RTL International: Direkter Draht zum Zuschauer gesucht

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KommentarRTL International: Direkter Draht zum Zuschauer gesucht

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RTL startet einen eigenen Auslands-Ableger.

von Peter Steinkirchner

Fernsehkonzerne fahnden nach neuen Erlösquellen. Darum startet RTL jetzt seinen eigenen Auslandssender RTL International – und man wundert sich über das Gewese, das deswegen gerade stattfindet. Ein Kommentar.

Fast elf Jahre nach dem Start von ProSiebenSat.1 Welt ist nun auch die Mediengruppe RTL Deutschland auf den Trichter gekommen: Sie startet einen eigenen Sender, der sich vorwiegend an im Ausland lebende Deutsche richtet. Der Kanal startet am Montag in einer zunächst überschaubaren Zahl von Ländern, heißt schlicht „RTL International“ – und man wundert sich über das Gewese, das deswegen gerade stattfindet.

Denn tatsächlich ist RTL vor allem eins: spät dran. Die Konkurrenz aus München schickte ihr Angebot mit dem reichlich sperrigen Namen ProSieben Sat.1 Welt schließlich schon seit einer ganzen Weile um dieselbe. Allerdings strichen die Bayern ihr Angebot auch schon wieder zusammen: Die bezahlte App-Version, die der TV-Konzern seit anderthalb Jahren außerhalb der USA in 17 Ländern verbreitete, ist seit einigen Wochen schon wieder Geschichte.

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Stattdessen wolle man sich wieder auf die USA und Kanada konzentrieren, heißt es in Unterföhring bei München. Über die Jahre habe sich gezeigt, dass diese beiden Märkte noch die erfolgversprechendsten seien für die deutschsprachigen Sender: „Hier sind wir mit dem Erfolg unseres Pay-TV-Angebots weiterhin sehr zufrieden“, sagt Geschäftsführer Zeljko Karajica. Immerhin.

Die Kölner dagegen probieren es zum Start erst einmal anderswo, nämlich in Kanada, dem südlichen Afrika, Australien, Israel und Georgien. Weitere Märkte wie USA und Brasilien sollen folgen.

Dazu basteln sie aus dem laufenden Programm der Senderfamilie mit den quasi live ausgestrahlten RTL-Nachrichten, Serien wie „Alarm für Cobra 11“ und Vox-Auswanderer-Dokus eine Art „Best of“ zusammen. Gar so unterversorgt, wie RTL es in seiner Ankündigung („Willkommen zu Hause“) allerdings darstellt, ist die deutsche Diaspora zumindest in Südafrika nicht: Dort hat der Anbieter Deukom, bei dem auch RTL International an den Start gehen wird, das normale RTL-Programm schon länger im Angebot.

Flimmert dort also ab Montag RTL International über die Mattscheibe, ersetzt der Neuling schlicht das herkömmliche, den Zuschauern vertraute RTL-Programm mit all seinen Höhen und Tiefen. Wer sich dort bislang ein Format wie „Deutschland sucht den Superstar“ angeschaut hat, wird sich allerdings wundern: Das Dieter-Bohlen-Genöhle läuft nicht bei RTL International. Erspart bleibt den Zuschauern aber auch die Werbung: Die ist für RTL International-Zuschauer in Kapstadt oder Johannesburg im Programm des Privatsenders mit der Umstellung Geschichte: Die Kölner verstehen RTL International als klassischen Pay-TV-Kanal, bei dem löhnt, wer zuschaut.

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