Mobility-Dienste: Rasantes Wachstum in der Carsharing-Branche

Mobility-Dienste: Rasantes Wachstum in der Carsharing-Branche

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Die Carsharing-Branche boomt. Jeder dritte Deutsche teilt sich lieber ein Auto, als selbst eines zu besitzen.

von Mona Fromm

Uber, BlablaCar, DriveNow: Die Deutschen nutzen verstärkt Mobility-Dienste - ein Drittel als Alternative zum eigenen Auto. Auch führende Autounternehmen investieren in den Markt.

Jeder dritte Deutsche sieht Mobility-Dienste wie Carsharing, Taxi oder Fahrgemeinschaften als vollwertige Alternative zum eigenen Auto. Die Branche reagiert: Obwohl die Absatzzahlen für Neufahrzeuge weiter steigen, wechseln führende Hersteller ihre Strategien. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue Ausgabe der internationalen Cars Online Studie von Capgemini. Das Beratungsunternehmen befragte mehr als 8.000 Verbraucher in acht verschiedenen Ländern zu ihrem Verhalten beim Autokauf.

Der neue Report der Cars Online Studie beobachtet ein rasantes Wachstum von Carsharing und Co., lässt die Autohersteller aber auch hoffen: Denn gut jeder Zweite in Deutschland betrachtet die Mobilitätsangebote wie Uber, BlablaCar und DriveNow als komplementär zum eigenen Auto und nicht als Ersatz dafür. Noch weiter verbreitet ist diese Wahrnehmung bei den 18- bis 34-Jährigen (64 Prozent) und in aufstrebenden Märkten wie China (77 Prozent) und Indien (63 Prozent).

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Mit Investitionen in neue Produkte, Firmenzukäufen und Partnerschaften versuchen viele Autohersteller, sich ihren Platz im Markt der Mobilität zu sichern. Jüngst kündigte Bosch auf der Automesse in Schanghai an, der Hightech-Konzern wolle mit Technik für selbstfahrende Autos auf den chinesischen Markt drängen: Bosch wolle künftig mit dem chinesischen Internetkonzern Baidu und den beiden dortigen Kartenherstellern AutoNavi und NavInfo zusammenarbeiten und Daten liefern. Außerdem wolle das Unternehmen etwa gemeinsam mit Daimler selbstfahrende Autos schneller in Serie bringen als bisher, als auf der Bilanzpressekonferenz Anfang des Jahres angekündigt.

Uber und Daimler Daimler kooperiert mit Uber bei Robotertaxis

Der Autobauer Daimler und der Fahrdienstanbieter Uber arbeiten künftig bei selbstfahrenden Autos zusammen. Daimler plane, selbstfahrende Fahrzeuge von Mercedes-Benz auf der globalen Plattform von Uber anzubieten.

Das Uber-Logo Quelle: REUTERS

Noch ein Beispiel: Der börsennotierte Autozulieferer Continental gründet ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Unicom, das auf Grundlage von Fahrzeugdaten Dienste anbieten soll, die wiederum über das Mobilfunknetz abgerufen werden können. Wenn zum Beispiel ein Werkstattbesuch ansteht, teilt die Fahrzeugelektronik das mit und der Autohalter kann sich direkt online zu einem Termin anmelden.

Carsharing-Boom in China

Auch andere Autofirmen investieren in China, wo der Carsharing-Markt noch stärker wächst als in Deutschland. BMW beispielsweise wagt ein erstes Modellprojekt auf dem chinesischen Markt und mit der hauseigenen Mobilitätsmarke "ReachNow" in den größten Automarkt der Welt expandieren: In den kommenden Monaten sollen 100 vollelektrische BMW i3 auf den Straßen der Großstadt Chengdu im Südwesten des Landes fahren.

Henrik Ljungström, Leiter Automotive bei Capgemini in Deutschland, sagt: "Der globale Autohandel erlebt gerade goldene Zeiten. Aber so wird es nicht für immer bleiben. Die Hersteller wissen, dass sie jetzt auf die Mobilitätsbedürfnisse der Verbraucher reagieren müssen, um weiter zu wachsen. Mit einer guten Position beim Carsharing und im weiter gefassten Mobility-Markt können Autohersteller einerseits neue Einnahmequellen erschließen, andererseits ihre Beziehung zu Verbrauchern stärken. Diese Bindung wird letztlich über die Wahl eines Mobilitätsmodells entscheiden."

Google-Betriebssystem Audi stellt Android-Prototyp vor

Einige Autobauer haben sich bislang gegen das Google-System Android Auto gewehrt, weil es zu viele Daten sammle. Audi und Volvo sehen das anders: Sie vertrauen künftig auf ein komplettes Betriebssystem auf Android-Basis.

Die Bediensysteme im Audi Q8 Sport Concept laufen mit einem Android-Betriebssystem. Quelle: Audi

Aus der Cars Online Studie geht außerdem hervor, dass Verbraucher beim Autonomen Fahren mehr auf Erstausrüster als auf IT-Firmen vertrauen. Zwar sind es Tech-Unternehmen, die öffentlich große Testläufe für autonome Fahrzeuge starten, die klassischen Autohersteller genießen bei den Deutschen mit 55 Prozent jedoch mehr Vertrauen für die tatsächliche Fertigung eines solchen Fahrzeugs. Den Software-Firmen trauen dies nur 18 Prozent zu.

Ausstattung für Autonomes Fahren (AF) wird zunehmend wichtig für deutsche Verbraucher: 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereit wären, für entsprechende Funktionen einen Aufpreis zu bezahlen. So hoffen die Autofahrer auf mehr Sicherheit, weniger Stress beim Fahren und mehr Gelegenheiten, auch über andere Dinge als das Autofahren nachzudenken.

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