Qatar Airways: Gefährlicher Dämpfer für Golf-Airline

ThemaNaher Osten

Qatar Airways: Gefährlicher Dämpfer für Golf-Airline

, aktualisiert 06. Juni 2017, 14:32 Uhr
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Die Spannungen zwischen Katar und seinen Nachbarn setzt auch Qatar Airways zu.

Der Konflikt zwischen einigen Golfstaaten und Katar bringt auch Qatar Airways in Schwierigkeiten. In Saudi-Arabien verliert die Fluggesellschaft ihre Lizenz, streicht zig Verbindungen und verliert so wichtige Kundschaft.

Nach dem folgenschweren diplomatischen Zerwürfnis zwischen Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain auf der einen Seite und Katar auf der anderen, leidet Qatar Airways unter den Folgen. Verkehrsverbindungen in die beteiligten Staaten wurden eingestellt. Vorerst fliegt Katars Airline nun nicht mehr nach Bahrain, Ägypten und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Das teilt die Fluggesellschaft auf ihrer Internet-Seite mit. Die Flüge nach Saudi-Arabien wurden bereits am Montag gestoppt. Kurz darauf wurde bekannt, dass die saudi-arabische Luftfahrtbehörde Qatar Airways die Lizenz entzogen hat. Büros der Airline im Land sollen geschlossen werden.

Das ist Katar

  • Das Land

    Das Emirat Katar im Osten der arabischen Halbinsel ist geografisch zwar nur etwa halb so groß wie Hessen, gewinnt international aber sowohl politisch als auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Große Vorkommen an Erdöl und Erdgas machten Katar zu einem der reichsten Länder der Erde. Das Land ist 2022 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft.

    Quelle: dpa

  • Die Bevölkerung

    Rund 2,2 Millionen Menschen leben in Katar, von denen der Großteil aus dem Ausland kommt und als Gastarbeiter beschäftigt ist.

  • Wichtige Verbindungen mit dem Ausland

    Das Land hat zahlreiche Beteiligungen an europäischen Unternehmen, darunter etwa Anteile am VW-Konzern und an der Baufirma Hochtief. Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira hat seinen Sitz in Katar. Katar ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und hat unter anderem zusammen mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten den Golfkooperationsrat mitgegründet, der eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der Region als Ziel hat. Südlich der Hauptstadt Doha befindet sich der größte Stützpunkt der US-Armee in der arabischen Welt.

  • Kritik von Menschenrechtlern

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert Katar für die Ausbeutung von Gastarbeitern und eingeschränkte Meinungsfreiheit.

Auch wichtige Fluggesellschaften wie Etihad und Emirates kündigten an, ab Dienstag alle Flüge von und nach Doha auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Währenddessen schloss Ägypten den Luftraum für Flugzeuge aus Katar. Es wird deshalb mit erheblichen Störungen im Flugplan gerechnet.

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Diese Entwicklung wird Qatar Airways gleich aus mehreren Gründen gehörig unter Druck setzen. Zum einen verliert das Unternehmen wichtige Märkte in der Region. Am Hamad-Flughafen in Katar wurden allein im ersten Quartal 2017 knapp zehn Millionen Passagiere abgefertigt, viele davon kommen aus den Nachbarländern zum Umsteigen. Viele Saudis flogen gern Qatar Airways, weil sie günstig waren und es an Bord, anders, als bei saudischen Airlines, Alkohol gibt.

Die Staaten mit den höchsten Pro-Kopf-Einkommen 2016

  • Platz 10

    Schweiz
    59.275 US-Dollar / Kaufkraftparität

    Quelle: Global Finance Magazine

  • Platz 09

    San Marino
    64.443 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 08

    Vereinigte Arabische Emirate
    67.969 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 07

    Norwegen
    69.296 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 06

    Irland
    69.374 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 05

    Kuwait
    71.263 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 04

    Brunei Darussalam
    79.710 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 03

    Singapur
    87.082 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 02

    Luxemburg
    101.936 US-Dollar / Kaufkraftparität

  • Platz 01

    Katar
    129.726 US-Dollar / Kaufkraftparität

Zudem müssen die Katarer, um die Lufträume von Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain zu umfliegen, weite Umwege in Kauf nehmen. Das stört besonderes Richtung Afrika und Europa und bringt längere Flugzeiten von bis zu gut einer Stunde mit sich. Damit vergrätzt Qatar Airways Vielflieger, die schnell ankommen wollen. Dazu steigen die Kosten, weil die Jets nun länger Sprit verbrennen und mehr Jets benötigt werden, um den Flugplan abfliegen zu können. Das treibt die Kosten ebenfalls, denn Qatar Airways befördert mit der gleichen Zahl an Besatzungen und Jets weniger Leute. 

Der internationale Verband der Airlines, IATA, rief dazu auf, Grenzen nicht zu schließen. "Unsere Branche hängt von offenen Grenzen ab", sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac. In Deutschland bietet die Lufthansa eine tägliche Verbindung via Kuwait nach Doha an. "Der Abbruch diplomatischer Beziehungen einiger Nachbarländer zu Katar hat zum aktuellen Zeitpunkt keine Auswirkungen auf diese Flugverbindung", sagte ein Konzernsprecher.

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