Eurowings: Matthias Platzeck soll schlichten

Eurowings: Matthias Platzeck soll schlichten

, aktualisiert 31. Oktober 2016, 14:43 Uhr
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Matthias Platzeck soll im Tarifkonflikt zwischen Eurowings und der Gewerkschaft Ufo schlichten.

Im Eurowings-Tarifkonflikt haben sich die Verhandlungspartner hoffnungslos verkeilt. Einen neuen Streik scheut die Gewerkschaft Ufo aber. Nun soll es wieder Lufthansa-Schlichter Matthias Platzeck richten.

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings wird es in dieser Woche trotz der gescheiterten Schlichtungsverhandlungen keine neuen Streiks der Flugbegleiter geben. Stattdessen soll der bereits beim Mutterkonzern erfolgreiche Schlichter Matthias Platzeck die Gespräche wieder in Gang bringen, schlug die Kabinengewerkschaft Ufo am Montag vor. Ursprünglich hatte sie für diese Woche mit zwei weiteren Streiktagen gedroht, die nun nicht stattfinden.

In der Nacht zum Montag waren Gespräche mit dem Eurowings-Management über eine mögliche Schlichtung gescheitert. Dort hatte man sich nach Angaben beider Seiten nicht auf einen Themenkreis einigen können. Eurowings hielt der Gewerkschaft Ufo vor, gewerkschaftspolitisch motivierte Ziele außerhalb der Tarifverträge zu verfolgen. Man sei jederzeit zur Schlichtung sämtlicher Tarifvertragsthemen bereit, hatte das Unternehmen am Sonntag festgestellt.

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Ufo sieht hingegen den in der Lufthansa-Schlichtung unter Platzeck vereinbarten Rahmen nicht gewahrt. Die Gewerkschaft leitet aus der Platzeck-Schlichtung den Anspruch ab, die Arbeitsbedingungen für den Billigableger der Lufthansa weitgehend zu gestalten. Das Eurowings-Management habe zudem nach dem Streik verlangt, dass Ufo von ihren Forderungen ablasse.

Eurowings-Streik Die vier wichtigsten Fakten

50.000 Eurowings-Passagiere sind vom Streik betroffen. Die Gründe sind kaum nachvollziehbar. Ein Versuch, Übersichtlichkeit in das Possenspiel zu bringen, das sich Eurowings und Ufo auf dem Rücken der Kunden liefern.

Eurowings-Mitarbeiter streiken. Quelle: REUTERS

Platzeck solle den Gesamtprozess wieder in Gang bringen und weitere Streiks überflüssig machen, heißt es in einem offenen Brief an den Lufthansa-Vorstand. Man müsse die öffentlichen Schuldzuweisungen und inhaltsfreien Eskalationen beenden, verlangte die stellvertretende Ufo-Vorsitzende Sylvia de la Cruz. „Dies kann unseres Erachtens gelingen, da die zuvor angekündigten Streiks in dieser Woche nicht durchgeführt werden.“

Womit die Lufthansa ihr Geld verdient

  • Konzernumsatz

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 32,1 Milliarden Euro

    Angaben für 2015

    Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

  • Marke Lufthansa

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 16 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 5,4 Prozent

  • Swiss

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 4,5 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 10,1 Prozent

  • Austrian

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 2,1 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 2,1 Prozent

  • Eurowings

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 1,9 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 2,0 Prozent

  • Fracht

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 2,4 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 0,1 Prozent

  • Wartung

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 5,1 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 8,8 Prozent

  • Catering

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 3 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 2,8 Prozent

  • Sonstige

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 2,5 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): -15,2 Prozent

Am Donnerstag waren wegen des von Ufo organisierten Doppel-Streiks der Flugbegleiter bei den Eurowings-Teilgesellschaften Eurowings GmbH und Germanwings 393 von 551 geplanten Flügen ausgefallen. Die Eurowings verhandelt parallel mit der Ufo-Konkurrenz Verdi über die Tarife der derzeit rund 480 Flugbegleiter. Es steht nicht fest, welche Gewerkschaft in dem Unternehmen mehr Mitglieder hat.

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