George Boole: Der Mathematiker, der Google möglich machte

George Boole: Der Mathematiker, der Google möglich machte

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Zeitgenössische Zeichnung des britischen Mathematikers George Boole.

George Boole entwickelte schon vor 200 Jahren die Grundlagen für Computer, Smartphones und Suchmaschinen im Internet. Die Boole'sche Algebra sitzt tief in der Schaltzentrale jedes modernen Computers – und machte Datenbankabfragen erst möglich.

Wer heute etwas im Internet sucht, findet dank George Boole das gewünschte Ergebnis: Der britische Selfmade-Mathematiker hat Mitte des 19. Jahrhunderts die Gesetze der Logik formuliert, nach denen Computer, Smartphones, Datenbanken und eben auch Internet-Suchmaschinen funktionieren. Die Boole'sche Algebra ist das Fundament der modernen Informationstechnologie. Vor 200 Jahren, am 2. November 1815, wurde Boole im englischen Lincoln geboren.

„Der von Boole eingeführte Begriff der Boole'schen Algebra sitzt tief im Herzen der modernen Logik und damit in der Schaltzentrale jedes modernen Computers“, betont der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Mathematische Logik und für Grundlagenforschung der exakten Wissenschaften (DVMLG), Prof. Benedikt Löwe. Die Boole'schen Operatoren wie UND, ODER, NICHT sind heute Kernstücke von Computerprogrammen und Datenbankabfragen.

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Früher Unterricht in Mathematik

Booles Vater John war Schuhmacher mit einem Faible für Naturwissenschaft und Mathematik, seine Mutter Mary Ann eine Kammerzofe. George war das erste Kind des Paars, das nach neun Jahren kinderloser Ehe die Hoffnung auf Nachwuchs schon beinahe aufgegeben hatte. Sein Vater unterrichtete George, der noch zwei Brüder und eine Schwester bekommen sollte, schon früh in Mathematik und impfte ihm eine Vorliebe für die Konstruktion optischer Instrumente ein.

Hier dominiert Google den Suchmaschinenmarkt

  • Europa

    In Europa hat Google sage und schreibe 92,8 Prozent des Suchmaschinenmarkts inne.„Aussichtsreichster“ Konkurrent ist mit 2,5 Prozent die Microsoft-Suchmaschine Bing, gefolgt von Yahoo mit 2,1 Prozent.

  • Deutschland

    In Deutschland hält Google einen Marktanteil von 94 Prozent. Bing ist auch hier der größte Konkurrent – und liegt weit abgeschlagen mit zwei Prozent Marktanteilen auf Platz zwei. T-Online, eine der am meisten besuchten deutschen Webseiten, hat gerade einmal 1,1 Prozent des Suchmaschinenmarkts inne.

  • Italien

    Google vereint in Italien 95 Prozent der Marktanteile auf sich. Yahoo und Bing verfügen insgesamt über vier Prozent des Markts. Ask, die viertgrößte Suchmaschine der USA nach Google, Yahoo und Bing kommt in Italien auf 0,3 Prozent der Marktanteile.

  • Großbritannien

    Googles Marktmacht ist für Google Verhältnisse relativ gering. Lediglich 90 Prozent des Markts hat der US-Konzern inne. Bing und Yahoo beanspruchen gemeinsam acht Prozent des Markts für sich – für europäische Verhältnisse ein vergleichsweise hoher Wert.

  • Polen

    Polen hat seine eigene Suchmaschine – Onet. Die hält allerdings nur 0,4 Prozent der Marktanteile – Google dagegen kommt auf einen Wert von 97 Prozent. Yahoo und Bing vereinen 1,8 Prozent auf sich.

In der Schule interessierte sich George besonders für Sprachen und brachte sich selbst Altgriechisch, Französisch und Deutsch bei. Mit 14 übersetzte er ein Werk des antiken griechischen Dichters Meleagros so brillant, dass Kritiker bezweifelten, irgendein 14-Jähriger könne zu einer derart tiefgründigen Übersetzung imstande sein, wie John O'Connor und Edmund Robertson in der Biografie des MacTutor-Archivs zur Geschichte der Mathematik schreiben. Das Archiv wird von der schottischen Universität St. Andrews betrieben.

