Fahrbericht Toyota Prius Hybrid: Leise, effizient und teuer

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Toyota Prius Plug-in Hybrid im Test: Leise, effizient und teuer

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Das erfolgreichste Hybrid-Auto der Welt hat Toyota jetzt um eine neue Plug-in-Variante erweitert.

von Franz W. Rother

Das sparsamste und erfolgreichste Hybrid-Auto der Welt hat Toyota jetzt um eine neue Plug-in-Variante erweitert, die bis zu 50 Kilometer weit elektrisch fährt. Nein, dieser schneidige Prius ist kein Mittel zur schnellen Rettung der Welt. Aber er hilft schon mal ein bisschen. Jedenfalls sind wir mit ihm bei einer ersten Testfahrt ziemlich weit gekommen, abgasfrei und flüsterleise.

Wir fragen jetzt mal etwas indiskret. Sie haben Familie und pendeln morgens mit den Kleinen zur Kita und dann vom Stadtrand zur Stadtmitte ins Büro? Und ihr Häuschen hat irgendwo eine Außensteckdose? Na wunderbar, herzlichen Glückwunsch: Sie gehören quasi zur idealen Zielgruppe dieses Autos. Und natürlich gehen wir davon aus, dass Sie als aufgeklärter Mensch auch ein wenig für die Umwelt übrig haben.

Steigen Sie doch einfach ein. Ja, das ist er, der neue Plug-in Hybrid von Toyota. Nicht zu übersehen, oder? Die meisten Plug-in Hybride ähneln langweilig ihren konventionellen Brüdern mit den gängigen Verbrennungsmotoren. Der Prius aber zieht sein Designding voll durch. Allein diese auffällige Front mit den komprimiert-zackigen Scheinwerfern, dann diese extrem schnittige Seitenlinie mit dem cool integrierten Heckspoiler. Aerodynamisch ein Vorzeigetyp, bester Luftwiderstandsbeiwert seiner Klasse - 0,25!

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Drinnen offeriert Ihnen der knapp 4,65 Meter lange und nur 1,47 Meter hohe Japaner erstaunlich viel Platz und Bewegungsspielraum. In der zweiten Reihe sitzen selbst 1,94-Meter-Riesen (wie ich, der Autor) noch bequem, auch dank der üppigen Beinfreiheit. Die Sitze sind relativ großflächig und bequem, rundum ist alles schick und fein verarbeitet, das war beim Vorgänger-Modell längst nicht so. Nur die Türtaschen sind etwas mickrig geraten. Zum Ausgleich gibt es in der Mittelkonsole eine integrierte kabellose Ladeschale fürs Mobiltelefon.

Plug-in-Hybride im Kostenvergleich

  • Audi

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Audi A3 Sportback e-tronSuper/Strom40.200 Euro658 Euro52,6 Cent
    Audi A3 Sportback 2.0 TFSISuper34.700 Euro706 Euro56,5 Cent
    Audi A3 Sportback 2.0 TDIDiesel36.900 Euro702 Euro56,2 Cent

    Quelle: ADAC

  • BMW

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    BMW 330eSuper/Strom43.600 Euro800 Euro64,0 Cent
    BMW 330iSuper Plus42.600 Euro877 Euro70,2 Cent
    BMW 330dDiesel47.750 Euro931 Euro74,5 Cent

    Quelle: ADAC

  • Kia

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Kia Optima 2.0 GDI Plug-in-HybridSuper/Strom44.490 Euro721 Euro57,7 Cent
    Kia Optima 2.0Super31.890 Euro746 Euro59,72,3 Cent
    Kia Optima 1.7 CRDiDiesel36.190 Euro708 Euro56,6 Cent

  • Mercedes-Benz

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Mercedes-Benz C350eSuper/Strom52.063 Euro890 Euro71,2 Cent
    Mercedes-Benz C300Super44.804 Euro931 Euro74,5 Cent
    Mercedes-Benz C250dDiesel46.529 Euro922 Euro73,8 Cent

