Ryanair attackiert Lufthansa: Lufthansa könnte Eurowings nach Frankfurt holen

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Ryanair attackiert Lufthansa: Lufthansa könnte Eurowings nach Frankfurt holen

, aktualisiert 02. November 2016, 11:45 Uhr

Die letzte Bastion der Lufthansa fällt: Konkurrent Ryanair stationiert vom kommenden Frühjahr an Jets am Drehkreuz Frankfurt. Die Lufthansa ist nicht gerade begeistert und holt zum Gegenschlag aus.

Die Lufthansa könnte dem Beispiel von Billigflieger Ryanair folgen und ihre eigene Low-Budget-Tochter Eurowings ebenfalls vom Flughafen Frankfurt aus starten lassen. „Wenn wir Eurowings nach Frankfurt bringen müssen, dann werden wir das tun“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Er beobachte ein mögliches Ryanair-Engagement in Frankfurt mit großem Interesse.

Der irische Billigflug-Marktführer, der bisher vor allem deutsche Regionalflughäfen anfliegt, will ab dem nächsten Sommer erstmals Flüge vom Airport Frankfurt aus anbieten. Der Flughafenbetreiber Fraport will damit seine Abhängigkeit vom Großkunden Lufthansa reduzieren, der 60 Prozent der Passagiere in Frankfurt stellt.

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Mit dem Vorstoß von Ryanair bahnt sich am Frankfurter Flughafen ein heftiger Streit um die Flug- und Landegebühren an. Der größte Kunde Lufthansa verlangt dieselben Rabatte, die der Betreiber Fraport dem Neukunden Ryanair gewähren will. Lufthansa werde nicht mehr zahlen als Ryanair, sagte Spohr. So könnten 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Er könne sich nicht vorstellen, dass das hessische Verkehrsministerium als Aufsicht unterschiedliche Gebühren genehmigen werde. Anderenfalls werde Lufthansa nur die niedrigeren Ryanair-Gebühren überweisen.

Die Nebeneinkünfte der Airlines abseits des Ticketverkaufs

  • Platz 10

    Alaska Air Group
    Jahresergebnis 2014: 921 Millionen US-Dollar
    Vorjahr: -

    Quelle: „Yearbook of Ancillary Revenue 2015” der IdeaWorksCompany

  • Platz 9

    Qantas Airways
    Jahresergebnis 2014: 1,4 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 09, 1,3 Milliarden US-Dollar

  • Platz 8

    easyJet
    Jahresergebnis 2014: 1,5 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 07, 1,4 Milliarden US-Dollar

  • Platz 7

    Lufthansa
    Jahresergebnis 2014: 1,6 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 08, 1,3 Milliarden US-Dollar

  • Platz 6

    Southwest
    Jahresergebnis 2014: 1,9 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 06, 1,6 Milliarden US-Dollar

  • Platz 5

    Ryanair
    Jahresergebnis 2014: 1,9 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 05, 1,7 Milliarden US-Dollar

  • Platz 4

    Air France/KLM
    Jahresergebnis 2014: 2 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 04: 1,7 Milliarden US-Dollar

  • Platz 3

    Delta
    Jahresergebnis 2014: 3,2 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 02, 2,5 Milliarden US-Dollar

  • Platz 2

    AirwaysAmerican/US Airways
    Jahresergebnis 2014 (Vorjahr): 4,7 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 03, 2 Milliarden US-Dollar (American)/ Platz 10, 1,1 Milliarden US-Dollar (US Airways)

  • Platz 1

    United
    Jahresergebnis 2014: 5,9 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 01, 5,7 Milliarden US-Dollar

Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge will Ryanair zunächst zwei Maschinen in Frankfurt stationieren, die als erste Ziele Palma de Mallorca und das südspanische Alicante anfliegen sollen. Die Iren profitierten dabei vom Neukunden-Rabatt des Betreibers Fraport, der Ryanair zudem eine 35-Minuten-Drehzeit zugesagt haben soll.

Kritik am Flughafenbetreiber äußerte Condor-Chef Ralf Teckentrup, der auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) ist. Der Markteintritt von Ryanair zeige, dass das beantragte „wettbewerbsverzerrende Subventionierungsmodell“ der Fraport so keinesfalls genehmigt werden könne, weil es Ryanair einen 15- bis 20-prozentigen Preisvorteil auf Jahre gebe. „Das ist schlicht unfairer Wettbewerb zulasten deutscher Airlines“, meinte Teckentrup. Der Geschäftsführer des BDF, Michael Engel, ergänzte: „Es kann (...) nicht sein, dass Wettbewerbern mit unzulässigen Vorzugsbedingungen der rote Teppich ausgerollt wird und diejenigen die Zeche für (Ryanair-Chef Michael) O'Leary zahlen sollen, die seit vielen Jahren mit hohen Entgelten den Infrastrukturausbau finanzieren.“

Mit den beiden Maschinen wären nach vorläufigen Berechnungen bis zu sechs tägliche Starts von Frankfurt möglich. Die Verbindung Frankfurt-Mallorca wurde im Sommer von Lufthansa, Air Berlin, Condor, SunExpress und Tuifly bedient. Alicante wurde nur einmal pro Woche von der Lufthansa angeflogen. Laut „FAZ“ will Ryanair bei einer guten Entwicklung bis zu acht Maschinen in Frankfurt stationieren.

Wann und mit welchem Flugangebot Ryanair genau antritt, blieb in den Einladungen noch offen. Sprecher verwiesen auf die geplante Pressekonferenz. Der Winterflugplan ist gerade angelaufen. Jetzt beginnen die Überlegungen für den Sommerflugplan, der Ende März mit Einführung der erneuten Sommerzeit in Kraft tritt.

Die Iren fordern die Lufthansa an deren wichtigstem Drehkreuz heraus. An ihrem zweiten wichtigen Flughafen München muss sich die Lufthansa bereits mit der Billigkonkurrenz von Easyjet und Transavia - einer Tochter von Air France-KLM - auseinandersetzen. Entgegen früheren Plänen will der Dax-Konzern daher seine Billigtochter Eurowings vom kommenden Jahr an auch in München an den Start schicken.

In Hamburg eröffnete Ryanair am Dienstag eine neue Basis. Das Unternehmen stationiert in der Hansestadt zunächst zwei Maschinen vom Typ Boeing 737-800. Neu im Hamburger Streckennetz sind damit die bulgarische Hauptstadt Sofia, die bereits seit September angeflogen wird, sowie Mailand-Bergamo und London Stansted.

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