Professor ohne eigenes Studium

Zwei Jahre später, mit 16 Jahren, wurde Boole Hilfslehrer, um seine Familie finanziell zu unterstützen, nachdem der Schusterladen seines Vaters in die Pleite gerutscht war. Mit 19 eröffnete George seine eigene Schule. Nebenbei studierte er die Werke großer Mathematiker. Ein Fachaufsatz, den Boole 1844 mit 29 Jahren veröffentlichte, brachte ihm ersten wissenschaftlichen Ruhm ein. Fünf Jahre später wurde er schließlich - ohne selbst jemals eine Universität besucht zu haben - zum Mathematikprofessor am Queen's College im irischen Cork berufen, dem heutigen University College Cork.

Hier dominiert Google nicht den Suchmaschinenmarkt

  • China

    Auf dem chinesischen Markt hat Google nicht fußgefasst. Mit einem Anteil von 0,37 Prozent steht es sogar hinter Bing zurück. Marktführer in China ist Baidu mit 56 Prozent des Markts, gefolgt von Qihoo 360, die 29 Prozent halten.

  • Südkorea

    Auch in Südkorea hat Google einen schlechten Stand. Nicht einmal zwei Prozent der Marktanteile kann Google auf sich vereinigen. Naver dominiert mit 77 Prozent der Anteile den Markt. Navers stärkster Konkurrent ist die lokale Suchmaschine Daum, die 18,8 Prozent inne hat.

  • Russland

    In Russland muss Google sich aktuell mit rund 30 Prozent des Markts zufrieden geben. Marktführer ist die russische Suchmaschine Yandex, die 60 Prozent der Marktanteile auf sich vereinnahmt. Dritt stärkste Macht in Russland ist Mail.ru, die sieben Prozent der Marktanteile haben.

  • Tschechien

    Da Google für den tschechischen Markt keine Zahlen veröffentlicht, ist nicht klar, wer Marktführer ist. Fest steht, dass die tschechische Suchmaschine Seznam bis 2010 den tschechischen Markt dominierte. Google hatte damals nur 20 Prozent der Marktanteile inne. Seznam beansprucht die Marktführerschaft bis heute. Branchenkenner schätzen Seznams Anteile zwischen 40 und 60 Prozent – Googles ebenfalls.

Dort veröffentlichte Boole 1854 sein wichtigstes Werk, „An investigation into the Laws of Thought“ (Eine Untersuchung der Gesetze des Denkens). „Schon Gottfried Wilhelm Leibniz hoffte, dass man das menschliche Argumentieren in algorithmisches Rechnen überführen und somit über den Zweifel der Subjektivität erhaben machen könne“, berichtet Löwe, der an der Universität Hamburg forscht. „Und Booles algebraische Sichtweise der Logik ermöglicht die Verwirklichung des Leibniz'schen Traums in der Form des heutigen Computers.“ Erst durch die Ideen Alan Turings Anfang des 20. Jahrhunderts und die Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg habe die Boole'sche Algebra allerdings ihren Siegeszug als Kernbestandteil moderner Computerarchitektur antreten können.

Jähes Ende durch Lungenentzündung

Boole selbst hatte zwar vermutlich keine Computer vorausgesehen, die Tragweite seiner Arbeit aber durchaus erkannt, die er in einem Brief an Lord Kelvin einmal als „meinen wertvollsten, wenn nicht meinen einzigen wertvollen Beitrag zu Wissenschaft“ bezeichnet hat. Außer mit Logik beschäftigte sich Boole auch mit Differentialgleichungen, Zahlentheorie und numerischen Methoden.

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Mit seiner 17 Jahre jüngeren Frau Mary Everest, nach deren Onkel - einem britischen Geodäten - der höchste Berg der Welt benannt ist, hatte er fünf Töchter. George Booles Karriere kam zu einem jähen Ende, als er sich auf dem drei Kilometer langen Fußweg von seinem Heim zur Universität im strömenden Regen eine Lungenentzündung zuzog.

Angeblich soll Booles Frau in dem Versuch, Gleiches mit Gleichem zu heilen, George im Krankenbett wiederholt mit Wassereimern übergossen haben. Boole erholte sich nicht mehr und starb am 8. Dezember 1864 mit 49 Jahren in Ballintemple bei Cork.

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