Im „Volocopter“ dem Stau entrinnen: Kommt bald die Passagier-Drohne?

Im „Volocopter“ dem Stau entrinnen: Kommt bald die Passagier-Drohne?

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Die "Volocopter" genannte Passagier-Drohne VC200 der Firma e-volo GmbH. Rund 250 000 bis 300 000 Euro soll das zweisitzige Fluggerät einmal kosten.

Gründerzeit am Himmel: Vor einem Jahrzehnt tauchten erste Drohnen unterm Weihnachtsbaum auf. Die unbemannten Fluggeräte erschlossen ganz neue Geschäftsfelder. Bald schon sollen sie Passagiere befördern können. Die explosionsartige Vermehrung erfordert aber neue Regeln.

Die Drohnen sind los. Kleine ferngesteuerte Fluggeräte in allen Preis- und Leistungsklassen sowie Größen sind ein Dauerbrenner unterm Weihnachtsbaum. Was einst die Modelleisenbahn war, scheint heute der Hightech-Flieger am Himmel zu sein.

Weltweit wird ihre Zahl mittlerweile auf mehrere Millionen geschätzt. „Es gibt Schätzungen, wonach die weltweite Wertschöpfung durch Drohnen in den kommenden Jahren auf rund 130 Milliarden Dollar steigen könnte“, sagt der Experte Thomas Kriesmann vom Luftfahrtversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS).

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Die AGCS hat gerade eine Studie vorgelegt, die für das Jahr 2020 global rund 4,7 Millionen der „Multicopter“ vorhersagt. Am Himmel hat eine regelrechte Gründerzeit eingesetzt, die ähnlich wie nach der Erfindung des Automobils bisherige Regelwerke auf den Kopf stellt. Schon bevölkern Prototypen den Himmel, bei denen Passagiere an Bord sitzen.

Der Tüftler Alex Zosel aus Karlsruhe etwa hat eine „Volocopter“ genannte Passagierdrohne entworfen und sieht damit eine „Revolution in der Mobilität der Menschheit“ dämmern. „Wir haben mit einer vorläufigen Verkehrszulassung im März den Erstflug durchgeführt und wollen 2018 mit unserem Volocopter VC200 in die Serienfertigung gehen“, sagt die Sprecherin seiner Firma e-Volo, Kathrin Mohr. Rund 250 000 bis 300 000 Euro soll das zweisitzige Fluggerät mit den auf einem kreisförmigen Drehgestell montierten 18 Rotoren einmal kosten.

Einziges Problem: Der Elektroantrieb des Fluggeräts leidet noch unter dem gleichen Problem wie viele E-Autos - der mangelnden Reichweite. Bisher kommt der „Volocopter“ auf eine reine Flugzeit von 25 Minuten. Mohr: „Deshalb halten wir uns auch eine Hybrid-Option offen.“

Auch der europäische Flugzeugbauer Airbus denkt über solche Konzepte nach, die in China, Israel, den USA oder Kanada die Fantasie der Hersteller ebenfalls beflügeln. Bis zur Marktreife der auch als Lufttaxi zu nutzenden Geräte dürften aber noch Jahre verstreichen.

Hinzu kommen drohnengestützte Geschäftslösungen - etwa in Infrastruktur, Landwirtschaft und Verkehr. In Österreich vertreibt der autonom arbeitende Flugroboter „Winzerfalke“ in den Weingärten Stare, um Ernteeinbußen zu verringern. Ob Pizza-Lieferung, Luftbild-Aufnahmen, Inspektionen oder Kontrolle von Stränden, Wäldern und Grenzen: Die Einsatzmöglichkeiten scheinen unendlich zu sein.

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Gleichzeitig boomt der Verkauf von Detektionsanlagen zur Früherkennung der kleinen Flugobjekte. Not macht dabei erfinderisch - und befeuert eine ganze Industrie. Die Bandbreite reicht von elektronischen Störsendern über regelrechte Bazookas mit Sperrnetzen bis hin zu abgerichteten Adlern, die in sozialen Medien Fantasie und Debatten beflügeln. Denn je mehr Drohnen im Luftraum unterwegs sind, desto stärker steigen die Sicherheitsrisiken - von Kollisionen und Abstürzen bis zu Cyberangriffen und Terrorismus. Erste Berichte über Drohnenbomben der IS-Terrormiliz tauchten bereits in Syrien auf.

Und auch die Liste spektakulärer Drohnenabstürze wird immer länger. Mitte November etwa krachte eine Drohne im Münchner Olympiapark aus 180 Metern Höhe nur knapp neben einer Familie mit zwei Kindern zu Boden. Im Februar traf eine Drohne das Empire State Building in New York - auch hier gab es wie durch ein Wunder keine Verletzten.

Auch die Versicherungen haben Drohnen daher als neues Geschäftsfeld entdeckt. Bisher liegen die Schäden durch auf Auto- oder Glasdächer abgestürzte Drohnen nach Branchenangaben meist im vier- bis fünfstelligen Bereich. Doch ein Horrorszenario, wie es die BBC in einem Video arrangierte, lässt auch die Versicherer erstarren: Die Spielzeugdrohne eine kleinen Jungen gerät dabei am Hospital in den Heckrotor eines startenden Helikopters - mit verheerenden Folgen.

An Vorschlägen für eine Begrenzung der Wildwest-Stimmung am Himmel mangelt es denn auch nicht. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) etwa will Mobilfunk-Chips obligatorisch machen, die die Positionsdaten der unbemannten kleinen Flieger umgehend in die Flugsicherungssysteme einspeisen. Sie geht allein in Deutschland von inzwischen mehr als 400 000 Drohnen aus, die meisten davon in der Hand von Privatnutzern.

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