  • Porsche

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Porsche Panamera 4 E-HybridSuper Plus/Strom107.553 Euro1546 Euro123,7 Cent
    Porsche Panamera 4SSuper Plus113.027 Euro1685 Euro134,8 Cent
    Porsche Panamera 4S DieselDiesel116.954 Euro1746 Euro139,7 Cent

  • Toyota

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Toyota PriusSuper/Strom36.550 Euro593 Euro47,4 Cent
    Toyota Auris 1.8 HybridSuper25.750 Euro530 Euro42,4 Cent
    Toyota Auris 1.6 D-4DDiesel25.140 Euro552 Euro44,2 Cent

  • Volvo

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Volvo V60 D6 TwinEngineDiesel/Strom56.900 Euro962 Euro77,0 Cent
    Volvo V60 T6Super50.500 Euro1027 Euro82,2 Cent
    Volvo V60 D5 PolestarDiesel45.949 Euro883 Euro70,6 Cent

  • VW

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    VW Golf GTESuper/Strom36.900 Euro611 Euro48,8 Cent
    VW Golf GTISuper32.875 Euro685 Euro54,8 Cent
    VW Golf GTDDiesel33.700 Euro639 Euro51,1 Cent

Natürlich könnte man darüber streiten, dass die Cockpitanzeigen in der Mitte sitzen. Aber nach erster Irritation gewöhnen wir uns auf der Testfahrt erstaunlich schnell an die ungewohnte Platzierung. Zumal es ein Head-up-Display gibt, das die Tacho-Anzeige und die Hybridsystem-Infos (Powermeter) auf Augenhöhe direkt in die Frontscheibe spiegelt (ab Prius-Austattung "Comfort"). Für die Navigations-Hinweise lässt sich aber genauso das acht Zoll große Infotainment-Display oberhalb der Mittelkonsole nutzen.

Machen Sie es sich bequem, drücken Sie den Startknopf und legen Sie den kleinen, joystickähnlichen Schalthebel auf "D". Dann der Druck auf den Startknopf. Und? Sie hören - nichts. Denn diese neueste Plug-in-Version des Prius fährt stets im vollelektrischen Modus an. Nur wenn der Fahrer das Beschleunigungspedal voll bis zum Anschlag tritt, würde der Vierzylinder-Benziner an- und dem Elektromotor zur Seite springen. Zum Beispiel bei einem missglücktem Überholmanöver.

Diesen Stress erleben wir aber nicht auf unserer rund 50 Kilometer langen Testfahrt rund um Köln. Die 92 PS der E-Maschine (permanent erregter Synchronmotor im Verbund mit dem Startergenerator) reichen im morgendlichen Berufsverkehr locker aus. Bis 135 km/h kann der neue Plug-in rein elektrisch summen, beim Vorgänger ging es nur bis zu einer Geschwindigkeit von 85 km/h. Auch die Beschleunigung ist okay, obwohl immerhin drei Erwachsene mit geschätzten 240 Kilo Gesamtgewicht an Bord sind.

Das Neue am Plug-in-Prius ist auch: Es macht nun auch Freude ihn zu bewegen. Die Lenkung ist nicht übertrieben sportlich, gibt jetzt aber eine gute Rückmeldung. Dämpfung und Federung verdienen ihren Namen, und drinnen ist es dank einer guten Dämmung sehr leise. Der Japaner rauscht still dahin, und plötzlich hören Sie diverse Geräusche und Töne, die im Brummen des Motors meist untergehen. Das morgendliche Zwitschern der Vögel zum Beispiel. Im Ernst, wirklich.

Nebenbei animiert uns dieses Auto wie alle Stromer zur vorausschauenden Fahrweise. Gebannt verfolgen wir mit einem Auge die Ausschläge des türkisfarbenen Powerbalkens im Mäusekino der Cockpitanzeige. Der schwingt im Idealfall immer schön im Bereich der blauen Hintergrundwolke -  dann nämlich soll der Prius elektrisch richtig weit kommen. Toyota verspricht rund 50 Kilometer Reichweite, beim bisherigen Modell waren es gerade mal 25 Kilometer. Klar, die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie hat sich ja auch von 4,4 auf 8,8 kWh verdoppelt.

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