Neurologie: Forscher entdecken Gene für Intelligenz

Neurologie: Forscher entdecken Gene für Intelligenz

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Welche Gene für unsere geistigen Fähigkeiten zuständig sind fanden Forscher jetzt heraus.

von Susanne Kutter

Ein internationales Forscherteam hat erstmals zwei Gruppen von Genen im Gehirn identifiziert, die die menschliche Intelligenz steuern.

Die Erbanlagen - unsere Gene - sind auch für die Intelligenz zuständig, das ist Wissenschaftlern seit Langem klar. Doch welche Gene dabei die entscheidende Rolle spielen war bisher nicht bekannt. Erstmals konnte nun ein 34-köpfiges Team aus Forschern aus Großbritannien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Singapur und Australien zwei Gruppen von Genen ausfindig machen, die die Entwicklung und Steuerung unserer geistigen Fähigkeiten lenken.

M1 und M3, so heißen die beiden Gen-Cluster, bestehen jeweils aus hunderten von Einzelgenen, die in einem Netzwerk eng zusammenarbeiten. Sie dirigieren unser Denken, unsere Erinnerungen und unserer Aufmerksamkeit, meinen die beteiligten Wissenschaftler. Einer von Ihnen, der Neurologe Michael Johnson vom Imperial College London, sagt: "Eigenschaften wie die Intelligenz werden von großen Gen-Gruppen gemeinsam geregelt, wie in einem Fußball-Team mit Spielern an unterschiedlichen Positionen."

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Diese beiden Gen-Mannschaften werden wiederum von einigen wenigen zentralen Gen-Schaltern gesteuert, schätzen die Forscher.

Mensch 2.0 - Welche Techniken und Implantate uns besser leben lassen

  • Besser hören

    Ein Mikrochip im Innenohr (38.000 Euro) lässt Taube wieder hören.

  • Stimmung steuern

    Hirnschrittmacher (ab 31.000 Euro) senden elektrische Impulse ins Gehirn, um epileptische Anfälle, das Zittern von Parkinson-Kranken und Depressionen zu heilen.

  • Berührungslos greifen

    Ein Chip erfasst Nervenreize. Denkt ein Proband "Greifen", kann er eine Prothese fernsteuern.

  • Magnetismus spüren

    Werden kleine Magnete unter die Haut der Fingerkuppen implantiert (200 Euro), können Menschen elektromagnetische Felder wahrnehmen.

  • Lähmung überwinden

    Mit einer vollelektronischen Orthese (60.000 Euro) können Menschen gelähmte Gliedmaßen wieder benutzen.

  • Natürlich gehen

    Mikroelektronik in modernen Prothesen (30.000 bis 40.000 Euro) kontrolliert und steuert innerhalb von Millisekunden die Position des Kunstbeins beim Gehen, Rennen oder Treppensteigen.

  • Schneller rennen

    Mit superleichten Karbonfedern (8.000 Euro) spurten Sportler besser als mit normalen Fußprothesen.

  • Schmerzfrei leben

    Implantate nahe dem Rückenmark (etwa 20.000 Euro) stoppen die elektrischen Nervensignale - und damit das Schmerzempfinden.

  • Gesund verdauen

    Elektronische Schrittmacher kontrollieren die Funktion von Magen, Blase und Darm (ab 14.400 Euro).

  • Kraftvoll zupacken

    Der Brustmuskel wird in mehrere Segmente unterteilt, mit denen Arm und Kunsthand präzise gesteuert werden (60.000 Euro).

  • Länger leben

    Schrittmacher (ab 5.100 Euro) und implantierbare Defibrillatoren (ab 15.500 Euro) halten geschädigte Herzen mit elektrischen Impulsen auf Trab.

  • Adlerscharf sehen

    Exakt geschliffene Kunststofflinsen (je 3.000 Euro) heilen den grauen Star. So erreichen viele Patienten anschließend 180 Prozent Sehschärfe.

  • Umrisse erkennen

    Blinde können mit einem Computerchip (73.000 Euro ohne Operation), der in die Netzhaut implantiert wird, wieder sehen. Eine Kamerabrille überträgt Bilder zum Chip, der das Signal an den Sehnerv weiterleitet. Der Akku am Gürtel liefert den Strom.

Das würde es möglich machen, nicht nur Menschen zu helfen, die an schweren neurologischen Erkrankungen wie etwa Epilepsie oder Alzheimer leiden, sondern ganz generell unsere geistigen Fähigkeiten zu beeinflussen - und zu verbessern. "Unsere Arbeit zeigt, dass es möglich sein könnte, mit diesen Genen zu arbeiten und so die Intelligenz zu modifizieren", sagt Johnson. Aufmerksam wurden die Forscher, die ihre Arbeit im Fachmagazin "Nature Neuroscience" veröffentlicht haben, auf die beiden Gen-Gruppen, als sie 122 Gewebeproben von Epilepsiekranken untersuchten. Um Ihre Krankheit zu behandeln, war den Patienten ein bestimmtes Areal des Gehirns entfernt worden.

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Welche Gene in diesem Gehirn-Gewebe aktiv waren, untersuchten das internationale Team anschließend und verglich diese Daten dann mit bereits vorliegenden und veröffentlichten Daten der Gen-Aktivitäten von geistig gesunden Menschen und solchen, die an neurologischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Autismus oder einer geistigen Behinderung litten. Dabei fielen die beiden Gen-Netzwerke M1 und M3 auf, weil sie bei kranken Menschen sehr häufig gegenüber Gesunden verändert waren.

Bis unserer Intelligenz per Gen-Schalter nachgeholfen wird, könnte allerdings noch eine Weile dauern, räumt Johnson ein: "Im Moment ist das noch pure Theorie - aber den ersten Schritt auf dem Weg dorthin haben wir geschafft."

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1 Kommentar zu Neurologie: Forscher entdecken Gene für Intelligenz

  • Hätten sie den Satz am Ende Zitat: "Im Moment ist das noch pure Theorie - aber den ersten Schritt auf dem Weg dorthin haben wir geschafft."
    An den Anfang gestellt hätte es wohl keiner gelesen.

    Derzeit ist die Medizin nicht einmal in der Lage krankhafte Fettsucht genetisch zu belegen oder Erbkrankheiten wie PWS eindeutig zu klären.
    Natürlich kennt man Gene (durch Vergleich) oder Nockout Mäuse aber dann gibt es weitere Mechanismen RNA die bestimmen ob sie wierklich abgelesen werden und und und.....
    Bis die am Gehirn dem wohl kompliziertesten Organ etwas reproduzierbar Verbessern können werden noch viele Generationen vergehen( Gott sei Dank). Erst vor kurzem hat man festgestellt dass das Gehirn am Lympfsystem hängt und gar nicht so abgeschottet ist wie man gaubte (Bluthirn Schranke).

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