, erstaunliche Fortschritte gemacht. Vor Kurzem kündigte Musk an, eine Teststrecke in Texas zu errichten. Zudem widmen sich inzwischen zwei Start-ups aus der Nähe von Los Angeles dem Projekt, eines davon unter Führung des deutschstämmigen Gründers Dirk Ahlborn. Beteiligt sind mehr als 150 Top-Entwickler unter anderem vom US-Telekomriesen Cisco, Flugzeugbauer Boeing und der Elite-Uni Harvard, die sich abseits ihrer Arbeitszeit für das Projekt engagieren.

Seit kurzem unterstützt eine Handvoll Millionäre aus dem Technik-Mekka Silicon Valley ein zweites Team. Einer davon ist Shervin Pishewar, der Teile am milliardenschweren Taxi-Start-up Uber hält. Er verkündet mit dem ganz gewöhnlichen Größenwahn des High-Tech-Tals: „Wenn wir dieses Transportkonzept realisieren, stehen wir am Beginn einer neuer Zivilisation.“

Renaissance der Hochgeschwindigkeitszüge

Der Hyperloop ist nur ein – wenn auch sehr futuristisches – Beispiel für einen Trend: Weltweit erleben Hochgeschwindigkeitszüge eine Renaissance. China überzieht das riesige Land mit Schnellzugstrecken, und in Japan ist der Bau einer ersten, mehrere Hundert Kilometer langen Verbindung per Magnetzug gestartet.

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Quelle: Bloomberg

„Die Eisenbahn erlebt derzeit eine Wiedergeburt“, sagt Colin Stewart, der beim international renommierten Architektur- und Ingenieurbüro Arup die Schienensparte leitet. Über mittlere und lange Distanzen sei die Bahn nun einmal die effizienteste Art, viele Passagiere zu transportieren.

Nachfrage nach Zugstrecken wird vermutlich steigen

Vor allem die rasante Urbanisierung wird die Nachfrage nach Zugstrecken weiter vorantreiben, erwarten die Ingenieure von Arup. Jeden Tag wachsen die Städte der Welt um mehr als 170.000 Einwohner. 2050 werden 75 Prozent der Menschen in Metropolen leben.

Gleichzeitig wird sich laut dem Internationalen Transportforum, einem Thinktank der OECD zum Verkehr, die Strecke verdreifachen, die Menschen zur Arbeit und für Freizeit zurücklegen. Eine umweltfreundliche Verbindung im Minutentakt zwischen diesen Megastädten der Zukunft können nur Züge bieten.

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