IFA 2015: So funktionieren die Hausgeräte der Zukunft

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IFA 2015: So funktionieren die Hausgeräte der Zukunft

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Intelligente Haushaltsgeräte sollen uns das Leben erleichtern.

Erfindungsreich zeigen sich die Hausgerätebauer auf der IFA in Berlin. Die Grenze vom Nutzen zur technischen Spielerei ist manchmal fließend. Ein Trend bei Waschmaschinen steht in der Kritik.

Die Wäsche einfach nur nass machen, drehen, spülen, schleudern, das reicht der modernen Maschine längst nicht mehr. Sie schäumt Hosen und Hemden ein, bedampft sie, bläst Sauerstoff in die Fasern. Die Tüftler in den Entwicklungsabteilungen der Hersteller werden nicht müde, sich neue Techniken für lange bewährte Hausgeräte auszudenken. Auf der Messe IFA vom 4. bis 9. September in Berlin will die Industrie zeigen, dass Spülmaschinen und Herde, Kühlschränke und Wäschetrockner noch sparsamer, schneller, leistungsfähiger und einfacher zu bedienen sind.

Einige Neuerungen haben die Unternehmen schon vor Beginn der Ausstellung publik gemacht. So bietet Bosch einen kombinierten Kühl- und Gefrierschrank an, der in seinen Schubladen unterschiedliche Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten herstellen kann, abgestimmt auf die jeweiligen Lebensmittel wie Wurst, Fisch und Gemüse. Winzige Wasserkissen in der Trommel und sanfte Drehbewegungen sollen beim neuen Bauknecht-Wäschetrockner Schäden auch an feinen Wollpullovern verhindern.

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Die wichtigsten Infos zur IFA 2015

  • An wen sich die IFA richtet

    Die IFA in Berlin gilt als eine der bedeutendsten Messen für Unterhaltungselektronik und ist die älteste Schau dieser Art in Deutschland. Seit 2005 findet sie nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jährlich statt, im Jahr 2008 sind auf Wunsch der Hersteller auch erstmals Haushaltsgeräte hinzugekommen. Die Messe hat sich mit diesen Entscheidungen erfolgreich als Schauplatz für die vernetzte digitale Welt neben wachsender Konkurrenz etwa durch die Consumer Electronics Show CES in Las Vegas behauptet. Anders als die Fachmesse CES ist die IFA in erster Linie eine Publikumsmesse mit einem umfangreichen Unterhaltungsprogramm. Inzwischen nutzen auch viele Hersteller aus der traditionellen PC-Branche die Messe für einen Auftritt.

  • Wer zur IFA geht

    2014 präsentierten nach IFA-Angaben 1.538 Ausstellern auf rund 149.500 Quadratmetern ihre Produkte und zogen so mehr als 240.000 Besucher an. Die Messe generierte 2014 nach eigenen Angaben in den sechs Messetagen ein Ordervolumen von rund 4,25 Milliarden Euro.

  • Was der IFA-Besuch kostet

    Tageskarte 17 Euro, im Vorverkauf 12 Euro (bis 3.9.), ermäßigt 12 Euro (für Studenten, Lehrlinge etc.); Schülerticket 8 Euro, Schulklassenticket 35 Euro (bis 31.8.); Familienticket (2 Erwachsene, 3 Kinder) 35 Euro; Happy-Hour-Ticket 12 Euro (gültig ab 14.00 Uhr); für Kinder bis 6 Jahre kostenfrei.

  • Seit wann es die IFA gibt

    Die erste „Große Deutsche Funkausstellung“ fand in Berlin im Dezember 1924 mit 268 Ausstellern und 170 000 Besuchern statt. 1930 sprach Albert Einstein ein Grußwort zur Eröffnung, das über Rundfunk übertragen wurde. Während der Nazizeit wurde 1933 der erste Volksempfänger unter dem Funkturm präsentiert, 1935 feierte das erste Tonbandgerät Magnetophon K1 von AEG Premiere.

Die neue Waschmaschinen-Serie von Siemens-Hausgeräte hat eine Dosierautomatik für das Waschmittel. Sensoren erfassen Textilart, Verschmutzungsgrad und Beladungsmenge, daraus wird die benötigte Waschmittelmenge errechnet. AEG mischt in einem Modell das Waschmittel zunächst vor und sprüht es auf die noch trockene Wäsche. So soll es beim Waschen schneller wirken.

Gute Geschäfte mit Hausgeräten

Die kleinen Erfindungen sollen die Geschäfte weiter ankurbeln, die nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) im ersten Quartal schon gut liefen. Im Inland rechnet die Branche für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von drei Prozent auf rund 8,1 Milliarden Euro.

