Aldi-Gründer: Theo Albrecht: Die Bescheidenheit in Person - Seite 2

Aldi-Gründer: Theo Albrecht: Die Bescheidenheit in Person

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Marc Sachon, IESE Business School
Marc Sachon, IESE Business School

Den Kunden und ihren täglichen Konsumbedürfnissen galt die besondere Aufmerksamkeit des Theo Albrecht. Auf meine Frage, warum er denn den Preis eines gewissen Produktes, das Aldi und ein französischer Handelskonzern in Spanien verkauften, nicht erhöhte antwortete Albrecht: „Wir wollen nur unsere Marge – sobald wir die haben, geben wir jeden weiteren Cent an unsere Kunden durch.“ Im Falle dieses Produktes „verschenkte“ Albrecht eine sehr große Marge: die Franzosen verkauften das identische Produkt mehr als doppelt so teuer wie Aldi.

Bescheidenheit statt Gier

Albrecht hätte also sehr viel mehr Geld verdienen können.  Aber Theo Albrecht beschloss es nicht zu tun. Das steht im Widerspruch zu jedem Lehrbuch der Mikroökonomie und ist mit mathematischen Formeln nicht zu erklären. Aber in der Welt des Theo Albrecht machte es Sinn: wieso mehr verlangen, wenn man nicht mehr brauchte? Bescheidenheit statt Gier.

In dieser Zeit, in der der Ruf unserer Wirtschaftslenker und Führungskräfte etwas gelitten hat, mag Theo Albrecht als Beispiel dessen dienen was möglich ist: Großes zu leisten im Verborgenen und dabei immer bescheiden sein. Genau das ist auch ein Punkt den ich mit den Führungskräften in unserem AMP München Programm immer in der Aldi Fallstudie diskutiere: was kann man von Herrn Albrecht lernen außer Aldi? Die einhellige Antwort: einiges mehr als Einzelhandel.

Nach drei Stunden war unser Gespräch vorbei. Mein guter Bekannter und ich erhoben uns, Herr Albrecht brachte uns zur Tür, wir bedankten und verabschiedeten uns. Beim Hinausgehen sah ich einen Mercedes des Baujahres 1992. Er passte zum Anzug: etwas alt aber sehr gepflegt und funktionstüchtig. Ich glaube ich habe das Blau verstanden.

Nun ist Theo Albrecht Senior von uns gegangen und reiht sich ein in die Liste jener Wirtschaftskapitäne die zu ihren Lebzeiten wahrhaft Grosses vollbracht haben. Dabei ist eines sicher: er wird auch dort bescheiden sein.

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.08.2010, 17:04 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer

    *Kondolenz*

    Schade - ein echte Unternehmer weniger.

  • 01.08.2010, 13:38 UhrAnonymer Benutzer: zockerfein

    Albrecht hat zur Zeit der Preisbindung in den Fünfziger-Jahren eine
    Kette mit 200 Läden aufgebaut und das Risikokapital bilden können.
    Mit der politisch gewollten Aufhebung der Preisbindung hat er sofort das Geschäftsmodell des Schnelldrehersortiments mit Niedrigstpreisen, ermöglicht durch billigsteinrichtung, billigstpersonal
    mit Null-Service ohne beratung eingeführt, begünstigt durch die
    imigrantenflut der itliener, Griechen und Türken, die seine erste
    Kundschaft waren.
    Mit zunehmendem Erfolg dieser Strategie wurden Qualitätsartikel in
    das Sortiment aufgenommen, weil Albrecht den Preis bei entsprechender Abnahme bestimmen konnte.
    Der traditionelle Einzelhandel musste den Referenzpreis bezahlen, die Hersteller, die das Spiel mitmachten, bezahlten später den Preis
    des sinkenden Gewinns bis zum Konkurs, weil sie sich abhängig gemacht hatten.
    Man stelle sich vor, dieses Aldi-,Lidl-u.a. Modell macht auf allen Gebieten Schule.
    Einheitswurst, Einheitskuchen, Einheits-PC usw. usw. sind die Folgen,
    Oligopolisierung auf allen Gebieten.
    interessanterweise waren sehr bald die Wohlhabenden eine wichtige
    Kundschaft von Aldi. Von den Reichen kann man das Sparen lernen.

    Der Staat hat dieses Geschäftsmodell massiv unterstützt, um die Kaufkraft zu erhöhen, die fehlenden Steuereinnahmen hat er sich vom bürger geholt und diese Entwicklung zusätzlich gefördert.
    Jetzt wird über den hohen Staatsanteil gejammert, der Staat hat ständig seine Verteilermacht ausgeweitet.
    Man stelle sich vor: Aldi-System auch bei Architekten, Ärzten, Rechtsanwälten usw. usw.
    Totale Oligopolisierung aller Wirtschaftsbereiche mit einem über-
    mächtigen Staat, der sich das Geld von der Masse holt.

  • 01.08.2010, 12:32 UhrAnonymer Benutzer: pedro

    Habe vor langer Zeit ein Angebot gemacht das mir nur die Unkosten ersetzt, nur um im Geschäft zu sein.
    Das war laut Aussage des Geschäftsführers um 50% zu hoch.
    Habe dann den Preis verdoppelt und den Auftrag nicht bekommen.
    Das Projekt wurde daraufhin nicht durchgeführt.
    Man darf sich von so einer Sorte Firma nicht alles bieten lassen.
    Die brüder tun mir echt Leid, denn ein Leben ist das nicht.
    Also mein Leben schaut in meinen Augen besser aus und das 24 Stunden am Tag.

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