Turin-Venedig: Italiener hoffen auf den Mega-Fahrradweg

Turin-Venedig: Italiener hoffen auf den Mega-Fahrradweg

von Felix Ehrenfried

Bisher wird in Italien recht wenig geradelt. Ein neuer Fahrradweg soll das jetzt ändern und neue Touristen ins Land locken.

Italien zählt zu einer der am meisten fahrradbegeisterten Nationen der Welt. Dieser Liebe zum Fahrrad will die Nation jetzt mit einem Fahrradweg der besonderen Art Ausdruck verleihen: Ganze 679 Kilometer soll er lang sein, der VenTo, der Venedig mit Turin verbinden soll.

Die Pläne für das riesige Bauprojekt kursieren in Italien zwar schon seit langem, jedoch hatte die Finanz- und Staatenkrise andere Punkte auf der Dringlichkeitsliste nach oben gebracht, sodass der VenTo erst einmal in den Schubladen der Planer vor sich hin moderte. Doch jetzt geht es dem italienischen Haushalt langsam wieder besser und Fahrradaktivisten hoffen, dass ihr Highway für Radler vielleicht doch bald Realität werden könnte.

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Der Weg soll von Turin aus über Mailand, entlang des Pos bis nach Venedig führen und so Touristen auch in weniger bekannte Regionen, abseits der Metropolen führen. Paolo Pileri, einer der Fürsprecher des VenTo drückt es gegenüber dem britischen Guardian noch ein wenig eleganter aus: "Der VenTo ist wie die Schnur einer Halskette. Turin ist die erste Perle, Valenza die zweite. Es gibt so viele Perlen, das einzige was noch fehlt ist die Schnur die sie auffädelt."

Doch jetzt erhalten die Befürworter des Fahrradweges Unterstützer von höchster Stelle. Massimo Bray, Minister für Kultur und Tourismus erklärte vor wenigen Tagen, dass der VenTo ein Beispiel für nachhaltige Entwicklung für den Rest Italiens sei und optimal zur Expo passe, die 2015 in Mailand stattfindet.

So könnte es also sein, dass die Weltausstellung den Bau des VenTo vorantreibt. Die Kosten für das Projekt liegen nach Einschätzung der Befürworter bei rund 80 Millionen Euro. Jedoch würden diese Kosten durch die Touristen, die der VenTo anziehe, schnell wieder ausgeglichen. Die Befürworter sprechen von Einnahmen um die 100 Millionen Euro je Jahr durch Fahrradtourismus auf dem neuen Weg und rund 2000 Jobs die durch Gaststätten und anderen Unternehmen entlang der Strecke entstehen würden.

Tourismus könnte Baukosten schnell ausgleichenDer Fahrradweg wäre ein großer Schritt für Italien. Denn auch wenn das Land bekannte Rennradfahrer wie Fausto Coppi oder Mario Cipollini hervorgebracht hat, steht es schlecht um die Infrastruktur für Radler. Italien gilt als eines der autolastigsten Länder Westeuropas, wer selbst dort schon mal mit dem Rad unterwegs war, weiß, dass entsprechende Wege Mangelware sind.

Das erklärt auch Alex Roe, ein Blogger aus Mailand: "Es gibt genug Italiener die mit dem Fahrrad durchs Land fahren, allerding sind viele durch aggressive Autofahrer abgeschreckt." So werde nicht so viel Fahrrad gefahren wie es möglich sei, wenn die Bedingungen verbesser werden, schätzt Roe. Es sei ein großer Jammer, wenn der VenTo nicht gebaut werde.

Der Fahrradweg für jedenSollte die Strecke allerdings gebaut werden, sei es der größte, zusammenhängende Fahrradweg in ganz Südeuropa, freut sich Verfechter Pileri. Dabei soll der Weg rund 2,5 Meter breit sein und zwei Spuren besitzen. Ganz nach der Idee eines Fahrradhighways soll die Streckenführung dabei möglichst gerade sein, mit nur wenigen und sanft geschwungen Kurven. So könne der Weg nicht nur von den Fitten benutzt werden, sonder auch von "Kindern, Eltern, einfach jedem", erklärt Pileri.

Hier noch ein Video des VenTo:

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