Audi glänzt im Konzern, aber verliert gegen die Konkurrenz

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Audi-Jahreszahlen: Audi glänzt im Konzern, aber verliert gegen die Konkurrenz

von Sebastian Schaal

Auch in Zeiten der Dieselkrise bleibt Audi der große Gewinngarant im VW-Konzern. Doch trotz der guten Zahlen rumort es: Gegen BMW und Mercedes fällt Audi zurück – und Audi-Chef Stadler kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Seit zehn Jahren steht Rupert Stadler nun an der Spitze. Leicht fiel dem Audi-Chef der Start nicht. Schließlich war es bis dahin nur schwer vorstellbar, dass ein Betriebswirt und kein Ingenieur eine Marke im VW-Reich führen soll. Dass ein Zahlenjongleur ausgerechnet Audi (Motto: „Vorsprung durch Technik“) nach vorne bringen soll, sorgte 2007 für Skepsis.

Wenn der 53-Jährige am Mittwoch in Ingolstadt vor Journalisten aus aller Welt die Jahresbilanz der Audi AG vorstellt, ist die Sorge von einst kein Thema mehr. Schließlich sind die Zahlen prächtig. Wie aus der bereits veröffentlichten VW-Konzernbilanz hervorgeht, steuert Audi mit 59,3 Milliarden Euro (+900 Millionen Euro zu 2015) mehr als ein Viertel zum Konzernumsatz von 217,3 Milliarden Euro bei.

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Noch größer ist der Audi-Anteil bei dem Operativen Ergebnis, wenn man es um die Sondereffekte bereinigt. Da kommen von den 7,1 Milliarden Euro des VW-Konzerns 3,0 Milliarden aus Ingolstadt. Die Dieselkrise schlägt bei Audi mit 1,8 Milliarden Euro an negativen Sondereinflüssen in der Bilanz durch.

Die wichtigsten Eckdaten aus der VW-Konzernbilanz 2016

  • Umsatz

    2016: 217,3 Milliarden Euro
    2015: 213,3 Milliarden Euro

  • Ergebnis nach Steuern

    2016: 5,1 Milliarden Euro
    2015: -1,6 Milliarden Euro

  • Operatives Ergebnis

    2016: 7,1 Milliarden Euro
    2015: -4,1 Milliarden Euro

  • Operatives Ergebnis vor „Sondereinflüssen“ (u.a. Diesel-Rückstellungen)

    2016: 14,6 Milliarden Euro
    2015: 12,8 Milliarden Euro

  • Absatz

    2016: 10,39 Millionen Fahrzeuge
    2015: 10,01 Millionen Fahrzeuge

  • Beschäftigte (zum 31. Dezember)

    2016: 626.715 Mitarbeiter
    2015: 610.076 Mitarbeiter

Einer der Gründe für die starke Stellung der Ingolstädter im Konzern: Unter dem Betriebswirt Stadler hat es Audi unter anderem geschafft, stärker als die deutsche Premium-Konkurrenz vom SUV-Boom zu profitieren. Das sorgt nicht nur für hohe Stück- und Umsatzzahlen, sondern auch für einen ordentlichen Gewinn. Ein SUV-Kunde gibt doppelt so viel Geld für Extras aus als ein Kombi-Fahrer – Dieselkrise hin oder her.

Bei Dieselgate gab Stadler kein gutes Bild ab

Und dennoch steht Stadler stärker unter Druck denn je. In der Abgasaffäre hat der Audi-Chef kein gutes Bild abgegeben – sei es durch kommunikative Fehler, fragwürdige Personalentscheidungen oder schlicht Unklarheiten über die Frage, wann er über die Abgas-Manipulationen informiert war.

Mit dem letztgenannten Punkt haben sich sogar die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi befasst. Zwar sprachen VW-Konzernchef Matthias Müller und der Audi-Aufsichtsrat (dessen Vorsitzender Müller ist) Stadler ihr Vertrauen aus. Doch die Vorwürfe selbst – durch eine von VW beauftragte Anwaltskanzlei geprüft und entkräftet – haben es in sich.

Audi im Abgasskandal Neue Enthüllungen bringen nicht nur Stadler in Bedrängnis

Ein früherer Audi-Manager will sich im Abgasskandal nicht zum Sündenbock machen lassen. Er läuft vor Gericht Sturm gegen Audi – und bringt mit seinem hoch brisanten Insiderwissen die halbe Autoindustrie in Bedrängnis.

Audi-Vorstand Rupert Stadler gerät in der Abgasaffäre zunehmend unter Druck. Quelle: dpa

In einem Prozess am Arbeitsgericht Heilbronn hatte Ulrich Weiß, ein von Audi entlassener früherer Chefentwickler von Dieselmotoren, über seinen Anwalt mitgeteilt, Stadler habe ihm bei seiner Beurlaubung gesagt, „dass alles auf Druck von VW und dem VW-Aufsichtsrat geschehen ist“. Der Ingenieur gab zudem an, Stadler bereits 2012 über die Manipulationen informiert zu haben.

Der Rückhalt aus dem Aufsichtsrat ist für Stadler extrem wichtig. Denn die Verbindung zu seinem großen Verbündeten und einstigen Ziehvater im Konzern, Ferdinand Piëch, scheint gekappt. Zumindest arbeitet Stadler seit Februar nicht mehr für die beiden Stiftungen Ferdinand Karl Alpha und Ferdinand Karl Beta, in denen Piëchs Anteile am VW-Hauptaktionär Porsche SE von knapp 15 Prozent liegen. Zudem sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person, Stadler habe keinen Kontakt mehr zum früheren Patriarchen, da dieser sich aus dem VW-Konzern zurückgezogen habe.

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