Eugen Münch: »Eine Auslistung ist möglich«

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InterviewEugen Münch: »Eine Auslistung ist möglich«

von Jürgen Salz

Eugen Münch Der Gründer und Chefkontrolleur der Rhön-Kliniken über seine Fehde mit dem Medizintechnikhersteller B. Braun und seine Pläne für ein bundesweites Kliniknetzwerk.

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Eugen Münch

WirtschaftsWoche: Herr Münch, die Rhön-Hauptversammlung hat vergangene Woche eine wichtige Hürde für die Übernahme von Rhön durch Fresenius beiseitegeräumt. Das klappte aber nur, weil Stimmen des Medizintechnikherstellers B. Braun nicht gezählt wurden, der fünf Prozent der Rhön-Aktien hält und den Beschluss verhindern wollte. Müssen Sie schon zu so einem billigen Trick greifen?

Münch: Das weise ich mit Nachdruck zurück. Ich konnte gar nicht anders handeln. Drei namhafte Kanzleien prüften vor Ort und kamen zum Ergebnis, dass der Anwalt, der B. Braun vertrat, keine gültige Stimme hatte. Also durfte ich die Braun-Stimmen nicht werten. Da gab es für mich keinerlei Spielraum.

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Es ist nicht üblich, dass auf Hauptversammlungen die Legitimation der Aktionärsvertreter überprüft wird. Haben Sie es von vornherein darauf angelegt?

Ich hatte keine andere Wahl. Ein Redner auf der Hauptversammlung hat uns aufgefordert, unter anderem die Stimmberechtigung des Braun-Anwalts Markus Linnerz von der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg zu überprüfen. Diesem Antrag mussten wir nachgehen.

Braun hat jetzt angekündigt, die Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten. Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Ich bin sehr zuversichtlich. Drei Kanzleien haben mich an Ort und Stelle beraten, unter anderem Bub Gauweiler...

...wo der CSU-Politiker und Euro-Kritiker Peter Gauweiler Partner ist.

Das stimmt. Hier spielt die unbestrittene Kompetenz der Kanzlei bei Hauptversammlungen eine Rolle. Alle Kanzleien haben mir jedoch versichert, dass Braun keine Chance hat, wenn sein Vertreter nicht legitimiert war.

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Rhön Klinikum AG Quelle: dpa

Wie lange kann Braun denn durch die Anfechtungsklage die Übernahme durch Fresenius blockieren?

Sollten die unteren Instanzen durchlaufen werden, typischerweise 18 Monate bis zum Bundesgerichtshof. Aber noch wurde keine Klage eingereicht.

Glauben Sie ernsthaft, dass Fresenius 2015 noch Interesse an einer Übernahme der Rhön-Kliniken hat?

Fresenius-Chef Ulf Schneider und ich pflegen traditionell einen regelmäßigen Austausch. Mögliche Verzögerungen hierdurch belasten diesen Austausch nicht. Die Logik dahinter stimmt.

Was ist, wenn Braun und sein Verbündeter, die Klinikkette Asklepios, den Beschluss auf der nächsten Hauptversammlung 2014 rückgängig machen wollen und eine Mehrheit bekommen?

Wo soll denn die Mehrheit für diese Blockadeaktionäre herkommen? Selbst wenn man die Braun-Stimmen zum Beschluss hinzurechnet, hat die überwältigende Mehrheit für die Abschaffung der 90-Prozent-Schwelle votiert. Wenn der Beschluss – wovon ich ausgehe – vor Gericht Bestand hat, dann sind die 90 Prozent weg.

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