Energiewende: New York Times gibt Merkel "Note 6"

Energiewende: New York Times gibt Merkel "Note 6"

von Thiemo Bräutigam

Die renommierte US-Zeitung New York Times verreißt Merkels Energiewende. Wir listen die wichtigsten Argumente auf.

Die ergraute Lady nörgelt über die eiserne Lady. Was klingt wie eine Karikatur, ist schnell erklärt: Das ehrenwerte Urgestein der Zeitungsbranche, die New York Times, trägt den Beinamen Gray Lady. Angela Merkel musste sich in den letzten Monaten ständig den Vergleich mit Maggy Thatcher gefallen lassen. Mittlerweile hat sie ihren berühmten Beinamen Iron Lady gleich mitgeerbt.

Nun haben sich zwei Autoren der Zeitung einige Tage vor der Bundestagswahl über die Bemühungen ihrer Regierung zur Energiewende ausgelassen. Obwohl die Energiewende die Rückendeckung der breiten Bevölkerung sowie aller Parteien hat, seien die Probleme riesig. Die Frage ist nur – versteht die New York Times die Energiewende?

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Wir listen die wichtigsten Argumente der Autoren auf. Beurteilen Sie selbst!

  1. Deutsche Familien sehen sich zunehmend mit steigenden Strompreisen konfrontiert und können ihre Rechnungen nicht mehr zahlen.

  2. Deutsche Unternehmen sind besorgt über die hohen Energiekosten und sehen einen klaren Wettbewerbsnachteil.

  3. Energieintensive Unternehmen meiden Deutschland, aus Angst vor steilen Preissteigerungen

  4. Neugebaute Offshore -

    Windfarmen sind ohne Netzanbindung

  5. Trotz aller Bemühungen stiegen die CO2 Emissionen im letzten Jahr, weil Kohlekraftwerke zugeschaltet werden mussten, um Energielücken zu füllen.

  6. Das Wort

    Energie-Armut

    hat es ins Lexikon geschafft. Immer mehr Menschen wird der Zugang zum Energienetz gekappt.

  7. Angela Merkel hatte die Idee zur Energiewende nach dem Unfall von Fukushima. Das Ziel: Die Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2022 und eine beinahe Komplettversorgung mit Erneuerbaren bis 2050.

  8. Angela Merkel schaffte es, der Opposition das Thema streitig zu machen. Es könnte das größte Erbe ihrer Kanzlerschaft werden – oder das

    größte Debakel

  9. Die Kosten für die Pläne belaufen sich auf

    544 Milliarden Euro

    (735 USD). Die Kosten könnten sogar die der Eurorettungsschirme übersteigen.

  10. Die deutschen Verbraucher mussten neugebaute Anlagen Erneuerbarer Energien mit durchschnittlich 200 Euro Aufpreis finanzieren.

  11. Zum Teil liegt der Anstieg der Verbraucherpreise an den Ausnahmen für etwa 700 energieintensive Unternehmen.

  12. Die

    Industrie zahlt in Deutschland mehr

    als in Ländern wie Frankreich und Großbritannien. Sogar fast dreimal so viel wie in den USA.

  13. Der Versuch einer Umgestaltung von 80% der Energieproduktion hin zu Erneuerbaren Energien ist in diesem Maßstab noch nie versucht worden.

  14. Die Offshore-Windanlagen in der Nordsee sind noch nicht ans Netz gegangen, weil Militärmaterial aus dem zweiten Weltkrieg vom Meeresgrund entfernt werden muss.

  15. In den nächsten 10 Jahren muss die Regierung

    20 Milliarden Euro in den Ausbau des Netzes

    investieren.

Nachtrag: Der Artikel der New York Times ist nun verlinkt.



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