DVD-Kritik: Die Erfolgsstory von Steve Jobs ist langweilig

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DVD-Kritik: Die Erfolgsstory von Steve Jobs ist langweilig

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In "Jobs" spielt Ashton Kutcher den Apple-Visionär

von Clare Devlin

Zu schlecht für die deutschen Kinos: Der neue Film über Steve Jobs erscheint am 27. März bei uns auf DVD. In Amerika floppte der Film vergangenes Jahr. Er ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Fazit: Wenig überzeugend, trotz Ashton Kutcher in der Hauptrolle.

Vom übel riechenden College-Abbrecher ohne Schuhe zum philosophierenden Visionär, bis hin zum menschlich fragwürdigen Milliardär: ein Leben, wie gemacht für Hollywood. In „Jobs - Die Erfolgsstory von Steve Jobs“ wird das Leben des Apple-Gründers im Schnelldurchlauf erzählt. Er erfindet Apple, wird aus seiner eigenen Firma geschmissen und stampft kurzerhand zwei neue Unternehmen aus dem Boden. Nach Pixar und Next kehrt er zurück zu Apple, der Kreis schließt sich, und der Film ist vorbei.

Schon nach wenigen Minuten geht es vielversprechend los. „Es sind 1000 Songs in der Hosentasche. Ich möchte ihn Euch präsentieren: Den iPod.“ – Steve Jobs stellt auf großer Bühne die neue Revolution vor. Dann beginnt der Rückblick auf sein Leben.

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Jobs begegnet uns 1974, kurz nachdem er sein Studium am Reed College geschmissen hat. Er rebelliert gegen das System, ist ein Künstler. Heruntergekommen, in zerschlissenen Jeans und meist ohne Schuhe philosophiert er über das Leben. Er liebt Computer und Technik genauso wie Drogen. In Indien sucht er nach dem Sinn seines Lebens. Erstaunlich authentisch spielt Ashton Kutcher seine Rolle. Trotz Teenie-Komödien schafft er es sein Hollywood-Blockbuster-Image abzulegen.

Chronologisch wird sein Leben weitererzählt. 1976 trägt er wieder Schuhe und arbeitet als Spieleentwickler. Jobs scheitert, denn er liebt seine Unabhängigkeit. „Sie sind gut, verdammt gut. Aber Sie sind ein Arschloch“, sagt sein Chef zu ihm.

Danach gibt es die Portion Drama, keiner will sein Betriebssystem kaufen. Im Schnelldurchlauf wendet sich die Situation. Apple wird gegründet, in der heimischen Garage werden die Home-Computer zusammengeschraubt. Neben der Erfolgsstory gibt es auch das Beziehungsdrama: Jobs wird Vater, verschmäht seine Freundin und seine Tochter. Er wird zusehend cholerisch im Beruf, wirkt überheblich und verliert seine menschlichen Züge.

Der Film springt zu den wichtigsten Etappen in Jobs Leben. Die Vorstellung des Apple II, Apples Börsengang, der verlorene Machtkampf mit Aufsichtsratschef Arthur Rock und Neu-CEO John Sculley. Nachdem er aus seiner eigenen Firma geworfen wurde, gibt es wieder Zeitraffer. Ein bisschen Traurigkeit, Trotz und Verbitterung. Irgendwann kommt Bill Gates ins Spiel, Jobs steigt wieder bei Apple ein und verwirklicht sein Herzensprojekt, den Mac.

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Auch ohne ein Apple-Spezialist zu sein, gibt es nicht viel Neues bei dem Film. Es ist die übliche Geschichte eines Überfliegers, viel wusste man schon. Der Film endet genau an dem Punkt, an dem es spannend wird. 1997 ist Schluss, der iMac erfunden. Aber wie hat Jobs das Unternehmen so erfolgreich gemacht? Wie hat er den Mac vermarktet? Wie ist der iPod angekommen und wie ist man auf die Idee des iPhones gekommen? Wie ist der Streit mit Microsoft ausgegangen?

Der Film bleibt nah an der Realität, dadurch wirkt das Erzähltempo an vielen Stellen zu hektisch, an anderen wieder zu lang gezogen. Wer keine 500-Seiten Biographie über Steve Jobs lesen will, der  bekommt durch den Film einen guten Überblick. Mehr aber auch nicht. Der Film zeigt den Aufbau des Unternehmens und gibt eine Idee von Jobs Charakter. Dabei bleibt er wohlwollend. Steve Jobs wird egozentrisch, eigenwillig, aber trotzdem in sich gekehrt und ruhig gezeigt. Der Film schafft es dabei nicht zu fesseln. Er ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein bisschen Biographie, ein bisschen Unternehmensgeschichte, ein kleiner Eindruck aus dem Silicon Valley.

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