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Rupert Stadler: Druck auf den Audi-Chef wächst

11. März 2014
von Matthias Kamp

Für das zurückliegende Jahr legt der Konzern aus Ingolstadt mäßige Zahlen vor. Auch fehlen neue Volumenmodelle und eine schlüssige Strategie für alternative Antriebe. Der Druck auf Vorstandschef Rupert Stadler wächst.

Erstmals seit der Finanzkrise muss Rupert Stadler einen kräftigen Gewinnrückgang vermelden, doch der Audi-Chef verbreitet Gelassenheit. „Ich bin tief entspannt“, verkündete Stadler heute in Ingolstadt anlässlich der Vorlage der Jahresbilanz für das vergangene Jahr. „Das Ziel von zwei Millionen verkauften Audis für 2020 gilt“, sagte der Vorstandschef. Im vergangenen Jahr hat Audi fast 1,6 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, gegenüber 2012 ein Plus von acht Prozent.

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Weit beunruhigender ist dagegen der Blick auf die Ertragsentwicklung: Für das Jahr 2013 präsentierte Stadler einen Gewinn nach Steuern von vier Milliarden Euro – acht Prozent weniger als im Vorjahr. Sicher, die hohen Investitionen in neue Fabriken, auch negative Währungseffekte drücken den Gewinn, aber eben auch ein verschärfter Wettbewerb mit steigendem Druck auf die Preise, erklärte Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek.

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Daimler, derzeit die Nummer Drei im Premium-Segment, hat mit seinen neuen C- und S-Klasse-Modellen zuletzt eine beeindruckende Offensive hingelegt. Die Stuttgarter steigern ihren Absatz derzeit deutlich stärker als Audi und könnten den Hersteller aus Ingolstadt demnächst sogar von Rang Zwei verdrängen. Stadler hält indes unverdrossen an seinem Ziel fest, BMW als Premium-Hersteller Nummer Eins ablösen zu wollen.

Leicht dürfte das nicht werden. Denn Audi hat mit tief liegenden strukturellen Problemen zu kämpfen. Anders als Konkurrent BMW, der mit seinem Vollelektro i3 immerhin einen beachtlichen Marketingerfolg erzielt hat, hat Audi keine schlüssige Strategie für die Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.

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Antriebe mit Brennstoffzelle seien in Zukunft vorstellbar, sagt Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Gleichzeitig will Audi auf Benzinmotoren setzen, die mit schadstoffarmen Kraftstoffen wie e-gas und e-ethanol betrieben werden. Außerdem will Hackenberg den TDI-Dieselmotor weiter entwickeln, hat mit dem A3 g-tron ein Auto im Angebot, das wahlweise mit Benzin oder Erdgas fährt und mit dem A3 e-tron einen Plug-in-Hybrid. Um die Palette zu vervollständigen, will Hackenberg nun auch den R8 e-tron als Vollelektro bauen, wohl eher ein Liebhaber-Auto fürs Schaufenster, das Audi in Zukunft für einen hohen sechsstelligen Betrag anbieten will. Von allem ein bisschen und nichts richtig. So kann man die Strategie umschreiben.

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Kommentare | 2Alle Kommentare
  • 11.03.2014, 15:47 Uhrdc7

    Man baue weiterhin vernünftige Autos, verzichte auf teure Sperenzchen wie E-Autos, solange keine vernünftigen Reichweiten möglich sind, und andere elektronische Spielereien, und verlange vernünftige Preise - dann läuft das.

  • 11.03.2014, 15:16 UhrKaurikampf

    Dieser Beitrag war fällig. Ich würde Herrn Stadler nicht die offene Flanke im Bereich der Alternativen Antriebe ankreiden. Die Audi-Ingenieure hatten doch einen A1-eTron konstruiert- und zwar mit einem Wankel-Motor als Range-Extender. M.E. Ein gutes Konzept, da sich der leichte laufruhige Wankel gerade als Range-Extender eignet. Und ohne Range Extender kann man die E-Autos sowieso vergessen. Aber der häufige Wechsel an der Spitze des Entwicklungsressorts und die "Nicht-Passigkeit" dieser Lösung zum Wolfsburger-Plattformkonzept haben das Teil ins "Aus" befördert. Dafür hat dann Herr Winterkorn seinen Technik-Chef zu Audi entsandt. Die Schwäche von Herrn Stadler wurde in diesem Zusammenhang erkennbar. Um eine Premium-Marke weiter vorn zu halten, muss man die Kraft und das Charisma haben, sich über Wolfsburger Vorgeben hinweg zu setzten. Das kann aber Herr Stadler nicht. Er war als Kaufmann der von Herrn Piëch geschätzte Büroleiter in Wolfsburg. Seine "Verdienste" in dieser Position wurden mit dem Vorstandsvorsitz in Ingolstadt belohnt. Der Laden lief gut, das China-Geschäft entwickelte sich ohne Zutun von Herrn Stadler prächtig. Davon kann man eine Weile leben. Im Grunde haben Hahn (China-Geschäft) Piëch (Höherpositionierung der Marke) und Winterkorn ((Qualität) den Grundstein für den Erfolg der letzten Jahre gelegt. Nun ist es vorbei mit "Vorsprung durch Technik". Herr Stadler ist ein artiger Verwalter. Er reißt keine Mitarbeiter mit. Ich habe ihn bei einem gut gemachten Vortrag auf der Automobilia in Geislingen erlebt. Nett anzuhören, was seine Mitarbeiter ihm da in die Folien montiert haben - aber nicht die visionäre Überlegenheit eine Dipl.-Ingenieurs die, die Leute vom Hocker reißt und die auch mal den strukturellen Konservatimus in Wolfsburg in Frage stellen würde. Ich fahre seit 2005 nach 30 Jahren BMW nunmehr den dritten Audi. Sehr gut aber nicht berauschend. Der Mann der Audi weiter nach vorn gebracht hätte, steht jetzt an der Spitze von Opel.

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