Megaupload: Kim Dotcom rechnet mit mauschelnden Staatslenkern ab

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Megaupload: Kim Dotcom rechnet mit mauschelnden Staatslenkern ab

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Kim Schmitz

von Meike Lorenzen

Er ist eine der umstrittensten Gestalten der Internetbranche. Für die einen ist er ein Freiheitskämpfer, für andere ein millionenschwerer Betrüger. Nun spricht der gebürtige Kieler über den Prozess, der gegen ihn geführt wird, und den Einfluss, den die US-Regierung und auch der neuseeländische Tourismus auf sein Geschäft haben.

Seit der neue Dienst Mega von Kim Dotcom im Februar an den Markt gegangen ist, ist es relativ still geworden um den Internet-Pionier. Dabei fragen sich nicht wenige, wie das neue Produkt des gebürtigen Kielers angelaufen ist. Und wie geht es ihm eigentlich, nachdem bekannt geworden ist, dass sein Auslieferungsverfahren in die USA erneut verschoben wurde? Kim Dotcom steht vor enormen Gerichtskosten. Wird der inzwischen in Neuseeland lebende Deutsche tatsächlich in die USA ausgeliefert, droht ihm eine Haft von bis zu 20 Jahren. Unter diesen Umständen war es nur eine Frage der Zeit, wann sich das Schwergewicht wieder zu Wort melden würde.

Nun gab er dem US-Fernsehsender ABC ein Interview und teilte in seiner gewohnt ruhigen Art kräftig aus. „Eigentlich müsste man auch YouTube und andere Seiten abstellen, die eine Plattform für Inhalte darstellen“, sagte er. Und: „Wir haben ausschließlich eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt.“ Mit den kriminellen Urheberrechtsverletzungen habe er als Gründer nichts zu tun. Im Gegenteil verteidigte er seine Arbeit: „Wir haben illegalen Content zum Teil binnen drei Stunden von der Seite entfernt. Das Gesetz fordert 24 Stunden.“

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Doch noch einmal zu den Hintergründen: Megaupload stand einst auf Platz 14 der meistbesuchten Websites weltweit und verzeichnete zeitweise vier Prozent des gesamten weltweiten Internet-Datenverkehrs. Die Film- und Video-Plattform Megaupload aus den USA wurde eingestellt, weil Gründer Kim Dotcom mit den dort verbreiteten Raubkopien Millionen verdient haben soll. Eigentlich war bezüglich seiner Auslieferung in die USA eine Anhörung für August angesetzt, nun findet sie erst im November statt. Mehrfach wurde der Termin bereits verschoben. „Je länger sie den Fall in die Länge ziehen, desto mehr Kosten habe ich“, kommentierte Kim Dotcom das Vorgehen der Kläger, das er als Strategie bezeichnet. „Ich werde dehydriert.“

Druck auf Facebook und Google

Um den Gerichtskosten in einer Höhe von geschätzten 50 Millionen Dollar Herr zu werden, zieht Dotcom unter anderem eine „Patentkarte“. Ein neues Identifizierungssystem von Apple und Google stamme eigentlich aus seiner Feder. Er habe es bereits 1997 erfunden. Klagen will Kim Dotcom aber nicht gegen die Megakonzerne. Er habe sie lediglich aufgefordert, ihn in seinem Kampf für die Freiheit des Netzes zu unterstützen. Man habe schließlich die gleichen Interessen.

Sicherheitssystem Kim Dotcom will Twitter und Co. verklagen

Twitter will seine Anmeldesysteme sicherer machen. Genau gegen diese Systeme klagt der Internet-Unternehmer Kim Dotcom. Die Sicherheitsmaßnahmen von Twitter, Google oder Facebook seien seine Erfindung.

Der umstrittene Internet-Unternehmer Kim Dotcom will US-Konzerne verklagen. Quelle: Reuters

Der Prozess gegen ihn hat das Leben des Partyliebenden Millionärs radikal verändert. Mit seiner Familie lebt er in einer millionenteuren Villa vor den Toren Aucklands. Als goldenen Käfig bezeichnet er das Haus und das Gelände drumherum. Seitdem das FBI Anfang 2012 seine Villa stürmte und den Geschäftsmann festnahm, hat er Neuseeland nicht verlassen. Damals schlugen die Beamten in der Nacht vor dem 38. Geburtstag Kim Dotcoms zu - so konnten sie sicher sein, dass alle Mitbeschuldigten anwesend sein würden. Dotcom und drei Mitarbeiter wurden verhaftet. 70 Beamte durchsuchten das ausgedehnte Anwesen und stellten Gegenstände und Geld im Wert von sechs Millionen neuseeländischen Dollar (etwa 3,7 Mio Euro) sicher.

Im Zuge des Prozesses stellte Kim Dotcoms Verteidigung klar, dass der vermeintliche Kriminelle entgegen der geltenden Rechtslage vom neuseeländischen Nachrichtendienst GCSB (Government Communications Security Bureau) ausgespäht wurde. Als leidenschaftlicher Computerspieler hatte Dotcom bemerkt, dass seine Hochgeschwindigkeitsverbindung ins Internet immer langsamer wurde.

Dotcom hat es geschafft, dass die Bespitzelung vom Gericht ebenso für illegal erklärt wurde, wie die Razzia vom 20. Januar 2012. Der für den GCSB zuständige Ministerpräsident John Key entschuldigte sich öffentlich.

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