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Mobiles Zahlen ohne Kreditkarte: Ein Überlebensstrohhalm für die SMS

von Manuel Reinhard Quelle: Netzwertig.com

Die SMS scheint wie ein Relikt aus alter Zeit. Als Bezahlmittel hätte sie aber weiterhin großes Potential, was weitgehend ignoriert wird.

Das Electronic-Commerce-Center Handel vom Kölner Institut für Handelsforschung und die Hochschule Aschaffenburg haben in ihrer aktuellen Payment-Studie "Der Internetzahlungsverkehr aus Sicht der Verbraucher", den Online-Kunden auf die Finger geschaut: Womit zahlen die Deutschen am liebsten, wenn sie online einkaufen? Und gibt es Unterschiede beim Bezahlverhalten, wenn der Kunde mit dem Smartphone oder am Computer shoppt? Für das Ranking haben sich die Wissenschaftler 7.958 Bezahlvorgänge von 993 Webshoppern angeschaut.

Das Ergebnis: 0,7 Prozent nutzen giropay, ein Online-Bezahlverfahren, das auf der Überweisung des Online-Bankings basiert und von verschiedenen deutschen Banken angeboten wird. Hinter der Die giropay GmbH stehen Postbank, Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken. Eine Registrierung bei giropay ist nicht nötig, es genügt ein Girokonto, das für Online-Banking per TAN-Verfahren freigeschaltet ist.

Bei Online-Einkäufen per Smartphone gaben 13,2 Prozent an, schon einmal giropay benutzt zu haben, 41,2 Prozent können es sich zumindest vorstellen, mit dem Smartphone per giropay zu zahlen.

Bild: Screenshot

Fünf Jahre nach der Deutschen Post zieht nun die Schweizerische Post nach und bietet einen Service, um die Briefmarke für einen Standardbrief per SMS zu kaufen. Die beiden Dienste funktionieren praktisch identisch. Der große Unterschied: Während die Idee 2008 noch innovativ war, wirkt eine SMS-Lösung heute ziemlich altbacken. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, wo die gute alte SMS gegenüber Apps doch noch die Nase vorn hat: Das Inkasso ist schon mit dabei.

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Online-Bezahlung als Dauerbaustelle

Online-Zahlung ist auch im Jahr 2013 tatsächlich immer noch ein Problem. Trotz vieler Bemühungen hat sich noch kein Zahlungsdienst so richtig breit durchgesetzt. Zwar zeigen Studien, dass Paypal in Deutschland die häufigste Zahlungsart im Online-Geschäft ist. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass dies oft nur mangels Alternativen der Fall ist.

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Gerade die Zahlung per Rechnung wird von vielen Usern immer noch bevorzugt – für Händler besteht dabei jedoch kein unwesentliches Inkassorisiko. Häufig bleibt dann noch die Bezahlung per Kreditkarte. Auch diese ist aber oft nur das geringste Übel, sind die Zahlungsprozesse doch alles andere als benutzerfreundlich und die Angst vor Missbrauch der Daten schwingt in so manchem Hinterkopf mit – wenn auch nicht unbedingt begründet. Nimmt man noch die Problematik dazu, dass Händler im Bereich Micropayment eigentlich überall hohe Gebühren zahlen müssen, ergibt sich in der Summe ein Armutszeugnis für das Web: Ein befriedigender Vorgang der Online-Zahlung ist eigentlich noch ausstehend.

Ausgerechnet die SMS bietet an dieser Stelle einen entscheidenden Vorteil: Die Premium-SMS (in Deutschland übrigens erst seit 10 Jahren verfügbar) kann dem Endkunden mit einem Preis von bis zu 5 Euro zugestellt werden und wird direkt dessen Mobilfunkrechnung belasten. Kein zusätzlicher Account und keine Kreditkarte ist notwendig. Zwar hat die Premium SMS einen schlechten Ruf, doch eigentlich wäre sie ein geeignetes Mittel für die Telekommunikationsanbieter um den wegen Gratis-Messengern wie WhatsApp laufend sinkenden SMS-Umsätzen etwas entgegenzusetzen. Die Voraussetzungen sind eigentlich ideal: Die User-Daten sind bereits vorhanden, das Inkasso-System steht bereit und die Technologie ist auch jedermann zugänglich.

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