Davon entfallen etwa 5,5 Milliarden auf Großgeräte. Die übrigen 2,6 Milliarden Euro kommen aus dem Verkauf von Kleingeräten für Küche, Kaffeezubereitung, Körper-, Kleidungs- und Bodenpflege. Auch der Export von Hausgeräten soll nach der Prognose des ZVEI um drei Prozent zulegen und läge damit 2015 bei 7,3 Milliarden Euro.

Was die Deutschen beim Thema Smart Home interessiert

  • Interesse an Assistenz-Systemen im Smart Home

    “Smart Home”, “Connected Home“ oder auf gut Deutsch „Heimvernetzung“: Die Begriffe sind für viele Deutsche unbekannten Begriffe mehr. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom haben fast zwei Drittel aller Bundesbürger (65 Prozent) ab 14 Jahren schon einmal davon gehört. 2014 waren es erst 51 Prozent. Doch nicht für Anwendungsmöglichkeiten, die Hilfe im Alltag versprechen, interessieren sich die Deutschen gleich stark. Ein Überblick.

    Quelle: Bitkom

  • 80 Prozent...

    … der Deutschen können sich vorstellen, ein System zur Erkennung unverschlossener Wohnungstüren zu nutzen. Das würde per Smartphone-Nachricht warnen, wenn man vergisst, die Tür abzuschließen.

  • 78 Prozent...

    … der Befragten können sich vorstellen, eine intelligente Uhr zu verwenden, die automatisch Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Blutzucker, Puls oder Körpertemperatur misst.

  • 72 Prozent...

    … halten es für denkbar, ihren Fußboden mit einer Funktion auszustatten, die Alarm schlägt, wenn ein Bewohner stürzt.

  • 63 Prozent...

    … der Deutschen können sich vorstellen,  ein System zu nutzen, das warnt, wenn der  Herd nicht ab- oder Wasser nicht ausgestellt ist.

  • 14 Prozent...

    würde eine intelligente Matratze nutzen, die automatisch Alarm schlägt, wenn es Auffälligkeiten im Schlafverhalten gibt oder  eine Person beispielsweise nicht mehr aufsteht.

Das Kürzel IFA steht für Internationale Funkausstellung, ihre Geschichte begann mit Empfangsgeräten für Radio und Fernsehen. Ende der 90er Jahre fing der Siegeszug des Internets an. Dann entschied die Messeleitung im Jahr 2008, den Sektor Haushaltsgeräte hinzuzufügen. Damals waren viele skeptisch, ob das passt.

Im vorigen Jahr kam bereits ein Viertel der 1538 Aussteller aus diesem Bereich. Und es funkt jetzt tatsächlich auch bei den Haushaltgeräten: Immer mehr lassen sich über das Internet steuern. Manche Maschinen nehmen sogar untereinander Kontakt auf, Trockner und Waschmaschine zum Beispiel.

Auch Staubsaugroboter lassen sich von weit weg bedienen. Diese Helfer seien inzwischen kein Nischenprodukt mehr, konstatiert der IFA-Veranstalter, die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu. Die Roboter fahren selbstständig durch die Zimmer, die guten Modelle haben ausdauernde Akkus und kommen auch in die Ecken der Räume. Die leistungsstarken Exemplare kosten jedoch 600 bis 750 Euro und damit etwa dreimal so viel wie die Spitzenmodelle herkömmlicher Bodenstaubsauger.

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Kein Hersteller vergisst zu erwähnen, dass sich mit seinen neuen Geräten auch Strom sparen lasse. Im Prinzip sei das richtig, sagt Stefan Nakazi, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Man sollte sich aber nicht gleich von jedem Gerät verabschieden.“ Bei Kühlschränken sei das Energiesparpotenzial relativ groß, da lohne sich ein Wechsel schon nach zehn Jahren. Bei Waschmaschinen seien hingegen keine großen Effizienzschritte drin.

Nakazi stört aber etwas anderes: Die Trommeln würden immer größer, solche für acht oder zehn Kilogramm Wäsche seien inzwischen Standard. Für die Hersteller sei es auf diese Weise einfacher, das beste EU-Label (Klasse A+++) für niedrigen Energieverbrauch zu bekommen, weil dabei Verbrauch und Wäschemenge ins Verhältnis gesetzt würden. In der Praxis sei für viele Haushalte aber eine Fünf-Kilo-Trommel ausreichend, so der Experte: „Wer eine große Trommel immer nur halb voll macht, zahlt am Ende mehr für Strom als vorher.“

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